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Galle gegen Schlaganfall-Schäden

24.04.2003


Taurosodeoxycholat-Injektion beschränkt Zelltod



Eine Gallensäure-Injektion könnte sich in der Schlaganfall-Behandlung als nützlich erweisen, indem die Zahl der absterbenden Gehirnzellen reduziert wird. Forscher der University of Minnesota behaupten, dass die aus dem Verdauungssaft extrahierte Substanz die Reaktionskette im Verlauf des Zelltodes unterbricht und auf diesem Weg der Schlaganfall bedingte Schaden begrenzt wird.



Die Galle wird in der Leber produziert und fließt zur Fettabsorption in den Verdauungstrakt. Die US-Forscher untersuchten im Rattenversuch allerdings nur einen Bestandteil der Galle, das so genannte Gallensalz Taurosodeoxycholat (TUDC). Dieses injizierten sie in die das Gehirn versorgende Arterie von Ratten, die an einem hämorrhagischen Schlaganfall litten. Diese Art des Schlaganfalls wird durch eine Hirnblutung verursacht. Es kommt zu einem Sauerstoff- und Energiemangel und schließlich zum Absterben des betroffenen Gewebes.

Neben dieser Schädigung gibt es auch eine Hirnregion, in der viele Zellen einen programmierten Zelltod (Apoptose) verüben. Kann dieser zusätzliche Schaden verhindert werden, besteht laut Forschern die Möglichkeit den Schaden zu begrenzen. Wurden Ratten mit TUDC behandelt, halbierte sich der programmierte Zelltod und somit auch die geschädigte Region um die Hälfte. "TUDC hat den Vorteil, dass es im Körper produziert wird. Bei Tieren als Medikament verabreicht, verursacht es auch keine nennenswerten Nebenwirkungen", zitiert die BBC den Projektleiter Clifford Steer. Außerdem könne die Substanz die Blut-Hirn-Schranke passieren, schreiben die Forscher im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Das Potenzial der Gallensäure sei aber nicht nur auf Schlaganfall-Schädigungen limitiert. Man arbeitet bereits an einem Einsatz zur Behandlung der Huntington-Krankheit, einem erblich bedingten Nervenleiden. Die Krankheit drückt sich sowohl durch körperliche Veränderungen wie Unruhe und ruckartige Bewegungen als auch durch psychische Störungen, die sich durch Persönlichkeitsveränderungen äußern, aus.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www1.umn.edu
http://www.pnas.org

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