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Forscher uneins über die Bedeutung der jüngsten Stammzellen-Entdeckung

13.08.2003


Wissenschaftler in den USA konnten mit Hilfe genetisch veränderter Stammzellen Schäden an Rattenherzen infolge eines Herzschlags beheben. Es ist jedoch ungewiss, ob dieser Durchbruch letztendlich menschlichen Patienten zugute kommt.

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Bei früheren Versuchen, Herzschäden mit Stammzellen zu behandeln, waren praktisch alle Stammzellen innerhalb von vier Tagen nach der Injektion abgestorben. Victor Dzau und sein Team von der Harvard Medical School haben jedoch ein Gen namens Akt 1 in Stammzellen aus Knochenmark eingesetzt und festgestellt, dass das Gen das Signal blockiert, das den Zellselbstmord auslöst.

Im Rattenmodell konnten die veränderten Zellen die nachfolgende Verschlechterung der Herzleistung bis zum Herzversagen aufhalten, und binnen zwei Wochen waren die Herzen der Ratten wieder normal und gesund. Das Team ist der Ansicht, dass die Zellen dank der Veränderung lange genug überleben konnten, um sich in Herzmuskelzellen umzuwandeln und das geschädigte Gewebe zu ersetzen.


Das Ergebnis untermauert die Theorie, dass Stammzellen zur Heilung menschlicher Herzen nach Herzschlägen eingesetzt werden können, und ihre Befürworter verweisen auch auf positive Ergebnisse klinischer Versuche, bei denen Herzpatienten eigene Stammzellen injiziert wurden.

Andere Experten zweifeln jedoch an der Wirksamkeit oder gar der Sicherheit solcher Stammzellenbehandlungen beim Menschen. Charles Murray von der Washington State University verweist darauf, dass einige Untersuchungen mit Menschen ohne die entsprechenden Kontrollgruppen durchgeführt wurden. "Man muss bei allem Enthusiasmus dennoch skeptisch sein", sagte er.

Es ist außerdem nicht genau geklärt, wie die Heilung der Rattenherzen durch Stammzellen verläuft. Mögliche Erklärungen legen nahe, dass sie sich entweder zu neuen Muskelzellen umwandeln oder mit vorhandenen Zellen verschmelzen oder aber die vorhandenen Zellen einfach zur Selbstheilung und zum Wachstum anregen.

Trotz der offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Stammzellen bei Menschen sprechen sich die Befürworter wegen des dringenden Bedarfs an Herztherapien dafür aus, Versuche am Menschen vorerst weiterhin zuzulassen. Schätzungsweise 23Millionen Menschen in aller Welt leiden unter Herzerkrankungen.

| cn
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:20710&TBL=DE_NEWS

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