Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sex: Verbindung zu Multipler Sklerose

19.09.2002


Britischer Forscher behauptet Verbindung mit sexuell übertragbaren Krankheiten

Ein britischer Wissenschaftler behauptet, dass Multiple Sklerose mit sexuell übertragbaren Krankheiten in Verbindung steht. Andere Forscher weisen die Behauptung als reine Spekulation zurück, berichtet BBC-Online. Die Krankheit bedroht das Nervensystem des Körpers und wird nach schulmedizinischen Erkenntnissen auf ein Nichtfunktionieren des Immunsystems zurückgeführt.

Christopher Hawkes vom Londoner Institute of Neurology ist nicht derselben Meinung. Nach Untersuchungen auf den Färöer Inseln, Island, den Orkney- und Shetland-Inseln ergebe sich ein anderes Bild, behauptet der Wissenschaftler. Insbesondere häufiger Partnerwechsel bei Jugendlichen sei ein großes Risiko. Jedes Mal, wenn auf einer der Inselgruppen militärische Truppen stationiert waren, kam es nämlich danach zum Anstieg von MS-Fällen. Hawkes argumentiert auch, dass die Primary-Progressive-MS sehr ähnlich verläuft wie die tropisch-spastische Paraplegie (TSP). Diese Krankheit wird in erster Linie sexuell übertragen. Dabei spielt das Retrovirus HTLV-1 eine besondere Rolle: Dieses greift die Schutzhüllen der Nerven an. Das funktioniert im Prinzip ähnlich wie bei der MS, so Hawkes.

Der Forscher hat in seinen Untersuchungen auch festgestellt, dass die Raten an MS-Erkrankungen unter den jungen, sexuell aktiven Menschen höher sind. In Gesellschaften, in denen junge Menschen häufiger die Sex-Partner wechseln, trete die Erkrankung auch häufiger auf, meint der Mediziner. Differenzen in Moral und Kultur lassen MS in verschiedenen Gebieten seltener oder häufiger auftreten. "Die Krankheit tritt in abgeschlossenen, isolierten Gesellschaften seltener auf als in jenen, wo das Maß an Promiskuität höher ist", argumentiert der Forscher. Eine dänische Studie an 12.000 MS-Patienten ergab, dass sich die Fälle seit der Markteinführung von oralen Kontrazeptiva zu häufen begannen. Auch das Hormon Östrogen wird mit MS in Verbindung gebracht: Nach einer amerikanischen Studie erhöht sich die Chance an MS zu erkranken nach sechsjähriger Einnahme von oralen Kontrazeptiva um das Doppelte.

Hawkes geht aber nicht davon aus, dass MS ausschließlich auf sexuell übertragbare Krankheiten (STD) zurückzuführen ist. Vielmehr glaubt der Forscher, dass dazu auch ein verletzliches genetisches Umfeld notwendig sei. "MS stammt wahrscheinlich von einer STD aus der Jugend und wird von Männern, die nicht notwendigerweise symptomatisch sind, übertragen", so Hawkes. Die Ergebnisse des Forschers werden im Wissenschaftsmagazin "Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry" veröffentlicht.

Heftige Kritik an der von Hawkes aufgestellten Theorie kommt von der britischen "Multiple Sclerosis Society" und verschiedenen anderen Wissenschaftlern. Hawkes´ Theorien seien bloße Spekulationen.

Wolfgang Weitlaner | pte.online
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk/

Weitere Berichte zu: Multiple Sklerose STD

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit körpereigenem Protein Herpes bekämpfen
13.11.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Mit Lichtimpulsen Herzzellen abschalten
06.11.2018 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics