Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medikament auf Antikörperbasis verringert die Abstoßung von Transplantaten

15.07.2003


Ein niederländisches Unternehmen hat ein auf Antikörpern basierendes Medikament entwickelt, das die Abstoßung von Transplantaten verringern und zur Behandlung verschiedener Autoimmunstörungen, an denen T-Zellen beteiligt sind, geeignet sein könnte.



Organtransplantationen beim Menschen sind bei einigen Krankheiten die einzige Behandlungsmöglichkeit. Im Laufe der vergangenen 30 Jahre wurde durch technische Verbesserungen und die Entwicklung besserer Immunsuppressiva eine beträchtliche Erfolgsquote bei Transplantationen erzielt. Dennoch sind alle heute durchgeführten Organtransplantationen nur dank einer chronischen pharmakologischen Immunsuppression von unspezifischer Natur möglich, die Transplantatabstoßungen und Autoimmunerkrankungen verhindert. Wegen der unspezifischen Wirkungsweise dieser Medikamente und der Notwendigkeit einer dauernden Therapie haben die Patienten einen erheblichen Preis für die chronische Immunsuppression zu zahlen, und zwar im Hinblick sowohl auf toxische Nebenwirkungen als auch auf die individuellen Medikamente und Infektionen sowie möglicher Malignität.



Ein kleines Unternehmen in den Niederlanden hat jetzt ein Medikament auf der Basis einer Immunotoxin-Kombination (IT-Kombination) entwickelt, das selektiv T-Zellen eliminiert, unbeteiligte normale Zellen aber ignoriert. Diese IT-Kombination, so die Erwartung der Entwickler, könnte ein neues und wesentlich wirksameres Medikament sein, das Abstoßungseffekte bei Transplanationen verringert und zudem für die Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen geeignet sein könnte. Die IT-Kombination besteht aus zwei auf T-Zellen ausgerichteten Antikörpern, die beide einem aus Pflanzen abgeleiteten Toxin zugeordnet sind.

Diese Antikörper gehen gezielt eine Bindung auf der Oberfläche von T-Zellen ein, wo die Antikörper-Toxin-Konjugate von der Zelle aufgenommen werden. Im Zellinneren gelangt die Toxin-Teileinheit zum Zytoplasma, wo sie die Eiweißbiosynthese hemmt und so den Zelltod (durch Apoptose) herbeiführt. Nach einer einwöchigen Therapie wird die normale Immunereaktion durch Bildung von T-Zellen, die keine Krankheit verursachen (und das Immunsystem zurücksetzen) zügig wiederhergestellt.

Dieses auf der IT-Kombination basierende Medikament scheint gegenwärtig das einzige zu sein, das für die Behandlung vieler Autoimmunerkrankungen zur Verfügung steht. Im Vergleich zu anderen Medikamenten, die ebenfalls ein Absterben von T-Zellen bewirken, aber nicht vertretbare Nebenwirkungen haben, war die Verabreichung der IT-Kombination außerdem sehr gut verträglich und nicht mit ernsthaften Nebenwirkungen verbunden.

Kontakt:

Erik Kuipers
Senter
Juliana van Stolberglaan 3
P.O. Box 93144, 2509AC Den Haag
Netherlands
Tel: +31-70-3610284
Fax: +31-70-3610915
Email: e.t.kuipers@senter.nl

| ctm
Weitere Informationen:
http://www.senter.nl
http://www.irc-nl.org

Weitere Berichte zu: Antikörper Autoimmunerkrankung T-Zelle Transplantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Biologicals bei chronischer Sinusitis mit Polyposis nasi – Erster therapeutischer Antikörper zugelassen
13.11.2019 | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

nachricht Warum Beta-Blocker Hautentzündungen verursachen
31.10.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Im Focus: REANIMA - für ein neues Paradigma der Herzregeneration

Endogene Mechanismen der Geweberegeneration sind ein innovativer Forschungsansatz, um Herzmuskelschäden zu begegnen. Ihnen widmet sich das internationale REANIMA-Projekt, an dem zwölf europäische Forschungszentren beteiligt sind. Das am CNIC (Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares) in Madrid koordinierte Projekt startet im Januar 2020 und wird von der Europäischen Kommission mit 8 Millionen Euro über fünf Jahre gefördert.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen weltweit die meisten Todesfälle. Herzinsuffizienz ist geradezu eine Epidemie, die neben der persönlichen Belastung mit...

Im Focus: Göttinger Chemiker weisen kleinstmögliche Eiskristalle nach

Temperaturabhängig gefriert Wasser zu Eis und umgekehrt. Dieser Vorgang, in der Wissenschaft als Phasenübergang bezeichnet, ist im Alltag gut bekannt. Um aber ein stabiles Gitter für Eiskristalle zu erreichen, ist eine Mindestanzahl an Molekülen nötig, ansonsten ist das Konstrukt instabil. Bisher konnte dieser Wert nur grob geschätzt werden. Einem deutsch-amerikanischen Forschungsteam unter Leitung des Chemikers Prof. Dr. Thomas Zeuch vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen ist es nun gelungen, die Größe kleinstmöglicher Eiskristalle genau zu bestimmen. Die Forschungsergebnisse sind in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science erschienen.

Knapp 100 Wassermoleküle sind nötig, um einen Eiskristall in seiner kleinstmöglichen Ausprägung zu formen. Nachweisen konnten die Wissenschaftler zudem, dass...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

Weniger Lärm in Innenstädten durch neue Gebäudekonzepte

08.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Selbstorganisation weicher Materie im Detail verstehen

12.11.2019 | Physik Astronomie

Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

12.11.2019 | Physik Astronomie

»KaSiLi«: Bessere Batterien für Elektroautos »Made in Germany«

12.11.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics