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Blau und Violett-Farbstoff gegen tödliche Parasiten

17.10.2002


Die Chagas-Krankheit, eine der gefährlichsten parasitär übertragenen Krankheiten Lateinamerikas, kann ganz einfach mit blauen und purpurroten Farbstoffen bekämpft werden. Das hat der Pathologe Jose Ocariz von der University of California in Irvine entdeckt. Der Wissenschaftler hatte mit den Farbstoffen, die in den Laboratorien häufig verwendet werden, beim Kampf gegen den Krankheitserreger Trypanosoma cruzi Erfolg, berichtet die Universität.



Die Chagas-Krankheit ist eine in Mittel- und Südamerika vorkommende, durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die durch Raubwanzenbisse übertragen wird. Insgesamt sind rund 17 Mio. Menschen in 21 Staaten infiziert. Gefährdet sind aber mindestens 100 Mio. Menschen am südamerikanischen Kontinent, meint die Weltgesundheitsorganisation WHO. Betroffen sind vor allem arme Menschen, da in deren Häusern die Parasiten leben. Die Erkrankung verläuft in vier Stadien: der lokalen Reaktion an der Eintrittsstelle, dem akuten Krankheitsstadium, einem freien Intervall ohne Symptome und dem chronischen Stadium. Insgesamt endet die Chagas-Erkrankung in bis zu zehn Prozent der Fälle tödlich, wobei Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet sind. Die betroffenen Organe sind in erster Linie das Herz, der Darm und das Gehirn. Die Diagnose wird durch den Nachweis des Erregers im Blut gestellt.

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Ocariz hat mit seinem Team festgestellt, dass die Farbstoffe "crystal violet" und "methylene blue" große Mengen der Erreger töteten. Der Wissenschaftler hat die Entdeckungen beim Treffen der argentinischen Hämatologischen Gesellschaft vorgestellt. Die Entdeckung sei eine geeignete Methode mit "Lowtech" der gefährlichen Krankheit zu Leibe zu rücken. Der Mediziner betonte auch, dass bei dieser Methode das Immunsystem des Körpers die Krankheitserreger bekämpft. Die Farbstoffe sind nach den Ergebnissen der Forscher auch in der Lage Viren und Bakterien im Blut zu eliminieren. Ocariz bestätigte, dass in jüngster Zeit die Chagas-Erkrankung aber auch durch Bluttransfusionen übertragen wurde.



Nach den wissenschaftlichen Untersuchungen können auch Blutreserven mit Hilfe der Farbstoffe von Erregern befreit werden. Dazu müsste das Blut anschließend zwar von den Farbstoffen gereinigt werden, was aber mit Filtern einfach möglich ist. Bisher waren Blutbehandlungen mit dem blauen Farbstoff schon bekannt. Diese mussten aber danach ultraviolett bestrahlt werden. Die UV-Strahlen werden aber mit einer Reihe von Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Ocariz´ Methode hingegen, erfordert keine nachträgliche Bestrahlung mehr. Im Mäuseversuch sind zwar einige Tiere nach der Blutbehandlung gestorben. Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Farbstoffe nicht alle Erreger im Blut ausschalten können. Ein gesundes Immunsystem müsste aber mit der verbleibenden Anzahl an Erregern locker fertig werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.today.uci.edu

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