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Sport toppt Medikamente: Was Bewegung und Ernährung bewirken können

14.05.2008
In körperlicher Aktivität und Ernährungsmodifikation steckt ein unglaubliches Potenzial, davon ist Professor Hans Georg Predel, Prorektor der Deutschen Sporthochschule Köln überzeugt. "Man lebt zwar nicht ewig durch Sporttreiben, aber man stirbt vermutlich ein wenig schlauer und fitter", sagte der Sportmediziner auf der Jahrestagung des Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde Mitte April 2008 in Berlin.

Die gute Nachricht gilt für alle: Auch Menschen über 80 Jahre können mit gezieltem Training ihre Beinkraft in wenigen Wochen verdoppeln, was für die Selbstständigkeit oft entscheidend ist.

Den optimalen Effekt bringe ein Energieverbrauch von 2.000 Kalorien in der Woche. Das ist zum Beispiel erreichbar mit einer Belastungsdauer von 40 bis 60 Minuten drei bis fünf Mal in der Woche. Für den Gesundheitseffekt sei es unerheblich, ob man eher schweißtreibende Sportarten wie Aerobic oder Ausdauersportarten wie Walking bevorzugt.

Wer Sport machen möchte, sollte allerdings die Grundprinzipien der Sportwissenschaften beachten. Unsere biologischen Systeme brauchen einen angemessenen individuell dosierten Reiz und eine Erholungszeit, mit dem Ziel, dass die Fitness steigt, so Predel.

Am besten wirke ein Maßnahmenmix: In einer Studie an 84.000 Frauen zeigte sich ein dramatischer Rückgang der Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 82 Prozent, wenn die Teilnehmerinnen vier von fünf Maßnahmen einhielten. Dazu gehörten: Nichtrauchen, Normalgewicht, der Verzehr von Omega-3-Fettsäuren, moderater Alkoholkonsum und eine regelmäßige körperliche Aktivität.

Bereits regelmäßiges Spazierengehen hat beeindruckende Wirkungen. In einer mehrjährigen Untersuchung an über 700 älteren Männern konnte nachgewiesen werden, dass ein täglicher Spaziergang von 3,2 Kilometern, das Sterblichkeitsrisiko um fast die Hälfte reduziert. Fünf Mal pro Woche 30 Minuten intensives Spazierengehen kombiniert mit fettarmer Ernährung wirkt bei Diabetikern sogar besser als eine pharmakologische Behandlung.

Gäbe es ein Medikament, das alle positiven Aspekte des Sports in sich vereinigt, dann wäre es vermutlich das Medikament des Jahrhunderts, meint Predel. Fettabsaugen übrigens helfe gar nichts - weder kosmetisch, noch in Bezug auf andere Krankheiten.

Gesa Maschkowski | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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