Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Wittener Institut stärkt Deutsches Demenzzentrum

14.03.2008
Ein Schwerpunkt ist der Wissenstransfer in den Alltag der Patientenversorgung / Uni-Präsident Priddat: Status als Partnerstandort bestätigt das besondere Profil der Fakultät für Medizin der Universität Witten/Herdecke

Langer Name, großer Erfolg: "Institut für Forschung und Transfer in der Pflege und Behandlung von Menschen mit Demenz" - so heißt das neue Institut, mit dem sich die Universität Witten/Herdecke an der Arbeit des zukünftigen Deutschen Demenzzentrums beteiligen wird.

Unter den insgesamt 23 Bewerbungen deutscher Universitäten mit Medizinischer Fakultät wurde Bonn als Kernzentrum ausgewählt und Witten/Herdecke als einer von sechs Partnerstandorten. Für den gesamten Verbund stellt das Bundesforschungsministerium 60 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Die Fakultät für Medizin der Universität Witten/Herdecke hat in ihrer Bewerbung eine jährliche Förderung von 1,8 Millionen Euro beantragt.

Der offizielle Titel der neuen nationalen Einrichtung mit Wittener Beteiligung lautet: "Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen"

(DZNE). Es soll unter dem Dach der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren herausragende wissenschaftliche Projekte besonders zu den Demenzerkrankungen bündeln. "Die Entscheidung für die Einbeziehung Wittens ist eine Bestätigung für das Profil unserer Medizinischen Fakultät mit ihrem relativ neuen Schwerpunkt Versorgungsforschung und ihrem Institut für Pflegewissenschaft, das sich in den elf Jahren seines Bestehens einen hervorragenden Ruf in Forschung und Lehre erarbeitet hat,", betont Prof. Dr. Birger Priddat, der Präsident der Universität Witten/Herdecke. "Gemeinsam mit dem jungen Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin und dem Dialogzentrum Demenz konnte unser Angebot zu dem Themenbereich überzeugen", so Priddat weiter.

Federführend bei der Wittener Antragsstellung waren der Lehrstuhl Epidemiologie-Pflegewissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik und das Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin unter der Leitung von Dr. Stefan Wilm. Das geplante Wittener "Institut für Forschung und Transfer in der Pflege und Behandlung von Menschen mit Demenz" soll rund 30 Mitarbeiter umfassen. Seine Schwerpunkte liegen in den drei Bereichen Versorgungsstrukturen, Versorgungsmaßnahmen sowie Wissenstransfer und -zirkulation.

Aufbauend auf bisherigen wegweisenden Projekten stehen folgende wissenschaftliche Fragestellungen im Mittelpunkt:

Welchen Beitrag leisten Versorgungsstrukturen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen?
Welche pflegerischen Maßnahmen führen zu einer besseren Lebensqualität?
Wie kann eine angemessene Medikamentenversorgung durch Hausärzte gewährleistet werden?
Wie können Pflegende und niedergelassene Ärzte im Sinne der Menschen mit Demenz effektiv zusammen arbeiten?
Wie gelangen die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Pflege und Behandlung am schnellsten zu den Patienten, ihren Angehörigen und den versorgenden Professionen?
Wie können die Erkenntnisse nachhaltig umgesetzt werden?
Wie können Probleme der Praxis in der Forschung aufgenommen und bestmöglich beantwortet werden?

In dem neuen Institut arbeiten Pflegewissenschaft und Humanmedizin interdisziplinär und multiprofessionell zusammen.

Zu den Unterstützern und finanziellen Förderern der Fakultät für Medizin speziell für ihre anerkannten Projekte in den Bereichen Versorgungsforschung und Demenz gehören schon bislang etwa das Bundesforschungsministerium für die Wissensvermittlung zur Demenz in der Allgemeinmedizin, das Bundesgesundheitsministerium für die Entwicklung von Empfehlungen zur Pflege von Menschen mit Demenz, das Bundesfamilienministerium für Methoden zur Erfassung von Pflegebedürftigkeit und das Land Nordrhein-Westfalen für das in Witten angesiedelte Dialogzentrum Demenz. Maßgeblicher Förderer und Initiator der Weiterentwicklung des Instituts für Pflegewissenschaft nach seiner Gründungsphase war in den Jahren 2004 bis 2006 die Stiftung Mercator mit Sitz in Essen, die sich u.a. für innovative Projekte im Hochschulbereich einsetzt.

Laut Bundesforschungsministerium leiden in Deutschland derzeit rund eine Million Menschen über 65 Jahren an den Folgen einer Demenz. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei rund 200.000 pro Jahr. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich diese Situation weiter verschärfen. Die pflegerische und ärztliche Versorgung dieser Menschen und ihrer Angehörigen stellt eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft dar.

Kontakt:
Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, 02302/926-147, sbartholo@uni-wh.de Dr. Stefan Wilm, 02302-926-743, Stefan.Wilm@uni-wh.de http://www.uni-wh.de/medizin/index.html

Bernd Frye | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de
http://www.uni-wh.de/medizin/index.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Rauchentwöhnung mit Virtual Reality
12.10.2018 | Universität Siegen

nachricht Forscher decken Ursachen der seltenen Schlafkrankheit Narkolepsie auf
12.10.2018 | Universität Witten/Herdecke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Im Focus: Storage & Transport of highly volatile Gases made safer & cheaper by the use of “Kinetic Trapping"

Augsburg chemists present a new technology for compressing, storing and transporting highly volatile gases in porous frameworks/New prospects for gas-powered vehicles

Storage of highly volatile gases has always been a major technological challenge, not least for use in the automotive sector, for, for example, methane or...

Im Focus: Materiezustände durch Licht verändern

Forscherinnen und Forscher der Universität Hamburg stören die kristalline Ordnung

Physikerinnen und Physikern der Universität Hamburg ist es gelungen, mithilfe von Laserpulsen die Ordnung von Quantenmaterie so zu stören, dass ein spezieller...

Im Focus: Disrupting crystalline order to restore superfluidity

When we put water in a freezer, water molecules crystallize and form ice. This change from one phase of matter to another is called a phase transition. While this transition, and countless others that occur in nature, typically takes place at the same fixed conditions, such as the freezing point, one can ask how it can be influenced in a controlled way.

We are all familiar with such control of the freezing transition, as it is an essential ingredient in the art of making a sorbet or a slushy. To make a cold...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neurowoche 2018: 7000 Experten für Gehirn und Nerven tagen in Berlin

15.10.2018 | Veranstaltungen

Berlin5GWeek: Private Industrienetze und temporäre 5G-Inseln

15.10.2018 | Veranstaltungen

PV Days in Halle zeigen neue Chancen für die Photovoltaik

11.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Guide: Neues Tool zur Auswahl von Datenbrillen und Anwendungen

15.10.2018 | Informationstechnologie

Neurowoche 2018: 7000 Experten für Gehirn und Nerven tagen in Berlin

15.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Grauer Star: Neues Verfahren bei der Katarakt-Operation

15.10.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics