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Kleine Patienten, sehr besorgte Eltern

13.06.2002


Das Heidelberger Teddybär-Krankenhaus nimmt Kindern die Angst vor dem Arztbesuch

Die Patienten sind meist klein und flauschig und ihre Eltern äußerst besorgt. Denn schließlich handelt es sich um die Lieblingsstofftiere und Puppen, die zur Untersuchung und Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Das Krankenhaus ist so ungewöhnlich wie seine Patienten, denn es besteht aus einem Zelt, das auf dem Heidelberger Universitätsplatz aufgeschlagen ist. Aber es gibt auch einen echten Krankenwagen, der besichtigt werden darf.

Bereits zum dritten Mal hat am 11. und 12. Juni 2002 das Teddybär-Krankenhaus die Heidelberger Kindergartenkinder eingeladen, mit großem Erfolg, denn, wie die Organisatorin Katharina Kleinschmidt berichtet, kamen insgesamt 370 Kinder. "Wenn sie die erste Scheu verloren haben, sind die Kinder sehr neugierig," berichtet die Medizinstudentin.

Wie kann man Kindern die Angst vor dem Arztbesuch nehmen? Am besten, indem man die Rollen tauscht und aus ängstlichen Kindern besorgte Eltern werden. Prof. Jochen Tröger, Kinderradiologe an der Heidelberger Universitätskinderklinik, hat die Schirmherrschaft für das 3. Heidelberger Teddybär-Krankenhaus gerne übernommen. Denn er weiß: "Untersuchungen und Behandlungen sind erfolgreich, wenn das Kind Vertrauen hat und mitarbeitet." Im Teddybär-Krankenhaus sieht er eine ideale Möglichkeit, spielerisch Ängste abzubauen und die Neugier der Kinder zu wecken.

Das Projekt kommt aus Skandinavien und fand seinen Weg über die Europäische Medizinstudenten Vereinigung und den Deutschen Famulantenaustausch nach Heidelberg, wo vor einigen Jahren das erste deutsche Teddybär-Krankenhaus seine Tore öffnete. Mittlerweile haben 12 Universitäten die Idee aufgegriffen und umgesetzt. Auch für die angehenden Heidelberger Ärzte ist ihr Einsatz als Teddy-Ärzte ein Gewinn: Etwa 20 Medizinstudenten, meist in klinischen Semestern, werden in einem Abend-Schnellkurs ausgebildet und lernen dadurch eine wichtige ärztliche Fähigkeit: einfühlsam mit Kindern umzugehen.

Die Kindergärten treffen ebenfalls Vorbereitungen: Mit den Kindern wird besprochen, an welchen Krankheiten ihre Lieblinge leiden. Die Krankengeschichte tragen sie dann dem Doktor vor, der ihnen zusätzliche Fragen stellt. Dann folgen Untersuchungen: Herz und Lunge werden abgehört, der Bauch abgetastet, Augenspiegel und Ohrentrichter eingesetzt. Manchmal ist es nötig, einen Verband anzulegen. Die Wartezeit der Kinder wird mit Mal- und Spielsachen verkürzt. Und wer sich für den Krankenwagen interessiert, kommt ebenfalls auf seine Kosten, denn dort wird anschaulich geschildert, wie ein Notfall-Einsatz abläuft: Wer will, kann sich auf der Trage transportieren lassen, Infusionsflaschen müssen gehalten werden und sogar Elektroden werden aufgeklebt, als ob ein EKG abgenommen würde.

Spaß hatten an der Aktion hatten alle Teilnehmer. Und schaden konnte es auch nicht, dass auf diese Weise der Arztberuf an Attraktivität gewinnt und sich bereits Kinder dafür interessieren. So wie der kleine Junge, der begeistert aus dem Zelt lief und rief: "Ich will später auch Arzt werden!"

Ansprechpartner: Katharina Kleinschmidt, E-Mail: kathakleinschmidt@planet-interkom.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.emsa-germany.org/projects/teddy.html

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