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Hornhauttransplantation mit neuartiger OP-Technik

17.07.2003


Ärzte der Universitätsaugenklinik Magdeburg haben eine neuartige Technik bei Hornhauttransplantationen entwickelt: Das erkrankte Gewebe wurde erstmals isoliert durch ein individuell angepasstes und völlig übereinstimmendes Transplantat mit dem geführten Strahl eines Excimer-Lasers am Patienten eingesetzt. Diese neue Technologie kann als eine wertvolle Ergänzung im Bereich der Hornhautübertragung bei ausgewählten Krankheitsbildern bewertet werden.



Die Hornhaut ist die äußere Begrenzung des menschlichen Auges, sozusagen ein Fenster, durch das wir schauen. Jede Veränderung ihrer Transparenz führt zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Kommt es zu dauerhaften Eintrübungen, zum Beispiel durch eine Infektion oder einen Unfall verursacht, hilft nur noch der Austausch gegen eine gesunde, klare Hornhaut, um das Sehvermögen zurückzubringen. Auch altersbedingt kann es zu Hornhautveränderungen kommen, die einen Ersatz erforderlich machen. Obwohl fast 5 000 Hornhauttransplantationen jedes Jahr in Deutschland durchgeführt werden, warten zahlreiche Menschen auf Ersatz für ihre erkrankte Hornhaut. An der Uni-Augenklinik Magdeburg werden pro Jahr etwa 30 bis 50 Hornhäute transplantiert.



Operationen zum Ersatz der Hornhaut, die so genannte Keratoplastik, gehören seit ihrer ersten Dokumentation im Jahr 1906 heutzutage zu den Standardverfahren in der Augenheilkunde. Konventionelle Techniken erlauben jedoch nur die Verwendung kreisrunder Transplantate. Dabei werden Rundmesser, so genannte Trepane, verwendet, um möglichst glatte Schnittkanten mit gleichmäßiger Geometrie zu gewährleisten, wenn die Hornhaut ausgeschnitten wird, bevor die neue Spenderhornhaut eingenäht werden kann. Dr. Klaus Schmitz, Oberarzt der Uni-Augenklinik Magdeburg erklärt: "Bei bestimmten komplizierten Ausgangssituationen werden andere spezielle Techniken angewendet, um diese Beschränkung auf kreisrunde Transplantate zu umgehen. Dies erfordert jedoch, dass Hornhautgewebe zumindest teilweise ´freihändig` geschnitten werden muss, was durchaus zu Problemen führen kann."

Zwar werden bereits Excimer-Laser bei der Keratoplastik eingesetzt, aber lediglich in der elliptischen Geometrie in Annäherung an die Dimension der menschlichen Hornhaut, aber nicht eine an die individuelle Ausdehnung der Hornhauterkrankung angepasste Transplantatgeometrie. Ärzte der Magdeburger Uni-Augenklinik haben eine Technik zum Einsatz größenmäßig übereinstimmender Spender- und Empfängerhornhaut in freier Form unter Einsatz eines 193-nm-Excimer-Lasers entwickelt, die eine solche Anpassung der Tranplantatgeometrie an den jeweiligen Hornhautbefund zulässt. Dafür wurde die Software des aktiven Eye-Tracking-Systems des Lasers modifiziert.

Vorteil dieses Verfahrens ist, dass der krankhaft veränderte Bereich der Hornhaut isoliert durch ein Spendertransplantat ersetzt werden kann, ohne dass das optische Zentrum der Hornhaut in den Transplantat- oder in den Nahtbereich einbezogen werden muss. Folge ist eine rasche Rehabilitation. Bei der ersten Patientin, einer 74-jährigen Frau, konnte der durch ein Geschwür beeinträchtigte Teil ihrer Hornhaut durch ein nierenförmiges Transplantat mit einer Ausdehnung von 4 x 7 mm völlig übereinstimmend ersetzt werden. Dr. Schmitz bestätigt: "Durch die minimierte Menge von transplantiertem Fremdgewebe sind günstige Einflüsse hinsichtlich einer möglichen Immunreaktion zu erwarten." Der technische Aufwand bei der Durchführung dieses Verfahrens mit dem Excimer-Laser ist allerdings recht erheblich, so dass gegenwärtig davon ausgegangen werden kann, dass diese Technik als eine wertvolle Ergänzung im Bereich der Hornhauttransplantation für ausgewählte Indikationen vorbehalten sein wird.

Über die Erfahrungen beim ersten klinischen Einsatz der neuen Transplantationstechnik haben Oberarzt Dr. Klaus Schmitz und Klinikdirektor Prof. Dr. Wolfgang Behrens-Baumann von der Universitätsaugenklinik Magdeburg in der Fachzeitschrift "Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde" 2003; (220: S. 247-252) berichtet. Die Ergebnisse der vorausgegangenen tierexperimentellen Untersuchungen wurden in der Zeitschrift "Graefe´s Archive of Clinical and Experimental Ophthalmology" 2003; (241: S. 423-431) vorgestellt.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Dr. Klaus Schmitz,
Oberarzt der Universitätsaugenklinik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg,
Tel. 0391/67 13575, -13571
E-Mail: klaus.schmitz@medizin.uni-magdeburg.de

Kornelia Suske | idw

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