Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erforschung eines Medikaments gegen bösartige Hirntumore

20.12.2007
Neues deutsch-französisches Kooperationsprojekt in der Krebsforschung

Wissenschaftler aus Ulm und Paris kooperieren in der Entwicklung neuer Krebsmedikamente und in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, den Naturstoff Betulinsäure, der aus der Birkenrinde gewonnen wird, als Krebsmedikament gegen bösartige Gehirntumore weiter zu entwickeln. Zuvor hatten die Wissenschaftler entdeckt, dass Betulinsäure den programmierten Zelltod (Apoptose) in Krebszellen auslöst. "Nur mit vereinten Kräften führt die Suche nach einem neuen Mittel gegen Krebs zum Erfolg", erklärt die Koordinatorin des Verbundprojekts, Frau Prof. Dr. Simone Fulda von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Ulm (Ärztlicher Direktor: Prof. Klaus-Michael Debatin). So bringe das deutsche bzw. das französische Forscherteam jeweils seine Stärken ein, die für erfolgreiche Antworten auf übergreifende Fragestellungen erst miteinander kombiniert werden müssten.

In einem auf zwei Jahre angelegten Kooperationsprojekt arbeitet ihr Team deshalb mit Prof. Dr. Guido Kroemer vom Krebsforschungsinstitut Gustave Roussy in Villejuif bei Paris zusammen. "Bei der Suche nach innovativen Problemlösungen in der Forschung haben nationale Grenzen keinen Platz. Dies muss jungen Forschern schon in der Ausbildung vermittelt werden", erklärt Professorin Fulda mit Verweis auf die Vorteile, die sich aus internationalen Kooperationen in der Forschung ergeben. Gerade in ihrem Forschungsgebiet seien Fortschritte dringend nötig, denn "Patienten mit bösartigen Hirntumoren, wie beispielsweise den besonders häufigen Glioblastomen, haben trotz intensiver Bemühungen weiterhin schlechte Überlebenschancen", so Fulda.

Das Projekt hat sich bei der Ausschreibung des "Joint Transnational Programme on Cancer" erfolgreich behauptet, einer Kooperation des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) mit dem französischen "Institut National du Cancer" (INCa). Beide Organisationen wollen damit die langfristige Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern aus Deutschland und Frankreich sowie die Ausbildung zukünftiger Generationen von Krebsforschern fördern. Im Rahmen des Projektes soll die deutsch-französische Forschungskooperation durch Gastaufenthalte an den beteiligten Institutionen ausgebaut werden. Weiter werden Nachwuchswissenschaftler in der Krebsforschung ausgebildet.

Die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten gerade für Tumorerkrankungen, die resistent gegenüber herkömmlicher Therapie sind, ist Schwerpunkt der Forschungsarbeiten von Prof. Fulda und Prof. Debatin im Forschungslabor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Petra Schultze
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500.43.043
Fax: +49 - (0)731 - 500.43.026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de/kinderheilkunde - Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin
http://www.uniklinik-ulm.de/uploads/media/Betulinsaeure_im_Modell_-_UK_Ulm_Marschall.jpg - Darstellung Modell Betulinsäure
http://www.igr.fr - Institut Gustave Roussy, Villejuif
http://www.daad.de - Deutscher Akademischer Austauschdienst
http://www.e-cancer.fr - Institut National du Cancer, Paris

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de

Weitere Berichte zu: Hirntumor Kooperationsprojekt Krebsforschung Krebsmedikament

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Differenzierte Bildgebung für bessere Diagnosen bei Brustkrebs
21.01.2020 | Universität Zürich

nachricht Gendefekt bei Zellbaustein Aktin sorgt für massive Entwicklungsstörungen
20.01.2020 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnellster hochpräziser 3D-Drucker

3D-Drucker, die im Millimeterbereich und größer drucken, finden derzeit Eingang in die unterschiedlichsten industriellen Produktionsprozesse. Viele Anwendungen benötigen jedoch einen präzisen Druck im Mikrometermaßstab und eine deutlich höhere Druckgeschwindigkeit. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben ein System entwickelt, mit dem sich in bisher noch nicht erreichter Geschwindigkeit hochpräzise, zentimetergroße Objekte mit submikrometergroßen Details drucken lassen. Dieses System präsentieren sie in einem Sonderband der Zeitschrift Advanced Functional Materials. (DOI: 10.1002/adfm.201907795).

Um nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Zuverlässigkeit ihres Aufbaus zu demonstrieren, haben die Forscherinnen und Forscher eine 60 Kubikmillimeter...

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lichtgetriebene Nanomotoren - Erfolgreich gekoppelt

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Warum Gesunde für Kranke so wichtig sind! – Vergleichsstudie geht Fibromyalgie-Syndrom auf den Grund

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Kiss and Run: Wie Zellen ihre Bestandteile trennen und recyceln

28.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics