Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Revolution im Textildruck? Forscher testen umweltverträgliche Drucktechnik

19.12.2012
Am Forschungsinstitut für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein wird derzeit ein neues Textildruckverfahren getestet.
Dabei geht es um die Möglichkeit, wesentlich flexibler, kostengünstiger und umweltverträglicher Textilien zu bedrucken. Das Transferprojekt mit dem Namen „SITex-Print“ ist eines von fünf Teilprojekten des Majeuren-Interreg IV A Technologie-Kompetenz-Verbundes „Funktionale Oberflächen“ (TKV FO), das insgesamt mit einem Volumen von 7,48 Millionen Euro ausgestattet ist. Lead-Partner unter den insgesamt 41 Projektpartnern ist die Hochschule Niederrhein.

Der Stand der Technik in der Textildruckerei basiert heute auf der Applikation wasserbasierter Farbstoffpasten mittels Rotationssiebdruck oder dem Auftrag wässriger Farbstofflösungen mittels Düsen im sogenannten Ink-Jet-Druck. Anschließend werden die Textilien getrocknet und fixiert. Durch chemische und physikalische Bindungen zwischen dem Substrat und dem Farbstoff kommt die Farbe aufs Textil. Das führt zu hoher Druckqualität – Experten sprechen von Farbechtheiten – schließt aber einen energieintensiven Trocknungs- und Fixierprozess ein. Außerdem müssen die Textilien aufwändig vor- und nachbehandelt werden, was den Prozess teuer und wenig umweltfreundlich macht.

Diese Nachteile sollen mit der neuen Drucktechnologie aufgehoben werden. „Mit dem neuen wasserfreien Verfahren vollziehen wir einen Paradigmenwechsel in der textilen Farbgebung“, sagt Prof. Dr. Maike Rabe, Leiterin des Forschungsinstituts für Textil und Bekleidung der Hochschule Niederrhein. Gedruckt wird mit festen Tintenkügelchen, so genannten TonerPearls, die so groß sind wie Kaugummikugeln aus dem Automaten und von der niederländischen Firma Océ Technologies B.V. entwickelt und patentiert wurden. Diese werden im Druckkopf ab 80 Grad Celsius geschmolzen und dann in kleinsten Tröpfchen auf die Oberfläche geschleudert, auf der sie sofort erkalten. Für den Farbdruck auf Papier wird diese Technik beispielsweise in der Graphikindustrie bereits erfolgreich angewandt. Sie liefert ein exaktes Druckbild mit kräftigen Farben.

Rabe und ihre Mitarbeiter/innen testen in den nächsten Monaten das neue Verfahren auf Textilien. Seit einigen Tagen steht für die Druckexperimente ein F&E-Drucker der Firma OTB Solar Roth &Rau B.V. im Technikum an der Webschulstraße 31 in Mönchengladbach. Finanziert wurde das etwa 80.000 Euro teure Hightech-Gerät aus Projektmitteln. Die Mönchengladbacher Textilunternehmen Willy Schmitz Tuchfabrik GmbH und Junkers & Müllers GmbH werden ihre Erfahrungen im Bereich der technischen Textilien und des Textildrucks in die Untersuchungen mit einfließen lassen und die textilen Stoffe bereitstellen.

Dabei geht es zunächst darum, zu beweisen, dass Textildruck mit dieser Technik möglich ist. In der nächsten Projektphase soll die Qualität im Hinblick auf die Endanwendung der Drucke beispielsweise in Heimtextilien optimiert werden. „Die ersten Versuche waren vielversprechend. Ein Einsatz von thermoplastischen Tinten für den Textildruck ist durchaus vorstellbar“, sagt Projektkoordinator Dr. Michael Korger, der zusammen mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Christine Steinem derzeit den Druck unter verschiedenen Bedingungen testet. Über zwei fest im Drucker installierte Kameras können sie dabei beobachten, wie die Farbe auf das Textil geschleudert wird und dort einwirkt.
Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein,

Tel.: 02151 822-3610, E-Mail: christian.Sonntag@hs-niederrhein.de

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung
13.07.2018 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht 3D-Druck: Stützstrukturen verhindern Schwingungen bei der Nachbearbeitung dünnwandiger Bauteile
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 467 km/h in Los Angeles: TUM-Hyperloop-Team bleibt Weltmeister

Mit grandiosen 467 Stundenkilometern ist die dritte Kapsel des WARR-Hyperloop-Teams in Los Angeles durch die Teströhre auf dem Firmengelände von SpaceX gerast. Die Studierenden der Technischen Universität München (TUM) bleiben damit auch im dritten Hyperloop Pod Wettbewerb in Los Angeles ungeschlagen und halten den Geschwindigkeitsrekord für den Hyperloop Prototyp.

Der SpaceX-Gründer Elon Musk hatte die „Hyperloop Pod Competition“ 2015 ins Leben gerufen. Der Hyperloop ist das Konzept eines Transportsystems, bei dem sich...

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Suchmaschine für «Smart Wood»

23.07.2018 | Informationstechnologie

Das Geheimnis der Höhlenkrebse entschlüsselt

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics