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Gestörte Herzströme mit neuem Gerät früher erkennen

17.01.2008
1,4 Millionen Euro Förderung für Forschung zu biomagnetischer Herzdiagnostik am Uniklinikum Jena

Unser Körper sendet Signale: Menschliche Organe, vor allem das Herz und das Gehirn, erzeugen biomagnetische Felder, die sich sogar berührungslos messen lassen. Mit Hilfe dieser mit speziellen Biomagnetometern erfassten Signale aus dem Körperinneren lassen sich hochpräzise Informationen darüber gewinnen, ob beispielsweise das Herz gesund ist oder sich Erkrankungen anbahnen. Doch das Verfahren ist bisher so aufwändig und teuer, dass es nur an wenigen Zentren zu Forschungszwecken eingesetzt wird.

Dies zu ändern und die Biomagnetometrie als Diagnoseverfahren zu vereinfachen hat sich Dr. Georg Bison zur Aufgabe gemacht. Seit Oktober forscht der Physiker am Universitätsklinikum Jena (UKJ) an der Entwicklung eines neuen Gerätetyps zur Messung der biomagnetischen Herzsignale. Möglich wird dies durch die Förderung seiner neu am Biomagnetischen Zentrum der Klinik für Neurologie am UKJ etablierte Arbeitsgruppe, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,4 Millionen Euro unterstützt wird. Ziel des Projektes ist es, innerhalb der nächsten drei Jahre eine von Georg Bison mitentwickelte neue Technologie einsatzfähig zu machen.

"Unser Ziel ist es, in dieser Zeit den Prototypen für ein neuartiges Gerät für die biomagnetische Diagnose zu bauen", erklärt Dr. Georg Bison, der dafür aus der Schweiz nach Jena an eines der deutschlandweit größten biomagnetischen Zentren gewechselt ist. "Die dabei eingesetzte Technologie setzt auf neue, optische Sensoren zur Erfassung der biomagnetischen Ströme", führt Bison aus, der seit über acht Jahren an diesem Thema arbeitet. Die bisher in Biomagnetometern eingesetzten supraleitenden Messsensoren mussten ständig unter Einsatz von flüssigem Helium gekühlt werden. Das macht nicht nur das Verfahren sehr teuer, sondern auch die mit Kühlapparaturen ausgestatteten Geräte groß und sperrig. "Unsere Sensoren nutzen moderne Lasertechnologien und funktionieren bei Zimmertemperaturen", so Bison, "dadurch werden sie kleiner und praktischer, was auf lange Sicht dazu beitragen könnte, das Verfahren auch flächendeckend einsetzbar werden zu lassen."

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Das sei bisher schon aufgrund des hohen Heliumbedarfs nicht umsetzbar. Dem großen Aufwand - auch mit der neuen Technologie brauchen die Gräte eine spezielle Abschirmkammer, um Störungen durch andere Magnetfelder auszuschließen - steht der hohe Nutzen des Magnetokardiographie (MKG) genannten Verfahrens entgegen. "Herzkreislauferkrankungen sind so häufig und richten so viel Schaden an, dass sich eine verbesserte Früherkennung durch den Einsatz des MKG auf alle Fälle rechnen würde", ist Georg Bison überzeugt. Denn gegenüber dem per aufgeklebter Elektroden abgeleiteten EKG (Elektrokardiogram), das ebenfalls die Ströme im Herzen misst, liefert die berührungslose biomagnetische Messmethode klarere Bilder und oft genauere Diagnosen. Diesen Vorteil künftig auch außerhalb der wissenschaftlichen Labore den Patienten zukommen zu lassen wird in den nächsten 36 Monaten die Aufgabe der neuen Forschergruppe am UKJ sein.

Ansprechpartner:
Dr. Georg Bison
Biomagnetisches Zentrum, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/9325788
E-Mail: Georg.Bison[at]med.uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de

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