Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verantwortliche Gene für Netzhauterkrankung identifiziert

17.06.2008
Angriffspunkt für Prophylaxe und Therapie bei Makuladegeneration

Auf der Suche nach dem Auslöser für die altersabhängige Makuladegeneration (AMD), ein Erkrankung der zentralen Netzhaut, die zum Verlust der Sehstärke führt, konnte ein deutsch-englisches Wissenschaftlerteam genetische Varianten auf zwei Chromosomen identifizieren, die am Entstehen des Defekts beteiligt sind.

Träger dieser "Risikovarianten" hätten demzufolge ein bis zu 57-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer AMD, berichtet die Gruppe um Claudia von Strachwitz von der Augenklinik der Universität Würzburg in der Fachzeitschrift Nature Genetics. Das genauere Wissen über die Auslöser der Krankheit ermögliche es, zukünftig maßgeschneiderte Therapieformen zu entwickeln, hoffen die Forscher.

Bei der altersbedingten Makuladegeneration sterben nach und nach die Zellen in der Netzhautmitte - der Makula - ab, sodass die Betroffenen im zentralen Gesichtsfeld zunehmend verschwommen oder verzerrt sehen. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland rund eine Mio. Menschen von der AMD betroffen sind, die meist nach dem 50. Lebensjahr auftritt und in dieser Altersgruppe die häufigste Erblindungsursache in den westlichen Industrienationen darstellt.

... mehr zu:
»AMD »Chromosom »Protein

Verschiedene Therapieformen können derzeit zwar den weiteren Verlust der Sehschärfe verlangsamen, eine Möglichkeit zur Heilung existiert indes noch nicht. "Es ist erst seit 2005 bekannt, dass die AMD genetisch bedingt ist", berichtet Strachwitz im Gespräch mit pressetext. "Andere Faktoren wie das Rauchen und Bluthochdruck können das Fortschreiten der Krankheit allerdings begünstigen."

Während die Forscher einen Defekt im Komplementfaktor H auf dem Chromosom 1q31 schon vor einiger Zeit als Auslöser der AMD ausmachen konnten, gelang dies für dessen "Partner" auf dem Chromosom 10q32 erst kürzlich. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass eine bestimmte Variante des ARMS2-Gens "eine hoch-signifikante Assoziation mit der AMD zeigt". "Wer diesen Defekt sowohl auf dem väterlichen wie auch auf dem mütterlichen Chromosom trägt, ist nicht in der Lage ein bestimmtes Protein zu bilden, das in den Mitochondrien in einem bestimmten Bereich der Lichtrezeptoren des Auges vorkommt", erklärt Strachwitz. Ein Fehlen dieses Proteins führe zu einem Funktionsdefekt in den Mitochondrien, die als "Kraftwerke" der Zellen fungieren.

"Das Wissen um die genaue Funktion des für die Erkrankung verantwortlichen Proteins wird es zukünftig erlauben, maßgeschneiderter Therapieformen zu entwickeln, die gezielt in den betroffenen Stoffwechselweg eingreifen", sagt die Medizinerin. Gentests für die Berechnung des Risikos an AMD zu erkranken oder prophylaktische Therapien bei betroffenen Genträgern seien dabei durchaus vorstellbar. Allerdings bleibe ein Wehrmutstropfen: "Auf diesem Gebiet findet erst seit wenigen Jahren Forschung statt. Es werden zwar Medikamente entwickelt, die in den Prozess eingreifen, bis zur anwendbaren Therapie wird aber noch einige Zeit vergehen", so Strachwitz.

Claudia Misch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de
http://www.nature.com/ng

Weitere Berichte zu: AMD Chromosom Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics