Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Aluminium ins All: Wissenschaftler erforschen neuartige Legierungen für die Luft- und Raumfahrt

30.04.2018

Bremer Wissenschaftler erforschen neue Aluminiumlegierungen für die additive Fertigung im Rahmen des Bremer Luft- und Raumfahrt-Forschungsprogramm 2020

Additive gefertigte Produkte haben bereits in vielen Branchen Einzug gehalten. Die Vorteile liegen auf der Hand, vor allem in Hinblick auf Leichtbau und Energieeinsparung. Die Luft- und Raumfahrtbranche stellt jedoch besondere Ansprüche an die eingesetzten Materialien, sodass bisher im Wesentlichen Titanlegierungen eingesetzt werden.


Senator Martin Günthner (2.v.l.) und Andreas Eickhoff (l.) informieren sich auf der ILA 2018 in Berlin bei Moritz Brünger (2.v.r.) und Dr. Axel von Hehl (r.) über Einzelheiten des Verbundprojekts

Leibniz-IWT

Um zukünftig auch in der Luft- und Raumfahrt deren Leichtbaupotenzial nutzen zu können, widmen sich Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus der Praxis nun der Weiterentwicklung von Aluminiumlegierungen in dem Projekt „@ALL - Additive Manufacturing for Aluminium Launcher Structures“.

Das Projekt wird im Rahmen des EFRE-finanzierten Bremer Luft- und Raumfahrt-Forschungsprogramm 2020 mit rund einer Million Euro über die Dauer von zwei Jahren gefördert. An dem Projekt beteiligt sind die Unternehmen ArianeGroup, Airbus, Materialise und Innojoin sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Werkstofforientierte Technologien - IWT und des Alfred-Wegener-Instituts (AWI).

„Mit dem Luft-und Raumfahrt-Forschungsprogramm 2020 hat das Land Bremen einen Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung dieser Branchen gesetzt“, so Moritz Brünger von der ArianeGroup und Koordinator des Verbundprojekts @ALL.

„Wir sehen @ALL als Leuchtturmprojekt für die in Bremen vorhandenen Kompetenzen auf dem Gebiet der additiven Fertigung, mit denen wir aufgrund der starken Materialorientierung in Kombination mit Bionik im Vergleich zu anderen Forschungsstandorten ganz klar punkten können.“ Denn bei dem Projekt handelt es sich um eines der Anschubprojekte für das Bremer Forschungs- und Entwicklungszentrum für Leichtbaumaterialien und -technologien EcoMaT, welches Anfang 2019 fertiggestellt werden soll.

„Das EcoMaT ist eines der zentralen industrie- und innovationspolitischen Projekte des Landes Bremens. Die Initiierung von gemeinsamen Technologieprojekten der EcoMaT-Partner im Vorfeld der Fertigstellung des Gebäudes ist uns wichtig, um einen fliegenden Start in 2019 zu realisieren“, so Abteilungsleiter Hans-Georg Tschupke seitens des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen.

„Als Wirtschaftsressort haben wir dafür mit dem Bremer Luft- und Raumfahrt-Forschungsprogramm 2020 gute Rahmenbedingungen geschaffen, um die Bremer Kompetenzen in innovativen Projekten zu stärken. Dass dies gut angenommen wird, zeigt auch das Engagement der Partner im Projekt @ALL.“

Vom Metallpulver zu hochfesten Strukturen mit bionischem Design

Die Projektbeteiligten haben sich viel vorgenommen. In den zwei Jahren Förderdauer soll im ersten Schritt eine bereits verfügbare Hochleistungslegierung derart weiterentwickelt werden, dass sie auch in der Raumfahrt einsetzbar wird. Parallel dazu wollen die Wissenschaftler eine neuartige Aluminiumlegierung mit ähnlich herausragenden Materialeigenschaften, wie die bereits verfügbare Hochleistungslegierung, jedoch als kostengünstige Alternative entwickeln.

Mit beiden Varianten sollen durch die Verfahren des Selektiven Laserschmelzens sowie des Pulverauftragsschweißens additiv gefertigte Strukturbauteile für die Raumfahrt entstehen. Bei diesen Bauteilen handelt es sich um tragende Teile für Trägerraketen, die besonders extreme Bedingungen und Kräfte aushalten müssen.

Um diese Ansprüche zu erfüllen, wird ebenfalls die Oberflächenbehandlung der Bauteile eine Rolle spielen. Münden sollen die Ergebnisse des Projekts dann in die Entwicklung eines Raumfahrt-Demonstrators, der alle Teilschritte des Projekts und somit die komplette Prozesskette abbilden soll.


Weitere Informationen und Ansprechpartner:

Dr.-Ing Axel von Hehl
Leiter Abteilung Leichtbauwerkstoffe
Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT
Tel.: 0421 218-51325
E-Mail: vonhehl@iwt-bremen.de

Weitere Informationen:

http://www.iwt-bremen.de
https://www.ariane.group/de/
http://www.airbus.com/
http://www.materialise.com/
http://www.innojoin.de/
https://www.awi.de/
https://www.efre-bremen.de/

Carolin Haller | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Untersuchung von Proteinen in einer Graphen-Flüssigkeitszelle führt zu höherer Strahlenverträglichkeit
10.12.2018 | INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

nachricht Zirkuläre Kunststoffwirtschaft: Fraunhofer-Cluster of Excellence »Circular Plastics Economy«
07.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Topological material switched off and on for the first time

Key advance for future topological transistors

Over the last decade, there has been much excitement about the discovery, recognised by the Nobel Prize in Physics only two years ago, that there are two types...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

11.12.2018 | Physik Astronomie

Besser Bohren – Neues Nanokomposit stabilisiert Bohrflüssigkeiten

11.12.2018 | Geowissenschaften

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Januar und Februar 2019

11.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics