Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Alzheimer-Demenz zuvorkommen

05.09.2012
Alzheimer-Demenz schon viele Jahre vor Ausbruch nachweisen – das ist das Forschungsziel des EU-Projekts „BiomarkAPD“. Denn eine Früherkennung erhöht die Chance, den Verlauf der Krankheit zu verzögern.
Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erhielten nun eine Förderung von 221.000 Euro für die Forschung zu neuen frühdiagnostischen Methoden. Zugleich koordinieren sie ein wichtiges Teilprojekt von BiomarkAPD, das sich der Entwicklung von standardisierten Qualitätskontrollproben widmet.

Derzeit sind rund 34 Millionen Menschen weltweit an Alzheimer-Demenz erkrankt, wobei die Zahl der Neuerkrankungen sich voraussichtlich in den nächsten 40 Jahren verdreifachen wird. Zwar ist die Krankheit nicht heilbar, der Ausbruch kann jedoch verzögert und ihr Verlauf verlangsamt werden. Daher besteht im klinischen Bereich ein hoher Bedarf für eine möglichst frühzeitige Diagnose – üblicherweise werden dazu sogenannte Biomarker aus dem Nervenwasser (Liquor) verwendet. Diese spezifischen Proteinstrukturen können Auskunft darüber geben, ob es bereits typische neurochemische Veränderungen im Gehirn gibt, die schon viele Jahre vor dem Ausbruch einer Alzheimer-Demenz nachweisbar sind.

Die Frühdiagnostik im Bereich der Neurochemischen Demenzdiagnostik weiter zu verbessern und zusätzlich zu den bisher bekannten Biomarkern weitere Marker zu finden, das ist das Ziel der europäischen Forschungskooperation „BiomarkAPD“. Die Arbeitsgruppe „Clinical Neurochemistry and Neurochemical Dementia Diagnostics“ um Prof. Piotr Lewczuk nimmt in dem Projekt – das von der Karolinska University Stockholm koordiniert wird – eine wichtige Rolle ein.

Die Erlanger Wissenschaftler erhielten beim Auftakttreffen in Schweden nicht nur eine Förderung von 221.000 Euro für die Forschung zu neuen frühdiagnostischen Methoden, sondern koordinieren zugleich das Teilprojekt „Reference Material“, das den Fokus auf die Entwicklung von standardisierten Qualitätskontrollproben legt. Durch diese soll zukünftig auch auf internationaler Ebene die Zusammenarbeit der verschiedenen Labore im Bereich der Neurochemischen Demenzdiagnostik verbessert werden.

Die Teilnahme an BiomarkAPD bedeutet für den Standort Erlangen eine weitere internationale Stärkung im Bereich Demenzdiagnostik. Schon jetzt ist das Labor für Klinische Neurochemie und Neurochemische Demenzdiagnostik der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik bundesweit das führende Zentrum für Neurochemische Demenzdiagnostik. Dies spiegelt sich auch im jüngsten Klinik-Ranking des Magazins Focus (Ausgabe 22 vom 26.05.2012) wieder, in dem die Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen auf Platz 3 der in Deutschland führenden Kliniken im Behandlungsbereich „Demenz“ gewählt wurde. Das Speziallabor bietet dem gesamten Universitätsklinikum Erlangen und externen Kunden Liquordiagnostik, Drogen- und Medikamentenscreening sowie Neurochemische Demenzdiagnostik (NDD) an.

Ansprechpartner für die Medien:

Prof. Dr. med. Piotr Lewczuk
Tel.: 09131/85-34324
Piotr.Lewczuk@uk-erlangen.de

Blandina Mangelkramer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Neue Erkenntnisse zur Schlaganfall-Rehabilitation: Entspannung besser als Laufbandtraining?
19.09.2019 | Universität Greifswald

nachricht Forscher entwickeln "Landkarte" für Krebswachstum
19.09.2019 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 'Nanochains' could increase battery capacity, cut charging time

How long the battery of your phone or computer lasts depends on how many lithium ions can be stored in the battery's negative electrode material. If the battery runs out of these ions, it can't generate an electrical current to run a device and ultimately fails.

Materials with a higher lithium ion storage capacity are either too heavy or the wrong shape to replace graphite, the electrode material currently used in...

Im Focus: Nervenzellen feuern Hirntumorzellen zum Wachstum an

Heidelberger Wissenschaftler und Ärzte beschreiben aktuell im Fachjournal „Nature“, wie Nervenzellen des Gehirns mit aggressiven Glioblastomen in Verbindung treten und so das Tumorwachstum fördern / Mechanismus der Tumor-Aktivierung liefert Ansatzpunkte für klinische Studien

Nervenzellen geben ihre Signale über Synapsen – feine Zellausläufer mit Kontaktknöpfchen, die der nächsten Nervenzelle aufliegen – untereinander weiter....

Im Focus: Stevens team closes in on 'holy grail' of room temperature quantum computing chips

Photons interact on chip-based system with unprecedented efficiency

To process information, photons must interact. However, these tiny packets of light want nothing to do with each other, each passing by without altering the...

Im Focus: Happy hour für die zeitaufgelöste Kristallographie

Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD), der Universität Hamburg und dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL) hat eine neue Methode entwickelt, um Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Sie macht es bedeutend einfacher, enzymatische Reaktionen auszulösen, da hierzu ein Cocktail aus kleinen Flüssigkeitsmengen und Proteinkristallen angewandt wird. Ab dem Zeitpunkt des Mischens werden die Proteinstrukturen in definierten Abständen bestimmt. Mit der dadurch entstehenden Zeitraffersequenz können nun die Bewegungen der biologischen Moleküle abgebildet werden.

Die Funktionen von Biomolekülen werden nicht nur durch ihre molekularen Strukturen, sondern auch durch deren Veränderungen bestimmt. Mittels der...

Im Focus: Happy hour for time-resolved crystallography

Researchers from the Department of Atomically Resolved Dynamics of the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter (MPSD) at the Center for Free-Electron Laser Science in Hamburg, the University of Hamburg and the European Molecular Biology Laboratory (EMBL) outstation in the city have developed a new method to watch biomolecules at work. This method dramatically simplifies starting enzymatic reactions by mixing a cocktail of small amounts of liquids with protein crystals. Determination of the protein structures at different times after mixing can be assembled into a time-lapse sequence that shows the molecular foundations of biology.

The functions of biomolecules are determined by their motions and structural changes. Yet it is a formidable challenge to understand these dynamic motions.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

92. Neurologie-Kongress: Mehr als 6500 Neurologen in Stuttgart erwartet

20.09.2019 | Veranstaltungen

Frische Ideen zur Mobilität von morgen

20.09.2019 | Veranstaltungen

Thermodynamik – Energien der Zukunft

19.09.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ferroelektrizität verbessert Perowskit-Solarzellen

20.09.2019 | Energie und Elektrotechnik

HD-Mikroskopie in Millisekunden

20.09.2019 | Biowissenschaften Chemie

Kinobilder aus lebenden Zellen: Forscherteam aus Jena und Bielefeld 
verbessert superauflösende Mikroskopie

20.09.2019 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics