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Mit CSI-Methoden im Krankenhaus auf Spurensuche

23.04.2008
Niederländische Mediziner finden mit Luminol nicht sichtbare Blutspuren

Methoden aus der Kriminaltechnik haben sich niederländische Mediziner zu Nutze gemacht, um den Erregern von Krankenhausinfektionen auf die Spur zu kommen. Die Forscher vom Deventer Hospital haben die Chemikalie Luminol verwendet, die ursprünglich zu forensischen Untersuchungen von Kriminalisten dient.

Die Substanz reagiert mit mikroskopisch kleinen Mengen an Eisen und produziert einen bläulichen Schimmer. Da im Hämoglobin, einem Bestandteil des menschlichen Blutes, Eisen enthalten ist, lassen sich mithilfe von Luminol auch Blutspuren aufspüren, die schon längst ausgeblichen sind. Diese Eigenschaft haben die Mediziner genutzt, um verschiedene Oberflächen auf Blutreste zu untersuchen, die möglicherweise Krankheitskeime enthalten könnten.

Ausgangspunkt der Gruppe um Paul Bergervoet war es, herauszufinden, ob das Hepatitis-C-Virus in Krankenhäusern auch indirekt übertragen werden kann. Vor allem Räume, in denen täglich Blutwäschen durchgeführt werden, sahen die Mediziner als potenziell besonders gefährdet an und untersuchten das vermeintlich gründlich gereinigte Dialysezentrum der Klinik mit Luminol.

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Dabei fanden sie auf vielen Flächen tatsächlich Blutspuren. Sowohl Schranktüren, Telefone, Computertastaturen, Tische als auch Fußböden waren kontaminiert. Die Mediziner erwarten, dass diese Resultate auch in anderen Krankenhäusern nachvollzogen werden können.

Die Forscher haben vorgeschlagen, den Luminoltest mit in die Krankenhaushygiene und die Maßnahmen zur Infektionskontrolle einzubinden, "um die Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen zu überwachen und das Klinikpersonal auf die mögliche Kontamination der Krankenhausausstattung mit Blut aufmerksam zu machen", wie Bergervoet und seine Kollegen im Journal of Hospital Infection schreiben. Potenzielle Infektionsherde könnten so leichter ausgemacht und beseitigt werden.

Bis zu 100.000 Personen sterben laut Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) jährlich an den sogenannten nosokomialen Infektionen. Unter den ansteckenden Krankheiten würden die Krankenhausinfektionen noch vor der Influenza und dem HI-Virus die größte Bedrohung darstellen, erklärte die DGKH.

Dabei sei besonders beunruhigend, dass die Zahl der antibiotikaresistenten Krankheitserreger in den vergangenen Jahren stetig zugenommen habe. Neben den schwerwiegenden Folgen für die Patienten, würde zudem der entstehende wirtschaftliche Schaden in die Milliarden Euro gehen.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dz.nl
http://www.elsevier.com/locate/jhin
http://www.dgkh.de

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