Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Konkurrenz setzt Gesundheitswirtschaft im Innovationswettbewerb unter Druck

27.03.2008
Ruhrgebiet im bundesdeutschen Vergleich Spitzenreiter

Im internationalen Innovationswettbewerb gerät die deutsche Gesundheitswirtschaft zunehmend unter Druck: Bei klinischen Studien - wichtiger Indikator für Innovationen im medizinisch-technischen Fortschritt - ist die Bundesrepublik in Europa zwar nach wie vor Marktführer, muss sich aber dem harten internationalen Wettbewerb stellen.

Die Auswertung von rund 52.000 derartigen Studien, in denen neue Produkte und Verfahren vor ihrer Markteinführung über viele Jahre erprobt werden, zeigt, dass die meisten in den USA durchgeführt werden und das größte Wachstum in den asiatischen Ländern zu verzeichnen ist.

In den USA werden gut 30.000 klinische Studien durchgeführt, in Europa 11.000 und in der Bundesrepublik über 3.000. Allerdings haben Indien und China bei der Anzahl klinischer Studien die Bundesrepublik bereits überholt, wie Berechnungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen zeigen. Die Beteiligung an klinischen Studien ist nicht nur wirtschaftlich lukrativ, sondern bündelt Erkenntnisse und Erfahrungen im medizinisch technischen Fortschritt. Um daran beteiligt zu bleiben, muss die Gesundheitswirtschaft in der Bundesrepublik sich durch Kompetenz und Kooperation besonders um klinische Studien bemühen.

Spitzenreiter bei der Beteiligung an klinischen Studien in der Bundesrepublik ist das Ruhrgebiet, wo Stärken der klinischen Forschung in den Universitätskliniken mit hoher Nachfrage durch Patienten verbunden werden. Damit steht das Ruhrgebiet sowohl bei der Erprobung neuer Pharmaprodukte als auch bei Medizintechnik und Verfahrensinnovationen noch vor Berlin, München und Hamburg und ist auch für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft ein attraktiver Standort. Allerdings werden im internationalen Wettbewerb zum Beispiel von der renommierten Mayo Clinic in der amerikanischen Kleinstadt Rochester mehr klinische Studien durchgeführt als im gesamten Ruhrgebiet.

"Im internationalen Wettbewerb wird es darauf ankommen, die hohe Forschungskompetenz in der Bundesrepublik durch Kooperationen zu stärken, um die Durchführung der Studien zu beschleunigen und schneller das Stadium der Zulassung zu erreichen", rät der IAT-Gesundheitswirtschafts-Experte Stephan von Bandemer. Dazu bieten sich auch internationale Kooperationen insbesondere in den stark wachsenden asiatischen Märkten an, die eine Verbindung von Forschungskompetenz mit hoher Nachfrage ermöglichen. Dies erleichtert auch eine schnellere Markteinführung nach der Zulassung und trägt damit zur Refinanzierung der hohen Entwicklungskosten bei.

Die Gesundheitsregionen in der Bundesrepublik können sich dabei positionieren, wenn sie Forschungskompetenz mit Agglomerationsvorteilen und internationalen Kooperationspartnern verbinden. Damit werden neben den wissenschaftlich-technischen Kompetenzen zunehmend Kompetenzen im Innovationsmanagement gefragt, die im Verbund auf- und ausgebaut werden können. Eine Studie des Instituts Arbeit und Technik zeigt hierzu die unterschiedlichen Ausgangspositionen der Standorte in der Bundesrepublik und im internationalen Vergleich. Standortvorteile können demnach durch eine stärkere Internationalisierung der Innovationsorientierung auf- und ausgebaut werden.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Stephan von Bandemer, Durchwahl: 0209/1707-115, Mobil: 0171-3609543
E-Mail: bandemer@iat.eu
Institut Arbeit und Technik
der Fachhochschule Gelsenkirchen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iat.eu
info@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu

Weitere Berichte zu: Gesundheitswirtschaft Innovationswettbewerb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Intelligente Digitalisierungskonzepte - Fokus: Betriebliche Gesundheitsförderung
14.05.2019 | Profession Fit

nachricht Einer gefährlichen Augenentzündung auf der Spur
14.05.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wasserstoff – Energieträger der Zukunft?

Fraunhofer-Allianz Energie auf Berliner Energietagen

Im Pariser Klimaabkommen beschloss die Weltgemeinschaft, dass die weltweite Wirtschaft zwischen 2050 und 2100 treibhausgasneutral werden soll. Um die...

Im Focus: Quanten-Cloud-Computing mit Selbstcheck

Mit einem Quanten-Coprozessor in der Cloud stoßen Innsbrucker Physiker die Tür zur Simulation von bisher kaum lösbaren Fragestellungen in der Chemie, Materialforschung oder Hochenergiephysik weit auf. Die Forschungsgruppen um Rainer Blatt und Peter Zoller berichten in der Fachzeitschrift Nature, wie sie Phänomene der Teilchenphysik auf 20 Quantenbits simuliert haben und wie der Quantensimulator das Ergebnis erstmals selbständig überprüft hat.

Aktuell beschäftigen sich viele Wissenschaftler mit der Frage, wie die „Quantenüberlegenheit“ auf heute schon verfügbarer Hardware genutzt werden kann.

Im Focus: Self-repairing batteries

UTokyo engineers develop a way to create high-capacity long-life batteries

Engineers at the University of Tokyo continually pioneer new ways to improve battery technology. Professor Atsuo Yamada and his team recently developed a...

Im Focus: Quantum Cloud Computing with Self-Check

With a quantum coprocessor in the cloud, physicists from Innsbruck, Austria, open the door to the simulation of previously unsolvable problems in chemistry, materials research or high-energy physics. The research groups led by Rainer Blatt and Peter Zoller report in the journal Nature how they simulated particle physics phenomena on 20 quantum bits and how the quantum simulator self-verified the result for the first time.

Many scientists are currently working on investigating how quantum advantage can be exploited on hardware already available today. Three years ago, physicists...

Im Focus: Accelerating quantum technologies with materials processing at the atomic scale

'Quantum technologies' utilise the unique phenomena of quantum superposition and entanglement to encode and process information, with potentially profound benefits to a wide range of information technologies from communications to sensing and computing.

However a major challenge in developing these technologies is that the quantum phenomena are very fragile, and only a handful of physical systems have been...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

MS Wissenschaft startet Deutschlandtour mit Fraunhofer-KI an Bord

17.05.2019 | Veranstaltungen

Wie sicher ist autonomes Fahren?

16.05.2019 | Veranstaltungen

Chemie – das gemeinsame Element

16.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Studentische Modelle: 5G-Sendemasten aus Holz für ein ästhetisches und nachhaltiges Stadtbild

20.05.2019 | Architektur Bauwesen

Klimakiller Zement: Wie sich mit Industrieabfällen CO2-neutrale Alternativen herstellen lassen

20.05.2019 | Materialwissenschaften

Wasserstoff – Energieträger der Zukunft?

20.05.2019 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics