Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schrauben mit Köpfchen

10.01.2017

Weiteres Transferprojekt des Sonderforschungsbereiches "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile” geht an den Start

Er zählt zu den größten Forschungsprojekten an der Technischen Universität Chemnitz: der Sonderforschungsbereich 692 "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile" (HALS), der seit 2005 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit etwa 30 Millionen Euro gefördert wird.


Dr. Kristin Hockauf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik der TU Chemnitz, misst mit einem Tastschnittgerät die Oberflächenrauheit einer hochfesten Aluminiumschraube. Foto: Wolfgang Schmidt

Zu den besonderen Leistungen des SFBs zählt die Erforschung ultrafeinkörniger Gefüge, die bei massiver plastischer Verformung von Leichtmetallen entstehen und besonders interessante mechanische Eigenschaften wie hohe Festigkeit bei gleichzeitig guter Verformbarkeit aufweisen.

Diese Werkstoffe sind gerade auch vor dem Hintergrund solcher Megathemen wie der Energiewende von großem praktischen Wert. Die Chemnitzer Grundlagenforschung stieß auf großes Interesse in der Fachwelt, zum Beispiel in den Werkstoffwissenschaften. 

Damit die Forschungsergebnisse möglichst schnell den Weg in die Praxis finden, fördert die DFG sogenannte Transferprojekte. Beim Chemnitzer SFB 692 geht nun bereits das siebente derartige Projekt an den Start. In den kommenden Jahren steht dabei die Integration effektiver Wärmebehandlungsstrategien in den Herstellungsprozess hochfester Aluminiumschrauben im Mittelpunkt.

„Wir nutzen für die Optimierung des Schraubenherstellungsprozesses Erkenntnisse, die wir im Laufe der vergangenen zwölf Jahre durch die Umformung und Wärmebehandlung ultrafeinkörniger Aluminiumlegierungen gewonnen haben“, berichtet Projektleiter Prof. Dr. Thomas Lampke. „Die im Rahmen der Forschung entwickelte Methode des Precipitation Engineering soll nun in eine Prozesskette der Industrie übertragen werden“, ergänzt Dr. Kristin Hockauf, die zur Doppelspitze des Projektes gehört. Ziel sei es dabei, die positiven Effekte einer verkürzten Wärmebehandlungsdauer und einer gesteigerten Festigkeit in ei  ner neuartigen Prozesskette nutzbar zu machen.

Zusammen mit dem Praxispartner EJOT GmbH & Co. KG, Bad Berleburg, wird die veränderte Ausscheidungskinetik der Aluminiumwerkstoffe nach einer inhomogenen und mit Richtungswechseln behafteten Umformung in Modell- und Prozesskettenversuchen erforscht. PD Dr. Ralph Hellmig, Leiter Forschung und Entwicklung im Bereich Schrauben bei EJOT, freut sich auf die weitere enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik der TU Chemnitz:

„Besonders wertvoll für unser Unternehmen und die Branche ist, dass die Chemnitzer Forscher auf viele Jahre grundlagenorientierte und anwendungsbezogene Forschung auf dem Gebiet der Umformung und Wärmebehandlung von Aluminiumlegierungen zurückblicken.“ Von Vorteil sei es, dass die durch das „Precipitation Engineering“ angestrebten Eigenschafts- und Effizienzverbesserungen bereits wissenschaftlich bewiesen wurden. Bei der EJOT GmbH & Co. KG handelt es sich um eine mittelständische Firmengruppe mit dem Schwerpunkt Ve  rbindungstechnik. 1922 gegründet, konnte die Firma im Laufe der vergangenen Jahrzehnte stark wachsen und ist heute mit über 2.600 Mitarbeitern weltweit ein bedeutender Zulieferer der Automobilindustrie sowie der Baubranche.

Prof. Dr. Martin F-X. Wagner, Sprecher des SFBs, ist stolz, dass aus der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik der TU Chemnitz bereits das vierte Transferprojekt erfolgreich platziert wurde: „Die Passfähigkeit zu unserem Sonderforschungsbereich ist auch hier wieder hervorragend. Mit der Integration des Precipitation Engineering in die Prozesskette zur Herstellung hochfester Aluminiumschrauben wird ein wichtiger Schritt getan, um einer neuen Generation hochfester Aluminiumwerkstoffe den Zugang in die breite industrielle Praxis zu ermöglichen.“ Die Relevanz der bisher im SFB untersuchten Werkstoffe werde damit weit über die zwölfjährige Laufzeit hinaus sichtbar. „So entstehen in der Tat Schrauben mit Köpfchen – versehen mit jeder Menge Chemnitzer Know-how“, meint Wagner.

Homepage des Sonderforschungsbereiches "Hochfeste aluminiumbasierte Leichtbauwerkstoffe für Sicherheitsbauteile": http://www.sfb692.tu-chemnitz.de

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Thomas Lampke, Telefon 0371 531-36163, E-Mail thomas.lampke@mb.tu-chemnitz.de, und Prof. Dr. Martin Wagner, Telefon 0371 531-38683, E-Mail martin.wagner@mb.tu-chemnitz.de.

Wichtiger Hinweis für die Medien: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein themenbezogenes Foto anfordern. Motiv: Dr. Kristin Hockauf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Werkstoff- und Oberflächentechnik der TU Chemnitz, misst mit einem Tastschnittgerät die Oberflächenrauheit einer hochfesten Aluminiumschraube. Foto: Wolfgang Schmidt. Dieses Foto finden Sie auch im Ordner "Forschung" des Online-Bildarchivs der Pressestelle der TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/uk/pressestelle/rubrik.php?id=4

Technische Universität Chemnitz

Universitätskommunikation - Pressestelle Dipl.-Ing. Mario Steinebach, Pressesprecher

Straße der Nationen 62, Raum 109 b

09111 Chemnitz

Germany

Telefon +49.371.531 31658

Telefax +49.371.531 11119

mario.steinebach@verwaltung.tu-chemnitz.de

pressestelle@tu-chemnitz.de

Presseinformationen und Bildarchiv der TU Chemnitz:

www.tu-chemnitz.de/uk/pressestelle

Dipl.-Ing. Mario Steinebach | Technische Universität Chemnitz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen
16.11.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Emulsionen masschneidern
15.11.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics