Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jährlich 90.000 Krebstote in den USA durch Übergewicht

25.04.2003


Überschüssige Kilos spielen größere Rolle als bislang angenommen



Bei Übergewichtigen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krebsformen zu erkranken und daran zu sterben dramatisch. Diesen Beweis erbrachten Forscher der American Cancer Society mit einer umfassenden Probandenzahl von 900.000 US-Amerikanern und einem Untersuchungszeitraum von 16 Jahren. Übergewicht bei Männern könnte für 14 Prozent aller mit Krebs in Zusammenhang stehenden Todesfälle verantwortlich sein, bei Frauen sogar für 20 Prozent, publizieren die Wissenschaftler heute, Donnerstag, im Fachblatt New England Journal of Medicine. In Zahlen heißt dies, dass 90.000 Krebstote in den USA durch ein normales Körpergewicht verhindert werden könnten.

... mehr zu:
»BMI »Übergewicht


Forscher unter der Leitung von Eugenia Calle verglichen die Patienten auf Basis ihres Body-Mass-Index (BMI). Der BMI ist eine Maßzahl, die Körpergewicht und -größe in Beziehung setzt. Ein BMI zwischen 25 und 29,9 bedeutet Übergewicht, ein BMI über 30 Fettleibigkeit und ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 Normalgewicht. Nach Angaben von Calle und ihren Kollegen hatten die schwersten Männer (BMI über 40) die höchsten Krebstodesraten. Sie überstiegen jene normalgewichtiger Männer um 52 Prozent. Ein noch drastischeres Bild zeigte sich bei Frauen. Die Krebstodesraten der gewichtigsten Frauen überstiegen jene Normalgewichtiger um gar 62 Prozent. Grund laut Calle dafür ist das häufigere Übergewicht bei Frauen.

"Bereits vorangegangene Analysen haben einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Brust,- Gebärmutter-, Darm-, Prostata- und Nierenkrebs gefunden. Die neue Studie bestätigt nicht nur diesen Zusammenhang, sie stellt auch einen Konnex zwischen überschüssigen Kilos und weiteren Krebsformen wie etwa Eierstock-, Bauchspeicheldrüse- und Gebärmutterhalskrebs sowie dem Non-Hodgkins-Lymphom her", erklärt Calle. Bei Männern konnte darüber hinaus ein signifikanter Zusammenhang zwischen Übergewicht und Magenkrebs festgestellt werden.

Noch spekulieren die Forscher über den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs. Vermutlich erhöht Übergewicht bestimmte Hormone wie etwa die Sexualhormone, Insulin und Wachstumsfaktoren. "Zuviel Fett um die Hüften kann zum Beispiel die Insulin-Verstoffwechslung unterbrechen und das Risiko für Darmkrebs erhöhen", so Calle. Eine Gewichtsreduktion verbessert die Insulin-Empfindlichkeit und senkt die Sexualhormone im Blut. "Daher ist die Annahme begründet, dass eine Gewichtssenkung auch das Krebsrisiko reduziert", erklärt die Forscherin. Die US-Bevölkerung steht in diesem Zusammenhang vor einer großen Herausforderung, da rund ein Drittel der Bevölkerung fettleibig ist.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://content.nejm.org/cgi/content/short/348/17/1625

Weitere Berichte zu: BMI Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics