Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nano-Technologie: Neues Glas reinigt sich selbst

27.04.2012
MIT-Entwicklung resistent gegen Beschlag und Spiegelungen

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mit.edu arbeiten an einer Behandlungsmethode für Glas, die es wasserabweisend und beschlagsresistent macht und Spiegelungen verhindert. Dafür greift man auf eine speziell strukturierte Nano-Oberfläche zurück. Die Erfindung könnte in Zukunft eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten finden, vom Solarpanel bis zum Smartphone-Display.


Nano-Struktur: Winzige Kegel verleihen Glas neue Eigenschaften (Foto: MIT)

Nanostruktur bringt neue Eigenschaften

Der Clou liegt dabei einmal mehr in der Struktur der Oberfläche. Diese besteht aus winzigen, dünnen Kegeln mit einem Durchmesser von 200 und einer Höhe von etwa 1.000 Nanometern. Wassertropfen prallen auf dieser Struktur beidseitig ab wie Gummibälle, wie das MIT in einer Aussendung berichtet. Dementsprechend ist das Glas dank seiner superhydrophoben Eigenschaften vor Beschlag mit Wasserdampf gefeiht und auch resistenter gegen anderen Schmutz, der sich spurlos abspülen lässt. Darüber hinaus fängt der "Wald" Lichtstrahlen ein und verhindert damit potenziell lästige Reflexionen.

Bessere Solarzellen möglich

Der Funktionsumfang der bearbeiteten Scheiben ermöglicht vielfältige Verwendung. Laut Forscher Kyoo-Chul Park büßen viele Solarpanels innerhalb eines halben Jahres bis zu 40 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit durch Staub- und Schmutzansammlungen auf ihrer Oberfläche ein. Ein Problem, dass sich auf diese Weise lösen ließe. Da die Entwicklung aus den MIT-Labors auch Licht aus flachem Einstrahlwinkel einfängt, ließe sich die Effizienz damit sogar steigern.

Eine Erkenntnis, die man sich auch andernorts bereits zu Nutze machen will. So arbeitet das kalifornische Unternehmen Solar3D http://solar3d.com schon seit einiger Zeit an Photovoltaikzellen mit dreidimensionaler Oberfläche. Man verspricht sich dadurch eine Verdoppelung der Energieausbeute (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/20120321001 ).

Herstellung soll günstiger werden

Die Beschlagsfestigkeit und Spiegelungsresistenz böte auch auf Brillen oder Smartphone-Bildschirmen Vorteile. Für die Wissenschaft ließen sich Mikroskope herstellen, die Beobachtungen auch unter Bedingungen wie hoher Luftfeuchtigkeit erlauben würden. In Praxistests will man nun erfahren, ob das Glas seine Eigenschäften auch über einen längeren Zeitraum behalten kann. Nach Angaben der Erfinder ist die Nano-Oberfläche sehr widerstandsfähig gegenüber Krafteinwirkungen.

Das Team aus Cambridge ist zudem auf der Suche nach Möglichkeiten, den Herstellungsprozess deutlich zu verbilligen. So könnte das Hightech-Glas künftig auch in Autoscheiben oder Fenstern Verwendung finden.

Georg Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu

Weitere Berichte zu: Nano-Oberfläche Nano-Technologie Solarpanel Spiegelung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung
13.07.2018 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht 3D-Druck: Stützstrukturen verhindern Schwingungen bei der Nachbearbeitung dünnwandiger Bauteile
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Im Focus: Magnetische Wirbel: Erstmals zwei magnetische Skyrmionenphasen in einem Material entdeckt

Erstmals entdeckte ein Forscherteam in einem Material zwei unabhängige Phasen mit magnetischen Wirbeln, sogenannten Skyrmionen. Die Physiker der Technischen Universitäten München und Dresden sowie von der Universität zu Köln können damit die Eigenschaften dieser für Grundlagenforschung und Anwendungen gleichermaßen interessanten Magnetstrukturen noch eingehender erforschen.

Strudel kennt jeder aus der Badewanne: Wenn das Wasser abgelassen wird, bilden sie sich kreisförmig um den Abfluss. Solche Wirbel sind im Allgemeinen sehr...

Im Focus: Neue Steuerung der Zellteilung entdeckt

Wenn eine Zelle sich teilt, werden sämtliche ihrer Bestandteile gleichmässig auf die Tochterzellen verteilt. UZH-Forschende haben nun ein Enzym identifiziert, das sicherstellt, dass auch Zellbestandteile ohne Membran korrekt aufgeteilt werden. Ihre Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Behandlung von Krebs, neurodegenerative Krankheiten, Alterungsprozessen und Virusinfektionen.

Man kennt es aus der Küche: Werden Aceto balsamico und Olivenöl miteinander vermischt, trennen sich die beiden Flüssigkeiten. Runde Essigtropfen formen sich,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

Materialien für eine Nachhaltige Wasserwirtschaft – MachWas-Konferenz in Frankfurt am Main

11.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mister Raney bekommt Konkurrenz - Ein neuer Katalysator auf Nickel-Basis nutzt Nano-Strukturen

16.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

16.07.2018 | Physik Astronomie

Rostocker Forscher testen neue Generation von Offshore-Windenergie-Anlagen

16.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics