Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kohlenstoffnanoröhrchen-Kollaboration mit koreanischem Unternehmen KH Chemicals unterzeichnet

10.09.2012
Um einwandige Kohlenstoffnanoröhrchen zu entwickeln und gemeinsam Produkte im europäischen und japanischen Raum zu vermarkten, kooperiert das Fraunhofer IPA mit dem koreanischen Unternehmen KH Chemicals (KH Chem).
Am 16. August unterschrieb Ivica Kolaric, Leiter der Abteilung »Funktionale Materialien« und Leiter des Fraunhofer Office for Process Engineering of Functional Materials and Robotics OPER in Japan den Kooperationsvertrag.

»Die Kooperation markiert den Durchbruch in der Kommerzialisierung von Produktanwendungen mit Kohlenstoffnanoröhrchen«, freut sich Ivica Kolaric. Sie ermögliche eine Massenversorgung mit qualitativ hochwertigen einwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen (single-walled carbon nanotubes (SWNT)).

Vorbereitet wird derzeit die Verwendung von SWNT für transparent leitfähige Folien und Tinten, welche als Ersatz für Indiumzinnoxid (ITO) verwendet werden. Zusätzlich will das Fraunhofer IPA weitere Anwendungen in den Bereichen Batterietechnik, Verbundwerkstoffe, Automobile und Biologie vertiefen.

Das Fraunhofer IPA, das seit mehr als 12 Jahren Anwendungen mit Carbon-Nanotubes entwickelt, hat sich bisher mit SWNT-Materialien von verschiedenen Herstellern befasst. »Die SWNT von KH Chem stehen im Hinblick auf Leistung, Qualität und besonders seiner Wettbewerbsfähigkeit in der Massenproduktion weit oben«, bemerkt Kolaric. Das Netzwerk mit koreanischen Unternehmen wie KH Chem soll weiter ausgebaut und vertieft werden.

Sang Chul Shin, CEO von KH Chemicals, unterstrich ebenfalls die Bedeutung der Kooperation für KH Chem: »KH Chem hat einen einzigartigen und kontinuierlichen Produktionsprozess für SWNT entwickelt, welches SWNT mit höchster Qualität und beinahe ohne Unreinheiten herstellt. Dieser Vertrag zeigt, dass unsere Methode für die Massenproduktion von einem der führenden Forschungsinstitute weltweit anerkannt wird.« Durch die Zusammenarbeit mit Fraunhofer IPA sieht Sang Chul Shin den Platz für viele zukünftige Märkte mit SWNT bereitet.

Das koreanische Unternehmen KH Chemicals wurde im Jahr 2001 gegründet. Es produziert SWNT durch einen patentierten Prozess. Ende 2009 hat KH Chemicals seine erste Produktionsstätte in Gangneung Science Industrial Complex fertiggestellt und kann eine Tonne SWNT pro Jahr herstellen.

SWNT ist ein neuartiges Material. Es kann als »aufgerollte Graphenschicht« angesehen werden. Sein Durchmesser beträgt 1-3 nm. Im Vergleich zu Kupfer besitzt SWNT eine 1000fach höhere elektrische und eine 10fach höhere thermische Leitfähigkeit. Seine Zugfestigkeit ist 100fach höher als bei Stahl. Durch die elektrische Leitfähigkeit kann SWNT z. B. in transparent leitfähigen Schichten und elektrisch leitfähigen Polymeren angewendet werden. Darüber hinaus sind mit SWNT z. B. wärmeresistente neue Materialien, Sportartikel mit hoher Festigkeit und Elastizität herstellbar, welche seine thermischen Eigenschaften nutzen. Auch Produktanwendungen wie Batterien, Solarzellen und Energiespeicher sind möglich. Der Markt für CNT soll bis 2016 auf 527 Millionen US Dollar anwachsen – der Markt für SWNT wird um 149 % auf 115 Millionen US Dollar steigen.

Weitere Ansprechpartner
Dipl.-Ing. (FH) Ivica Kolaric
Telefon +49 711 970-3729
ivica.kolaric@ipa.fraunhofer.de

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen
16.11.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Emulsionen masschneidern
15.11.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics