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Erstes Anti-HIV-Gel ist nicht effektiv

21.02.2008
Verjährte HIV/AIDS-Substanzen feiern Comeback

Carraguard, das erste Anti-HIV-Gel, kann eine Übertragung des HIV-Virus nicht verhindern. Zu diesem Ergebnis sind Forscher der University of Cape Town gekommen. Sie testeten die Wirkung des Präparats bei 6.202 Frauen in Südafrika.

Eine Testgruppe setzte das aus Seealgen gewonnene und im vaginalen Bereich verwendete Mikrobizid Carraguard ein, die andere Gruppe erhielt ein Placebo-Gel. Auch Kondome wurden unter den Testpersonen verteilt. Während des Durchlaufs mit dem Gel stießen die Forscher auf 134 Neuinfektionen in der Carraguard-Gruppe und auf 151 Neuinfektionen in der Placebo-Gruppe.

"Das Gel zeigte keine Wirkung", sagt Alana de Kock, Wissenschaftlerin an der University of Cape Town. Insgesamt gibt es fünf Anti-HIV-Gels, die zum klinischen Zweck eingesetzt werden. Einige mussten aus dem Umlauf genommen werden, da sie entweder wirkungslos waren oder andere Formen von Infektionen hervorriefen. Obwohl sich die Wirkung von Carraguard im Labor und bei Tierversuchen als erfolgreich herausstellte, zeigte sich dieser Effekt beim Menschen nicht.

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Die Forscher arbeiten trotz dieses Rückschlags an einem weiteren Präparat. Das Mittel MIV-150 enthält sowohl Carraguard als auch antiretrovirale Substanzen. Letztere dienen zur Behandlung einer Infektion mit HIV. Dieses Präparat zeigte sich zwar im oralen Gebrauch als wirkungslos, in Gelform könnte sich die Anti-HIV-Wirkung laut Angaben der Forscher aber bestätigen.

Ein Comeback im Kampf gegen HIV/AIDS könnte nach einer Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health allerdings die antiretrovirale Therapie HAART feiern. Die Proteasenhemmer-basierte HAART-Therapie wurde in den späten 1990er-Jahren von der NNRTI-basierten HAART-Therapie ersetzt und erlebt seit der Studienveröffentlichung der Johns Hopkins Schule einen neuen Aufschwung.

"Vor einigen Jahren erlangten die Proteasenhemmer einen schlechten Ruf. Man nahm an, dass die NNRTI-Therapien einfach besser sind", erklärt Studienautorin Elizabeth Golub von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health. Als aber die Folgen von drei NNRTI-Therapien (Leberschäden, Geburtsschäden) speziell bei Frauen aufgedeckt wurden, kamen die alten Therapiemethoden wieder in Mode.

"Die meisten antiretroviralen Substanzen beinhalten Giftstoffe, die für den einen schlechter, für den anderen besser verträglich sind", erklärt Golub. Ältere Studien zum Thema HIV-Therapien wurden größtenteils an Männern durchgeführt, während sich die Studie der Johns Hopkins Bloomberg School ausschließlich auf Frauen spezialisiert. "HIV verläuft bei Frauen nicht unbedingt gleich wie bei Männern", sagt Golub.

Sandra Haas | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uct.ac.za
http://www.jhsph.edu

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