Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pestizide erhöhen Prostatakrebsrate

05.05.2003


Landwirte haben 14-fach höheres Risiko



Eine Studie mit mehr als 55.000 Männern in den USA hat ergeben, dass Methylbromid und weitere sechs andere Pestizide zu höheren Prostatakrebsraten unter Männern führen. Die Studie wurde im Auftrag der US-Regierung in North Carolina und Iowa durchgeführt, berichtet das Environment News Service (ENS).



Die US-Forscher haben in der aktuellen Agricultural Health Study (AHS) verschiedene Chemikalien, die in der Landwirtschaft verwendet werden untersucht. Unter anderem wurden 45 verschiedene Pestizide und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus wissenschaftlich evaluiert. 55.332 Männer, die in der Landwirtschaft tätig sind und mit den Chemikalien arbeiteten, wurden in die Untersuchung miteinbezogen. Methylbromid erwies sich als besonders gefährlich. Bei den anderen sechs Pestiziden ließ sich lediglich ein erhöhtes Risiko bei denjenigen feststellen, in deren Familien Fälle von Prostatakrebs aufgetreten waren. Insgesamt kamen die Forscher zum Ergebnis, dass die Krebsraten bei Bauern und anderen Arbeitern in der Landwirtschaft 14 mal höher waren als beim Rest der Bevölkerung. Die Studie wurde über einen Zeitraum von sechs Jahren durchgeführt.

Methylbromid ist ein hochgiftiges Gas, das nicht nur für Kaltblütler, sondern auch für Warmblütler gefährlich ist. Beim Einbringen des Gases in den Boden werden in der Chemie vor allem das hohe Eindringvermögen geschätzt. Als unerwünschte Nebenwirkung werden aber große Mengen halogenierte Kohlenwasserstoffe freigesetzt, die die Ozonschicht der Erde schädigen. Weil das Pestizid ozonzerstörende Wirkung hat, wurde es bei der Montrealer Konferenz von 1997 auf die Liste jener Produkte gesetzt, die vom Verkauf und Handel langsam zurückgezogen werden sollen. Der Stoff Methylbromid sei so etwas wie der Dinosaurier unter den Pestiziden, der seit Jahrzehnten eingesetzt werde und vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber auch in Italien und Spanien Verwendung findet, urteilte der deutsche Agrarwissenschaftler Volkmar Hasse von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. In den USA wird das giftige Gas in großen Mengen in der Landwirtschaft verwendet. Jährlich, so schätzen Umweltexperten, werden drei Mio. Tonnen des Gases verwendet. Methylbromid wird so eingesetzt, dass es unter Plastikplanen ausgebracht wird, die etwa vier Tage am Feld bleiben. Danach wird die Plane abgenommen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://ens-news.com

Weitere Berichte zu: Methylbromid Pestizid Prostatakrebsrate

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Aussicht auf neue Therapie bei rheumatoider Arthritis
21.08.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Weiterer Schritt im Kampf gegen Lungenkrebs
21.08.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics