Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ärzte implantieren weltweit erstmals speziellen Kehlkopfschrittmacher

19.11.2012
Neue Chance in der Behandlung beidseitiger Stimmlippenlähmungen

Vor kurzem wurde zum ersten Mal einer Patientin mit beidseitiger Stimmlippenlähmung von HNO-Ärzten des SRH Wald-Klinikums Gera ein neuartiger Kehlkopfschrittmacher implantiert. Entwickelt wurde der Schrittmacher in Kooperation der Klinik Gera mit den Universitätskliniken Innsbruck und Würzburg sowie MED-EL Medical Electronics, führender Anbieter von Hörimplantatsystemen.

In der laufenden Pilotstudie unterziehen die Ärzte die Entwicklung nun eingehenden Tests. Das Entwicklungsteam geht davon aus, dass Patienten mit beidseitiger Stimmlippenlähmung durch die neue Therapiemethode zukünftig besser geholfen werden kann.

Die in Gera operierte 51-jährige Patientin hatte nach einer Schilddrüsen-Operation 16 Jahre lang unter einer beidseitigen Stimmlippenlähmung gelitten. "Betroffene sind mit schweren Atemnotzuständen bei jeglicher körperlichen Anstrengung und bei Infekten konfrontiert. Die Stimme ist schwach und auch im Schlaf leiden die Patienten an Atembeschwerden, die Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit des Patienten am Tage haben.", erklärt PD Dr.

Andreas Müller, HNO-Chefarzt am SRH-Klinikum Gera und Leiter der Pilotstudie "Laryngeal Pacemaker".

Die Erkrankung bedeute deshalb häufig die Berufsunfähigkeit, schlimmstenfalls sogar einen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Die erste Kontrolle nach dem Einsetzen des Implantats sei sehr zufriedenstellend verlaufen, so Dr.

Müller. Bei der Patientin sei eine reizfreie Einheilung des Implantates und eine gute Öffnung der implantierten Kehlkopfseite zu beobachten, die Stimme und das Schlucken seien völlig unbeeinträchtigt.

Beidseitige Stimmlippenlähmungen sind in der Regel Folge von operativen Eingriffen an Schilddrüse, Herz oder Wirbelsäule. In seltenen Fällen sind Tumore, neurologische Erkrankungen oder Unfälle die Ursache. In Deutschland und Österreich erleiden pro Jahr etwa 1000 Personen eine beidseitige Stimmlippenlähmung. Bisherige Behandlungsmöglichkeiten wie Luftröhrenschnitt oder eine Entfernung von Teilen der Stimmlippen mit dem Laser schränken die Lebensqualität oft deutlich ein. Der neu entwickelte Kehlkopfschrittmacher stimuliert hingegen gezielt die Nerven des Öffnermuskels innerhalb des Kehlkopfes. Die durch elektrische Impulse hervorgerufene Stimulation bewirkt schließlich eine Stimmlippenöffnung. In der von den zuständigen Behörden genehmigten Pilotstudie überprüfen die Mediziner nun, ob das Projekt den Anforderungen der betroffenen Patienten gerecht wird und sicher ist.

Das SRH Wald-Klinikum Gera gehört der SRH Holding an, einem führenden privaten Anbieter von Gesundheits- und Bildungsdienstleistungen. In 56 Standorten deutschlandweit sind 8250 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Gesundheitsbereich gehören sechs Akut- und drei Reha-Kliniken.

Pressekontakt:
Katrin Wiesner
Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
SRH Wald-Klinikum Gera
Straße des Friedens 122
07548 Gera
E-Mail: katrin.wiesner@wkg.srh.de
Telefon: 0365 82-88108
Telefax: 0365 82-88195
Internet: http://www.srh.de
www.perspektiven-magazin.de

Katrin Wiesner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.srh.de
http://www.perspektiven-magazin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Jenaer Sepsisexperten erforschen im EU-Verbund personalisierte Immuntherapie bei Sepsis
11.02.2020 | Universitätsklinikum Jena

nachricht Maßgeschneiderte Immuntherapie bei Sepsis
10.02.2020 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Im Focus: Charakterisierung von thermischen Schnittstellen für modulare Satelliten

Das Fraunhofer IFAM in Dresden hat ein neues Projekt zur thermischen Charakterisierung von Kupfer/CNT basierten Scheiben für den Einsatz in thermalen Schnittstellen von modularen Satelliten gestartet. Gefördert wird das Projekt „ThermTEST“ für 18 Monate vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Zwischen den Einzelmodulen von modularen Satelliten werden zur Kopplung eine Vielzahl von Schnittstellen benötigt, die nach ihrer Funktion eingeteilt werden...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Supercomputer „Hawk“ eingeweiht: Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart erhält neuen Supercomputer

19.02.2020 | Informationstechnologie

Soziale Netzwerke geben Aufschluss über Dates von Blaumeisen

19.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics