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Ginkgo biloba bei Alzheimer Demenz: Vorbericht 2.0 publiziert

29.02.2008
Studien liefern nur schwache Hinweise auf Nutzen im Vergleich zu Placebo

Ob Patienten mit Alzheimer-Demenz von Medikamenten profitieren, die Ginkgo-biloba-Extrakt enthalten, bleibt eine ungeklärte Frage.

Derzeit verfügbare Studien liefern widersprüchliche Ergebnisse. Zu dieser vorläufigen Schlussfolgerung kommt der Vorbericht 2.0 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Mit seiner Veröffentlichung am 29. Februar 2008 beginnt eine Frist von vier Wochen, in der interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen abgeben können.

Laut Vorbericht liefern Studien zwar Hinweise, dass Demenz-Patienten, die mindestens 16 Wochen mit gingkohaltigen Präparaten behandelt wurden, die Aktivitäten des täglichen Lebens etwas besser bewältigen können und seltener unter einer begleitenden Depressionen leiden als Patienten, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten. Allerdings sind die Studienergebnisse sehr unterschiedlich, zum Teil sogar gegenläufig.

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Sie sind deshalb auch nicht hinreichend sicher interpretierbar und lassen keine generellen Aussagen zum Nutzen von Gingko biloba zu. Das betrifft insbesondere die Größe der möglichen Effekte des Wirkstoffs. Auch zu anderen, für Patienten oder Angehörige bedeutsamen Therapiezielen wie etwa Lebensqualität, unerwünschten Nebenwirkungen oder Betreuungsaufwand, liefern die Studien keine verlässlichen Angaben.

Nur wenige Studien verfügbar

Generell schätzt das IQWiG die Studienlage als unzureichend ein: Bei ihrer Recherche fanden die IQWiG-Wissenschaftler nur 6 Studien mit insgesamt 1384 Teilnehmern mit einer Alzheimer Demenz, die sie in die Nutzenbewertung einbeziehen konnten. Dabei waren die Studienpopulationen, d.h. die Zusammensetzung der einbezogenen Patienten, sehr verschieden. Die Wissenschaftler schließen nicht aus, dass dies ein Grund für die sehr heterogenen Ergebnisse sein könnte. In jedem Fall halten sie weitere Studien für notwendig. Diese sollten möglichst auf einzelne Subgruppen von Patienten ausgerichtet sein. Nur so ließe sich herausfinden, ob beispielsweise Patienten in einem bestimmten Alter oder mit einer bestimmten begleitenden Symptomatik von Gingko biloba profitieren könnten.

Der Vorbericht des IQWiG ist ein vorläufiges Teilergebnis eines umfassenden Auftrags des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Therapiemöglichkeiten für Patienten mit Alzheimer Demenz zu bewerten. Bereits im April 2007 ist ein Abschlussbericht zu Medikamenten der Wirkstoffgruppe der Cholinesterasehemmer erschienen. Ein weiterer Teilauftrag des IQWiG zum Thema Demenz befasst sich mit dem Wirkstoff Memantin. Schließlich bewertet das Institut auch nichtmedikamentöse Therapien.

Zum Ablauf der Berichtserstellung

Die erste Version des Berichtsplans war bereits Anfang September 2005 publiziert worden. Mitte Juni 2006 folgte ein Amendment und Anfang Januar 2007 der Vorbericht 1.0. Inzwischen, im Dezember 2006, änderte das Institut seine Abläufe dahingehend, dass Stellungnahmen zur berichtsspezifischen Methodik (Berichtsplan) und zu den vorläufigen Ergebnissen (Vorbericht) nicht gemeinsam, nach Publikation des Vorberichts, sondern jeweils getrennt eingeholt werden. So sieht es auch das zum 01.04.2007 in Kraft getretene GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz vor.

Um diesen veränderten Anforderungen gerecht zu werden, wurden in der mündlichen Erörterung Ende März 2007 zunächst nur unklare Aspekte zur berichtspezifischen Methodik aus den Stellungnahmen zum Vorbericht 1.0 besprochen. Im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens zum Vorbericht 1.0 war explizit zur Stellungnahme zur berichtspezifischen Methodik aufgerufen und diese Möglichkeit auch wahrgenommen worden. Die Ergebnisse der Anhörung mündeten in den Berichtsplan 2.0, der Anfang Oktober 2007 publiziert wurde, sowie in den Vorbericht 2.0, für dessen Ergebnisse nun ein von der Methodik getrenntes Stellungnahmeverfahren erfolgt.

Kommentare zu den im Vorbericht 2.0 aufgeführten Ergebnissen der Nutzenbewertung, die bis zum 01. April 2008 beim IQWiG eingehen, werden ebenfalls gesichtet und ausgewertet. Bleiben Fragen offen, können die Autoren zu einer mündlichen Erörterung eingeladen werden. Danach wird der Vorbericht überarbeitet und als Abschlussbericht an den Auftraggeber, den G-BA , weitergeleitet.

Dr. Anna-Sabine Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.iqwig.de

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