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Ursache für Blasen, Gammel und Rost: Wasserdampfdurchlässigkeit von Lacken, Kleb- und Dichtstoff

27.06.2016

Wissenschaftler von INNOVENT entwickeln Messzelle, die nach 10 min Messzeit das Barriereverhalten von Beschichtungen insbesondere Lacken oder die Sperrwirkung von Kleb- und Dichtstoffen bestimmen kann. Die Kennwerte erleichtern die Materialauswahl und können zu mehr Produktsicherheit beitragen.

Kunststoffe ersetzen zunehmend klassische Metalle und wo früher noch geschraubt und genietet wurde, hält heute eine Klebung die Bauteile zusammen. Lösemittelbasierende Lacke werden durch wässrige Formulierungen oder High Soldis ersetzt.


Schematische Darstellung der Blasenbildung

Innovent e.V.


Ungeeigneter Schutzlack

INNOVENT e.V.

Die Bauteile und Baugruppen müssen über lange Zeiträume auch unter widrigsten Bedingungen einwandfrei funktionieren. Dies erfordert gute Kenntnisse über die Wasserdampfdurchlässigkeit von Lacken, Kleb- und Dichtstoffen, die in den Bereichen Automobil, Elektrotechnik, Optik und Sensorik eingesetzt werden.

Oft beeinflussen Wasser, Wasserdampf und korrosiv wirkende Ionen wie beispielsweise Chlorid und Sulfat die Funktionalität von Bauteilen negativ. Doch erst wenn die korrosionsauslösenden Medien das Substrat erreichen, können sie ihre zerstörerische Wirkung entfalten.

Mit der bei INNOVENT entwickelten Messzelle können solche Stofftransportvorgänge jetzt innerhalb von 10 min Messezeit untersucht werden, mit alternativen Verfahren dauern vergleichbare Messungen bis zu 42 Tage. Für die Wasserdampfdurchlässigkeit und Ionenpermeation kann die gleiche Messzelle verwendet werden. Sie ist universell in verschiedene Messsysteme integrierbar.

Die Kombination der Untersuchung dieser beiden Stofftransportvorgänge eröffnet sowohl neue Wege in der Frühschadenserkennung als auch bei der Korrosionsprüfung.

Die Industrieforschungseinrichtung INNOVENT e.V. analysiert und löst anspruchsvolle Herausforderungen seit über 20 Jahren in den Bereichen Oberflächentechnik, Magnetisch-Optische Systeme und Biomaterialen.

Das Jenaer Institut beschäftigt etwa 150 Mitarbeiter, leitet verschiedene Netzwerke und führt bundesweit Fachtagungen durch. INNOVENT ist Gründungsmitglied der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse.

Kontakt: Dr. Katrin Pawlik, kp@innovent-jena.de

Andrea Gerlach | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.innovent-jena.de

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