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Die vergessene Krankheit breitet sich wieder aus

26.03.2008
Internationales Symposium diskutiert bessere Diagnostik, Therapie und Impfstoffentwicklung

Tuberkulose zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten und breitet sich wieder weltweit aus. So sterben etwa 1,6 Millionen Menschen pro Jahr an der Infektion, rund 9 Millionen erkranken neu, berichtet die WHO.

Resistente Erreger werden zu einem wachsenden Problem. Auf dem internationalen Tuberkulosesymposium "I am stopping TB - Research as Basis for Efficient Tuberculosis Control" fordern Experten deshalb dringend gemeinsame Anstrengungen aller Akteure aus Regierungen, NGOs und Industrie.

Denn nur durch den konsequenten und flächendeckenden Einsatz von verbesserten Testverfahren und Entwicklung moderner Medikamente könne die Tuberkulose besiegt werden.

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Wiederholt weisen WHO und Robert-Koch-Institut auf die anhaltende Bedrohung durch Tuberkulose (TB) hin - vor allem die multiresistente Tuberkulose macht Sorgen. Ihre eben erschienenen Berichte verdeutlichen die wachsende Gefahr auf allen Erdteilen, besonders aber in der WHO-Euro-Region.

Wichtige Veranlassung also für ein eigens einberufenes Symposium, das internationale Tuberkulosesymposium "I am stopping TB - Research as Basis for Efficient Tuberculosis Control", das anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. und 25. März in Berlin stattfand. Zwei Tage lang haben Experten aus aller Welt auf Einladung des Koch-Metschnikow-Forums über Maßnahmen, Entwicklungen und Perspektiven zur Ausrottung der Tuberkulose diskutiert.

Die MDR-Erreger (multi drug resistant) lassen sich nur begrenzt mit Standardtherapien behandeln und erfordern ein Vielfaches des üblichen Aufwands. Diesen vermögen die Gesundheitssysteme der Dritten Welt und der Schwellenländer sowie Gesundheitssysteme im Umbau wie z.B. in Osteuropa und Zentralasien kaum zu leisten. Bei den noch widerstandsfähigeren XDR-Bakterien (extensively drug resistant) sind keine bekannten Mittel wirksam. Langfristig wird eine Impfung gegen TB angestrebt, doch Dr. Timo Ulrichs vom Koch-Metschnikow-Forum ist skeptisch: "Das ist noch ein weiter Weg."

Aber bereits bei der Diagnostik hapert es noch: Sie ist langwierig und die Qualität hängt stark von der Qualifikation des Personals und der Ausrüstung der Labors ab. Moderne Tests sind noch nicht flächendeckend verfügbar. Viele Patienten werden daher nicht rechtzeitig diagnostiziert oder falsch behandelt - woraus sich dann auch noch weitere resistente Erregerstämme entwickeln können.

Den Schlüssel zum Erfolg sehen die Experten in der Befähigung der Gesundheitssysteme, sicherere und schnellere Testmethoden einzusetzen, und in einer konsequenten Kooperation von staatlichen Gesundheitssystemen, NGOs und Industrie - besonders auch international, denn Infektionserreger machen vor Grenzen keinen Halt.

"Zukünftige Erfolge hängen wesentlich von der Kooperation aller Beteiligten ab. Internationale Organisationen können Know-How und Monitoring beisteuern, nationale und regionale Behörden sorgen für die nachhaltige Umsetzung bei der Diagnose und Behandlung der Menschen. Unternehmen wie Becton Dickinson machen es sich zur Aufgabe sichere und standardisierte Testsysteme vor Ort zu integrieren, und diese kontinuierlich mit Schulungs- und Sericeprogrammen zu unterstützen", so Dr. Detlef Storm, Referent von Becton Dickinson beim Symposium. Nur damit könne man die Ziele der "Berlin Declaration on Tuberculosis" erreichen, in denen sich die Mitgliedsstaaten der WHO-Euro-Region zu weitgehenden Anstrengungen für den Kampf gegen TB verpflichtet haben, so die Experten.

Das Koch-Metschnikow-Forum wurde von der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen" als "Ausgewählter Ort 2008" prämiert. Das renommierte Medizin-Forum ist damit einer der Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen".

Das Koch-Metschnikow-Forum erhält die Auszeichnung für offenen Dialog, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Know-how und Leidenschaft zum Fortschritt.

Bei Fragen informieren wir Sie gerne und stellen für Sie Kontakte zu Experten her. Gerne stellen wir Ihnen weitere Materialien zur Verfügung.

Sebastian Frölich
ipse Communication
Tel: +49 (0)30 288846-18
Fax: +49 (0)30 288846-47
Albrechtstraße 14B
D - 10117 Berlin
Germany
Email: s.froelich@ipse.de
Weitere Informationen:
http://www.kmforum.eu - Koch-Metschnikow-Forum im Internet
http://www.ipse.de/KMF - Hintergrundinformationen zu Tuberkulose und zur Veranstaltung des Koch-Metschnikow-Forums
http://www.euro.who.int - WHO-Euro-Region
http://www.stoptb.org - Stop.TB.Partnership
http://www.finddiagnostics.org - Public-Private Partnership
http://www.tballiance.org - Global Alliance for TB Drug Development

Sebastian Frölich | idw
Weitere Informationen:
http://www.kmforum.eu

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