Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Beschichtung bei Industrieanlagen soll Emissionen senken

12.12.2017

Kaiserslauterer Ingenieure arbeiten gemeinsam mit ihren ukrainischen Forscherkollegen an einer neuartigen Beschichtung. Diese soll auf keramischen Bauteil-Oberflächen von Industrieanlagen zum Einsatz kommen und sie resistenter gegenüber Schäden machen. Auf diese Weise ließe sich auch die Emission schädlicher Gase reduzieren. Um über ihre aktuellen Forschungsergebnisse zu diskutieren, kommen die Forscher zu einem Workshop vom 13. bis. 15. Dezember auf dem Campus der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) zusammen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Nicht nur Autos und LKWs sorgen mit ihren Abgasen dafür, dass schädliche Emissionen in die Umwelt gelangen, sondern auch Industrieunternehmen, zum Beispiel mit ihren chemischen Produktionsanlagen oder aber bei der Verbrennung von Abfallstoffen.


Professor Sergiy Antonyuk

Foto: Thomas Koziel/TUK

Solche Abgasausstoße zu reduzieren, ist auch Ziel eines gemeinsamen Forschungsprojektes von Wissenschaftlern um Professor Dr. Sergiy Antonyuk vom Lehrstuhl für Mechanische Verfahrenstechnik der TUK und Kollegen um Dr. Andrii Toporov vom Lehrstuhl für Ausrüstung von industriellen technologischen Verarbeitungskomplexen an der Nationalen Technischen Universität (TU) Donezk.

Die Ingenieure entwickeln eine neuartige Beschichtung, die auf die Oberflächen von keramischen Bauteilen industrieller Hochtemperaturanlagen aufgebracht werden soll. „Diese Schicht schützt vor chemischer oder thermischer Belastung, wodurch sich die Lebensdauer der Anlange insgesamt erhöht“, sagt Professor Antonyuk. Bei ihrer Methode setzen die Forscher auf sogenannte feindisperse Partikel.

„Hierbei handelt es sich um ein Pulvergemisch, aus dem eine feste Schicht auf die Oberfläche aufgetragen wird“, fährt der Professor fort. „Mit ihrer Hilfe können wir die mechanischen Eigenschaften der Oberfläche und ihre Funktionalität gezielt beeinflussen“.

So soll diese Methode zum Beispiel helfen, dass sich die Rissbildung an den Oberflächen derart reduziert, dass der Austritt schädlicher Emissionen gesenkt wird, zum Beispiel beim Verbrennen von Abfällen in Öfen. Die Abgase gelangen so nur noch über die vorgesehenen Entlüftungsanlagen ins Freie, bei denen Filter einen Großteil der Schadstoffe zurückhalten.

Um sich über aktuelle Forschungsergebnisse auszutauschen und die weiteren Schritte der Kooperation zu planen, kommen die Forscher vom 13. bis 15. Dezember auf dem Campus der TUK zusammen. Außerdem steht für die ukrainischen Gäste ein Treffen mit Universitätspräsident Professor Dr. Helmut J. Schmidt auf dem Programm. Neben den Projektpartnern sind bei der ukrainischen Delegation auch der Rektor der TU Donezk, Professor Iaroslav Liashok, sowie der Dekan der Fakultät Maschinenbau, Umwelttechnik und Verfahrenstechnik, Dr. Andrii Surzhenko, dabei.

Im September war Professor Antonyuk mit seinem Doktoranden Paul Breuninger bereits für ein erstes Kooperationstreffen in der Ukraine. Hierbei hatten die Wissenschaftler auch Gelegenheit, sich mit dem technischen Leiter einer Kokerei auszutauschen, in der die neue Technologie zur Beschichtung der Koksofenwände erprobt werden kann.

Das Projekt „Entwicklung eines Verfahrens zur Oberflächenbeschichtung chemischer Anlagen“ wird vom BMBF gefördert. Das Vorhaben ist Teil der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung – Richtlinie zur Förderung der Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit mit der Ukraine. Sie läuft von 2017 bis 2019, dabei sind 12 deutsche Hochschulen beteiligt.

Neben der Forschungskooperation, bei der auch Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler an der jeweiligen Partneruniversität forschen, geht es auch darum, die Zusammenarbeit in der Lehre zu vertiefen. Einen Anfang hat Professor Antonyuk mit seinem Doktoranden Breuninger bereits bei ihrem Besuch gemacht: An der TU Donezk haben sie für die Studenten Vorlesungen gehalten.

Die TU Donezk gehört zu den ältesten Universitäten in der Ukraine. Aufgrund des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine hat die Hochschule 2014 ihren Sitz in die Stadt Pokrowsk im friedlichen Teil des Landes verlegt.

Fragen beantwortet:
Prof. Dr.-Ing. Sergiy Antonyuk
Tel.: 0631 205- 2114
E-Mail: sergiy.antonyuk[at]mv.uni-kl.de

Melanie Löw | Technische Universität Kaiserslautern
Weitere Informationen:
http://www.uni-kl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Wie beim Regenwurm: Neues atmendes Material schmiert sich bei Bedarf selbst
12.11.2018 | INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

nachricht Polyurethan-Schäume zuverlässig simulieren
05.11.2018 | Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Im Focus: Datensicherheit: Aufbruch in die Quantentechnologie

Den Datenverkehr noch schneller und abhörsicher machen: Darauf zielt ein neues Verbundprojekt ab, an dem Physiker der Uni Würzburg beteiligt sind. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 14,8 Millionen Euro.

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, umso mehr gewinnen Datensicherheit und sichere Kommunikation an Bedeutung. Für diese Ziele ist die...

Im Focus: A Leap Into Quantum Technology

Faster and secure data communication: This is the goal of a new joint project involving physicists from the University of Würzburg. The German Federal Ministry of Education and Research funds the project with 14.8 million euro.

In our digital world data security and secure communication are becoming more and more important. Quantum communication is a promising approach to achieve...

Im Focus: Research icebreaker Polarstern begins the Antarctic season

What does it look like below the ice shelf of the calved massive iceberg A68?

On Saturday, 10 November 2018, the research icebreaker Polarstern will leave its homeport of Bremerhaven, bound for Cape Town, South Africa.

Im Focus: Forschungsschiff Polarstern startet Antarktissaison

Wie sieht es unter dem Schelfeis des abgebrochenen Riesen-Eisbergs A68 aus?

Am Samstag, den 10. November 2018 verlässt das Forschungsschiff Polarstern seinen Heimathafen Bremerhaven Richtung Kapstadt, Südafrika.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

Profilierte Ausblicke auf die Mobilität von morgen

12.11.2018 | Veranstaltungen

Mehrwegbecher-System für Darmstadt: Prototyp-Präsentation am Freitag, 16. November, 11 Uhr

09.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ein magnetisches Gedächtnis für den Computer

12.11.2018 | Energie und Elektrotechnik

Autonomes Parken wird erprobt

12.11.2018 | Informationstechnologie

Multicopter und Satelliten für den Rettungseinsatz

12.11.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics