Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorhofflimmern - ein wachsendes Gesundheitsproblem

09.06.2008
Am 13. Juni ist Welt-Herzrhythmus-Tag. Aus diesem Anlass informiert das Kompetenznetz Vorhofflimmern über die häufigste aller Herzrhythmusstörungen, das Vorhofflimmern.

Unser Herz schlägt 60 bis 100 mal pro Minute, das heißt 80.000 bis 150.000 mal am Tag. Im Lauf eines 80jährigen Lebens sind das durchschnittlich drei Milliarden Schläge.

Dass es dabei gelegentlich aus dem Takt kommt, verwundert kaum. Die Folgen von Herzrhythmusstörungen können sehr unterschiedlich sein - von harmlosen Unregelmäßigkeiten bis hin zum plötzlichen Herztod. Anlässlich des Welt-Herzrhythmus-Tages am 13. Juni informiert das Kompetenznetz Vorhofflimmern über die häufigste aller Herzrhythmusstörungen, das Vorhofflimmern.

Vorhofflimmern
Das Herz gerät auf einmal völlig aus dem Takt und rast mit über 100 Schlägen. Hinzu kommen Atemnot und Angstgefühl. So macht sich bei vielen Patienten ein Anfall von Vorhofflimmern bemerkbar. Oft bleibt das Flimmern aber auch völlig unbemerkt. Vorhofflimmern ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu gefährlichen Komplikationen führen: Da sich im flimmernden Herzvorhof Blutgerinnsel bilden können, haben die Betroffenen ein erhöhtes Embolie- und Schlaganfallrisiko. In vielen Fällen ist deshalb eine Behandlung mit blutverdünnenden Medikamenten notwendig.

In Deutschland gibt es rund eine Million Patienten, die an Vorhofflimmern leiden. Betroffen sind vorwiegend ältere Menschen. Aufgrund der alternden Gesellschaft steigt die Zahl der Betroffenen weiter an. Experten rechnen mit einer Verdoppelung in den nächsten 50 Jahren. Von den heute 40jährigen wird voraussichtlich jeder vierte irgendwann im Lauf seines Lebens Vorhofflimmern entwickeln.

Genau so plötzlich wie die Rhythmusstörung beginnt, kann sie auch von selbst wieder aufhören. Ist das nicht der Fall, sollte der Arzt das Vorhofflimmern beenden, entweder medikamentös oder durch eine elektrische Kardioversion. Vorhofflimmern ist in der Regel eine fortschreitende Erkrankung: die Anfälle werden mit der Zeit häufiger und dauern immer länger, bis hin zum Dauerflimmern. Um diesen Prozess aufzuhalten, wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Behandlungs¬möglichkeiten entwickelt - von Rhythmusmedikamenten bis hin zur Katheterablation, Schrittmachertherapie oder chirurgischen Behandlung.

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern
Das Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) ist ein interdisziplinäres bundesweites Forschungsnetz, in dem Wissenschaftler und Ärzte aus Kliniken und Praxen zusammenarbeiten, um die Behandlung und Versorgung von Vorhofflimmerpatienten zu verbessern. Das Netzwerk besteht seit 2003 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Die Zentrale befindet sich am Universitätsklinikum Münster. Netzwerksprecher ist Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Breithardt, Direktor der dortigen Medizinischen Klinik und Poliklinik C - Kardiologie und Angiologie.

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern hat ein bundesweites Register mit mehr als 10.000 Patienten aufgebaut, die zurzeit noch über mehrere Jahre nachbeobachtet werden. Von dieser umfangreichen Datensammlung verspricht man sich ein detailliertes Bild über die Krankheit Vorhofflimmern und den aktuellen Stand der Behandlung und Versorgung in Deutschland.

Darüber hinaus führt das Kompetenznetz Vorhofflimmern mehrere multizentrische klinische Studien durch, in denen verbesserte Behandlungsmethoden bewertet werden. So werden beispielsweise in der ANTIPAF- und in der Flec-SL-Studie zwei medikamentöse Therapien klinisch getestet. Die GAP-AF-Studie bewertet unterschiedliche Verfahren der Katheterablation von Vorhofflimmern. Diese Studien laufen zurzeit noch und sollen in den nächsten ein bis zwei Jahren abgeschlossen werden.

In der experimentellen Grundlagenforschung haben Wissenschaftler aus dem Kompetenznetz Vorhofflimmern neue Erkenntnisse über die genetischen und molekularbiologischen Ursachen des Vorhofflimmerns gewonnen. Diese Ergebnisse sollen mittelfristig auch in Therapieverfahren einfließen.

Der Welt-Herzrhythmus-Tag
Der Welt-Herzrhythmus-Tag wurde im Jahr 2004 ausgehend von einer britischen Initiative ins Leben gerufen. Die Arrhythmia Alliance hat sich zum Ziel gesetzt, Herzrhythmusstörungen stärker ins Bewusstsein zu rücken, und ruft seitdem alljährlich weltweit dazu auf, am 13. Juni über Rhythmusstörungen zu informieren. Das Kompetenznetz Vorhofflimmern unterstützt diese internationale Informationskampagne.

Weitere Informationen über Vorhofflimmern bietet die Patienteninformationsbroschüre "Vorhofflimmern - Herz aus dem Takt" (52 Seiten), die in der Zentrale des Kompetenznetzes Vorhofflimmern bestellt werden kann (3,-€).

Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET)
Netzwerkzentrale
Domagkstraße 11
48149 Münster
Tel: 0251-83-45341
Fax: 0251-83-45343
info@kompetenznetz-vorhofflimmern.de

Dr. Angelika Leute | idw
Weitere Informationen:
http://www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de
http://www.aaaw.org.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Zwei Städte, ein Operationstisch
17.10.2018 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht Antiblockiersystem in Arterien schützt vor Herzinfarkt
16.10.2018 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics