Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Über 100 junge Leute ließen sich bereits im Früherkennungszentrum für psychische Störungen checken

12.04.2011
Über 100 zumeist junge Erwachsene haben sich zwischen Mai 2009 und Dezember 2010 an das Früherkennungszentrum für psychische Störungen der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gewandt.

Bei einem Viertel der jungen Leute konnten die Mitarbeiter des Zentrums Entwarnung geben – in den Untersuchungen fanden sie keine Hinweise auf eine seelische Erkrankung. Einem weiteren Viertel der Ratsuchenden empfahlen die Experten des Zentrums eine weitergehende Betreuung, um einem Krankheitsausbruch vorzubeugen: Bei ihnen hatten die Mitarbeiter des Zentrums Risikofaktoren für solche Leiden erkannt.

Lediglich bei der Hälfte der insgesamt 100 vorgestellten jungen Erwachsenen erhärtete sich der Verdacht auf eine psychische Erkrankung. Das unter dem Namen „DD früh dran“ auftretende Früherkennungszentrum stellt diese und weitere Daten ihrer Tätigkeit am 13. April im Rahmen eines Frühjahrs-Symposiums vor. In weiteren Vorträgen informieren die Experten des Uniklinikums niedergelassene Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter, Lehrer, Betroffene sowie Interessierte über die bei Heranwachsenden und jungen Erwachsenen häufigsten Erkrankungen der Psyche und erläutern ein neues Therapiekonzept gegen Schlafstörungen, die zunehmend als Risikofaktor psychischer Erkrankungen wie beispielsweise der Depression gelten.

Die Ergebnisse aktueller wissenschaftlicher Studien lassen die Schlaflosigkeit in einem neuen Licht erscheinen: Galten massive Probleme beim Ein- oder Durchschlafen bisher als Folge von Depressionen oder anderer seelischer Krankheiten, werden diese Probleme heute als deren Vorboten interpretiert. Denn Menschen, die Schwierigkeiten mit ihrer Nachtruhe haben, werden eher psychisch krank als andere. Auch leiden sie länger unter Depressionen, wenn sie von Schlafstörungen betroffen sind. Um hier frühzeitig – also vor dem Auftreten einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung – gegenzusteuern, haben die Experten des Früherkennungszentrums ein neues Behandlungskonzept entwickelt und ihm mit „RaTs faz“ einen eingängigen Namen verpasst. Dahinter steckt der Name „Raus aus dem Teufelskreis – Therapiemanual für akute und zeitlich überdauernde Schlafstörungen“. Zu dem Programm gehören eine gezielte Diagnostik und sehr variable Therapie, die von ambulant wie stationär behandelten Patienten wahrgenommen werden kann. Das Angebot der regelmäßigen Sitzungen mit maximal sechs Teilnehmern ist als Zirkelprogramm angelegt. Jeder von Schlafstörungen Betroffene kommt so lange, bis er sein Problem in den Griff bekommen hat. Auch der Einstieg ist jederzeit möglich. In den Therapiesitzungen vermitteln die Experten Wissen über das Schlafen und die Bewältigung der damit zusammenhängenden Probleme, dessen Umsetzung dann in der Gruppe besprochen und zu Hause geübt wird.

Das Dresdner Früherkennungszentrum wurde gegründet, um Menschen mit psychischen Störungen unbürokratisch und niederschwellig zu helfen. „Für viele Betroffene ist die Scheu vor einem Nervenarzt oder gar einer psychiatrischen Klinik so groß, dass sie erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium professionelle Hilfe suchen“, sagt Dr. Karolina Leopold, Leiterin von „dd früh dran“. Außerdem ist die Diagnose einer psychischen Krankheit im Frühstadium oft schwierig und erfordert Spezialwissen und besondere Untersuchungsmethoden. Deshalb arbeiten im Dresdner Früherkennungszentrum speziell geschulte Psychiater, Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen und Sozialarbeiter Hand in Hand. Betroffene, Familienangehörige oder auch Bekannte können sich unter www.ddfruehdran.de im Internet informieren und per E-Mail oder telefonisch einen Termin im Zentrum vereinbaren.

Terminhinweis zum Frühjahrs-Symposium
Das Früherkennungszentrum für psychische Störungen der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie lädt niedergelassene Ärzte, Therapeuten, Sozialarbeiter, Lehrer, Betroffene sowie Interessierte herzlich ein zum Frühjahrssymposium am
Mittwoch, dem 13. April, um 16 Uhr
im Hörsaal des Universitäts Kinder-Frauenzentrum (Haus 21)
Eingang über die Pfotenhauerstraße, 01307 Dresden.
Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Prof. Dr. med. Andrea Pfennig, Dr. med. Karolina Leopold
Tel. 0351 458 12033 (ausschließlich für Journalistenanfragen)
E-Mail: karolina.leopold@uniklinikum-dresden.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-dresden.de
http://psychiatrie.uniklinikum-dresden.de
http://www.ddfruehdran.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eröffnung des neuen Produktionsgebäudes bei Heraeus Medical in Wehrheim

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Universum Studie: Internationalität und Praxisbezug sind Erfolgsfaktoren der ISM

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics