Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwerbehinderte erforschen die durch Zecken übertragene FSME

10.06.2008
Integrationsabteilung im Robert Koch-Institut eingerichtet

Das RKI engagiert sich seit Jahren für einen bessern Zugang von schwerhinderten Arbeitnehmern in Forschung und Wissenschaft. Seit kurzem gibt es im Institut eine Forschergruppe aus Schwerbehinderten, die sich mit der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) befasst und eine der ersten so genannten Integrationsabteilungen in Berlin ist.

"Schwerbehinderte Menschen sind im Berufsleben überaus engagiert, kompetent und kreativ", betont Jörg Hacker, Präsident des RKI. Die Arbeit der schwerbehinderten Wissenschaftler wird im RKI in einem Vortrag bei der Langen Nacht der Wissenschaften am 14.6.2008, 19.00 Uhr, gemeinsam mit dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales - Integrationsamt vorgestellt.

Ziel des Integrationsprojektes (nach § 132 Absatz 1, Sozialgesetzbuch IX) ist die Weiterqualifikation der Schwerbehinderten, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Finanziert werden die Arbeitsplätze für zwei Jahre aus dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Programm "Job 4000", aus Mitteln der so genannten Ausgleichsabgabe (§ 134 Sozialgesetzbuch IX) und vom RKI.

... mehr zu:
»FSME »RKI »Zecke

Die neue FSME-Gruppe besteht aus einem promovierten Wissenschaftler, zwei Wissenschaftlern, die ihre Promotionsarbeit anfertigen, sowie einer Biologielaborantin und ist am nationalen Konsiliarlabor für FSME angesiedelt. Die vor allem in Süddeutschland vorkommende FSME ist eine Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Sie wird von Viren verursacht, die durch Zecken übertragen werden. Die behinderten Wissenschaftler werden die labordiagnostischen Verfahren weiterentwickeln und Zecken sowie Haus- und Wildtiere nach Spuren von FSME-Viren untersuchen. Dies soll vor allem in Gebieten geschehen, in denen es einzelne FSME-Fälle gab, die aber noch nicht als Risikogebiete eingestuft wurden. "Damit könnte sich das Infektionsrisiko besser beurteilen lassen", erwartet Matthias Niedrig, Leiter des FSME-Konsiliarlabors.

Von 2005 bis 2007 beteiligte sich das RKI an dem vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) koordinierten Projektverbund "Vieles ist möglich - Tandempartner in der Wissenschaft". Beim klassischen Tandem-Modell bilden schwerbehinderte Wissenschaftler mit nicht behinderten Forschern oder technischen Assistenten ein sich ergänzendes Team. Das Tandemprojekt wurde im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative EQUAL gefördert.

Im Rahmen des EQUAL-Projektes sind auch zwei Filmprodukte entstanden: ein Kinospot und ein halbstündiger Filmbeitrag. Der Spot macht in lebendiger und anschaulicher Weise auf Vorurteile und Vorbehalte aufmerksam. Er war von Ende 2007 / Anfang 2008 unter dem Motto "Kluge Köpfe ..." in vielen Kinos zu sehen. Der längere Filmbeitrag macht mit praktischen Beispielen und authentischen Erfahrungen deutlich, welche Möglichkeiten und Chancen in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im Wissenschafts- und Forschungsbereich liegen. Während der Kinospot von Schauspielern gespielt wurde, ist der Filmbeitrag von dokumentarischem Charakter. Zu sehen sind unter anderem Reinhard Kurth, der sich als ehemaliger RKI- und PEI-Präsident für die Etablierung des Tandem-Projekts eingesetzt hatte, sowie zwei Mitarbeiter des RKI-Fachgebiets Angewandte Infektions- und Krankenhaushygiene. Die Filme sind auf DVD verfügbar und kostenlos beim PEI erhältlich (www.pei.de). Die Dokumentation wird am 6.7.2008, 12:30 Uhr, bei Kabel 1 zu sehen sein.

Herausgeber
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
www.rki.de
Das Robert Koch-Institut ist
ein Bundesinstitut im
Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Gesundheit
Pressestelle
Susanne Glasmacher
(Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Claudia Eitner
Heidi Golisch
Kontakt
Tel.: 030.18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030.18754 2265
E-Mail: presse@rki.de

Susanne Glasmacher | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de
http://www.pei.de

Weitere Berichte zu: FSME RKI Zecke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Prüfmethode für die Trinkwassertechnik
21.02.2020 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Zwei Fliegen mit einer Klappe: Entzündung gehemmt, Knochenheilung gefördert
20.02.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics