Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Analysesystem entwickelt

29.04.2008
Wie sich Krankheiten über das Lymphsystem im Körper ausbreiten können und Erkrankungen des Lymphsystems entstehen, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschungstätigkeit. Einem Netzwerk von international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, darunter Prof. Dr. Jonathan Sleeman von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, ist jetzt ein wichtiger methodischer Durchbruch gelungen.

Die Forscher entwickelten ein Verfahren, mit dem Lymphgefäße unter Laborbedingungen (in vitro) kultiviert werden können. Ziel des unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union finanzierten Projekts unter Leitung von Prof. Dr. Agnes Noël von der Universität Lüttich (Belgien) ist es, die Bildung neuer Lymphgefäße, die so genannte Lymphangiogenese, besser zu verstehen.

So ermöglicht es das als "Lymphatischer Ringversuch" bezeichnete Verfahren erstmals, die verschiedenen Schritte der Lymphgefäßentwicklung - von der Entstehung neuer Lymphgefäße bis hin zur Differenzierung der unterschiedlicher Zelltypen zu einem Lymphgefäß - zu untersuchen. Auch können mit Hilfe dieses Kulturverfahrens Faktoren identifiziert werden, die die Neubildung von Lymphgefäßen regulieren. Die Arbeit wurde am 20. April 2008 in "Nature Methods" veröffentlicht (Françoise Bruyère et al., Modeling lymphangiogenesis in a three-dimensional culture system).

Hauptbestandteil des in vitro-Kulturverfahrens sind Fragmente eines Lymphgefäßes (Ductus thoracicus) der Maus. Eingebettet in einem Kollagen-Gel entwickeln sich diese unter geeigneten Bedingungen zu einem verzweigten (3D-) Lymphsystem, wie elektronenmikroskopische und immunologische Nachweismethoden belegen. "Ein computergestütztes Verfahren erlaubt uns darüber hinaus die Quantifizierung der neu gebildeten Lymphgefäße", sagt Prof. Dr. Jonathan Sleeman.

... mehr zu:
»Gen »Lymphgefäß »Lymphsystem

Durch das gezielte Ausschalten von Genen in so genannten Knock-out-Mäusen lassen sich solche Gene aufspüren, die für die Entwicklung von Lymphgefäßen eine wichtige Rolle spielen. Mit Hilfe des neu entwickelten Verfahrens isolierten und kultivierten die Wissenschaftler den Ductus thoracicus einer Maus, der das Gen für eine als MMP-2 bezeichnete Matrix-Metalloproteinase fehlt. Dabei stellten sie fest, dass die Lymphgefäßentwicklung dieser Maus beeinträchtigt ist, und identifizierten so MMP-2 als wichtigen Lymphangiogenese-Faktor.

Damit ermöglicht es das neue Verfahren zu überprüfen, wie und ob sich bestimmte genetische Defekte bei Mäusen auf die Entwicklung des Lymphgefäßsystems auswirken.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jonathan Sleeman
Centrum für Biomedizin und Medizintechnik Mannheim
Medizinische Fakultät Mannheim der
Universität Heidelberg
Tridomus-Gebäude Haus C
Ludolf-Krehl-Straße 13-17
68167 Mannheim
Telefon: 0621/383-9955
E-Mail: sleeman@medma.uni-heidelberg.de

Klaus Wingen | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum-mannheim.de
http://www.nature.com/nmeth/journal/vaop/ncurrent/suppinfo/nmeth.1205_S1.html

Weitere Berichte zu: Gen Lymphgefäß Lymphsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Forscher untersuchen Rolle der Zellmembran bei der Entstehung chronischer Krankheiten
10.12.2019 | Universität des Saarlandes

nachricht Wie erhöhte Blutfette Entzündungen auslösen und Nieren und Gefäße schädigen
10.12.2019 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Was Vogelgrippe in menschlichen Zellen behindert

10.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Schäden im Leichtbau erkennen durch Ultraschallsensoren

10.12.2019 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics