Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Individuelle Therapie statt kleinster und billigster Nenner

29.04.2008
DGK begrüßt europäische Leitlinie zum Management der arteriellen Hypertonie

"Es ist wohltuend zu lesen, dass im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns nach wie vor der individuelle Patient steht." So schreibt Prof. Dr. Heribert Schunkert aus Lübeck, federführender Autor eines Kommentars zur Leitlinie "Management der arteriellen Hypertonie".

Diese Leitlinie wurde von der European Society of Hypertension (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC) veröffentlicht, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) gab jetzt hierzu einen mehrseitigen Kommentar heraus, der diese Leitlinie ausdrücklich begrüßt.

In jüngster Vergangenheit gab es in der Öffentlichkeit zahlreiche gesundheitsökonomische Diskussionsbeiträge zur arteriellen Hypertonie, schließlich hat das Thema für große Teile unserer - hypertensiven - Gesellschaft sehr praktische Relevanz. Umso gespannter hatte man nun auf die europäische Leitlinie und den entsprechenden Kommentar der DGK als wissenschaftlich medizinischer Fachgesellschaft gewartet.

... mehr zu:
»DGK »Hypertonie

Die neue europäische Leitlinie führt im Detail auf, dass Herz-, Nieren-, Stoffwechsel- und zerebrovaskuläre Erkrankungen eine beträchtliche Patientenzahl betreffen, die bei gleichzeitiger Hypertonie eine sehr spezifische Abstimmung der diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen verlangen. "Dem kann man also nicht mit der Empfehlung einer einzigen Stoffklasse als Standardtherapie begegnen, wie sie beispielsweise in simplifizierter Weise vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) abgegeben wurde", stellt Schunkert klar.

"Die neue Leitlinie setzt vielmehr einen Kontrapunkt zu jeglichem Bemühen, die antihypertensive Therapie auf den kleinsten und somit billigsten Nenner zu bringen." Sie führe Listen von klinisch relevanten Befunden auf, die einen individuellen Zuschnitt der Behandlung verlangten. "Diese Schritte in Richtung individualisierter Medizin können als Brücke für die zu erhoffenden Fortschritte verstanden werden, die wir auf diesem Sektor in Zukunft erwarten", führt Schunkert weiter aus. "Mit dieser Sichtweise sind die Leitlinien sowohl Ärzten als auch Patienten näher gekommen, die gemeinsam bemüht sind, die optimale Behandlung in der jeweils gegebenen Situation zu finden."

Der deutsche Kommentar erwähnt auch den akademischen Streit um eine neue Grenzziehung der Hypertonie-Definition. "Für den Augenblick soll festgehalten werden, dass Antihypertensiva auch bei fehlendem Bluthochdruck indiziert sein können", fasst Schunkert zusammen. Im Zentrum müsse das kardiovaskuläre Gesamtrisiko stehen, was konkret bedeute, dass auch bei Blutdruckwerten zwischen 130 und 139 beziehungsweise 85 und 89 mmHG von Hochdruck gesprochen werden müsse, wenn ein Diabetes, eine etablierte kardiovaskuläre oder nierenbedingte Er-krankung vorläge. Schließlich senkt in dieser Konstellation - das zeigte eine Vielzahl von Studien - die Therapie mit Antihypertensiva das langfristige Risiko.

Den vollständigen Text des Kommentars zur ESC/ESH-Leitlinie zum Management der arteriellen Hypertonie finden Sie auf der Homepage der DGK www.dgk.org unter "Leitlinien".

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
Pressestelle
Prof. Dr. Eckart Fleck / Christiane Limberg
Achenbachstr. 43
40237 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 600 692 - 61
E-Mail: limberg@dgk.org
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit heute mehr als 6640 Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen und die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder. 1927 in Bad Nauheim gegründet, ist die DGK die älteste kardiologische Gesellschaft in Europa.

Christiane Limberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgk.org

Weitere Berichte zu: DGK Hypertonie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Zwischen Erregung und Hemmung
06.12.2019 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wenn der Rücken vom vielen Sitzen schmerzt
05.12.2019 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vulkan „F“ ist der Ursprung der schwimmenden Steine

09.12.2019 | Geowissenschaften

Magnetschwebetrennung in der Drogenfahndung - Analyse illegaler Substanzen in Pulver durch magnetische Levitation

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Luftverschmutzung: IASS legt erstes Emissionsinventar für Nepal vor

09.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics