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Material verstehen: EXIST-Projekt zur Entwicklung von Sensorsystemen für die Faserverbundindustrie

06.07.2018

Einfach. Immer. Umfassend: Die Technische Universität Hamburg (TUHH) startet mit dem EXIST-Forschungstransfer-Projekt „Sensoren für Faserverbundwerkstoffe“. Das durchführende Gründerteam entwickelt ein drahtloses Sensorsystem zur Qualitätssicherung für die Faserverbundindustrie, welches das Materialverhalten in der Anwendung zu jedem Zeitpunkt für den Kunden transparent macht. Die Idee wurde am TUHH-Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe erarbeitet. Gefördert wird das Vorhaben mit 802.000 Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds. Ziel des Projektes ist die Vermarktung der Systemlösung durch Ausgründung einer Kapitalgesellschaft.

Ein vierköpfiges Team aus Materialexperten, IT-Spezialisten und Betriebswirten setzt auf den noch jungen Werkstoff Faserverbund, der aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaft vielfältige Einsatzmöglichkeiten findet. Bereits jetzt werden große Rotorblätter für Windkraftanlagen oder kerosinsparende Flugzeuge daraus gebaut.


Das EXIST Team mit seinem fachlichen Mentor Prof. Bodo Fiedler. V.l.n.r.: Daniel von Bernstorff, Andreas von Bernstorff, Prof. Dr.-Ing. habil. Bodo Fiedler, Danny Hinz, René Steinrücken. Foto: EXIST

„Weitgehend unbekannt ist jedoch, dass Faserverbundwerkstoffe auch für die Sanierung von defekten Abwasserkanälen sowie den Bau langer Pipelines und großer Drucktanks bevorzugt eingesetzt werden“, sagt Daniel von Bernstorff, der Leiter des Projektes.

„Das Potenzial ist da, alleine in Europa umfasst der Markt für dieses Material rund 20 Milliarden Euro“. Die Unterstützer und Förderer des EXIST-Forschungstransfer-Projekts.Die Unterstützer und Förderer des EXIST-Forschungstransfer-Projekts.

Das nun entwickelte System setzt bei der Frage an, wie sich Faserbundbauteile während der Produktion, während ihres Transports und im Einsatz verhalten: Dafür wendet das Gründerteam seine patentierte Sensortechnologie an.

„Die Handhabung gleicht dem Aufbringen eines intelligenten, doppelseitigen Klebebandes. Die Sensoren verbinden sich chemisch mit den Bauteiloberflächen“, erklärt Danny Hinz, Verantwortlicher für Entwicklung und Anwendung. „Dank der einfachen Applikation wird es erstmals möglich, umfangreiche Sensorik ohne Spezialwissen in Faserverbundwerkstoffe zu integrieren“.

Die Sensoren verbleiben dort zuverlässig jahrzehntelang, auch unter starken Umwelteinflüssen oder großer Belastung. Zudem sind die Sensoren zu jedem Zeitpunkt des Produktlebenszyklus eines Faserverbundbauteils einsetzbar. Daraus entsteht ein umfangreicher Kundennutzen: Verbesserte Bauteilqualität, gesteigerte Ausfallsicherheit, reduzierter Materialeinsatz und optimierte Prozesseffizienz während der Produktionsphase bieten erhöhte Sicherheit bei Einsatz und Kalkulation.

Die am Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe der TUHH entstandene Technologie fand bereits in der frühen Entwicklungsphase großen industriellen Anklang. Sie basiert auf langjähriger Arbeit im Bereich der Grundlagen- und angewandten Materialforschung. Unterstützt wird das Gründerteam vom Startup Dock der TUHH, das Existenzgründer und technologieorientierte Startups fördert und begleitet.

EXIST-Forschungstransfer ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit Kofinanzierung des Europäischen Sozialfonds (ESF). Unterstützt werden herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Gefördert wird das Projekt „Sensoren für Faserverbundwerkstoffe“ über 24 Monate.

Kontakt für Rückfragen:
EXIST-Forschungstransfer-Team: Andreas von Bernstorff, andreas.von.bernstorff@tuhh.de, -4866
Institut für Kunststoffe und Verbundwerkstoffe: Prof. Bodo Fiedler, fiedler@tuhh.de, -3238
Startupdock: Dr. Christian Salzmann, christian.salzmann@tuhh.de, - 4769

Jasmine Ait-Djoudi | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tuhh.de

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