Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochreines Quarzglas von Heraeus ermöglicht Entdeckung von Gravitationswellen

12.02.2016

Optisches Quarzglas half bei erfolgreichen Experimenten der LIGO Arbeitsgruppe – Einstein'sche Gravitationswellen existieren wirklich

Mit einem hochreinen Superwerkstoff aus Quarzglas für Gravitationswellen-Detektoren hat Heraeus dazu beigetragen, die Einstein'sche Relativitätstheorie zu beweisen. Gestern konnten die internationalen Experten vom LIGO (Advanced Laser-Interferometer Observatory, kurz LIGO) auf einer Pressekonferenz ihren Nobelpreis verdächtigen Sensationsnachweis der Gravitationswellen verkünden.


01+02: Hochreines Quarzglas von Heraeus ermöglicht Entdeckung von Gravitationswellen: In den für die Messung wichtigen optischen Bestandteilen der Gravitationswellen-Detektoren steckt Heraeus Suprasil® 3001. Quelle: Heraeus


03: Dr. Ralf Takke, Vice President Optics bei Heraeus, beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Quarzglas: „Wir haben die Absorption unseres Quarzglases so verbessern können, dass wir einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Sensitivität des Instrumentes geliefert haben. Der Gravitationswellendetektor ist so extrem empfindlich.“ Quelle: Heraeus

Die Forscher sind mit Hilfe riesiger Doppeldetektoren, einer davon in Livingstone in Louisiana, der andere in Hanford, Washington, fündig geworden. Die Wissenschaftler haben ein schwaches Beben der Raumzeit aufgespürt und Signale gemessen, die durch die Kollision zweier schwarzer Löcher entstanden sind.

Quarzglas von Heraeus erledigt eine besondere Aufgabe bei den LIGO-Experimenten in Gravitationswellen-Detektoren zur Erforschung eines Teilaspekts der Einstein´schen Relativitätstheorie. Gravitationswellen – „Kräuselungen“ in der Raum-Zeit - werden von weit entfernten astrophysikalischen Ereignissen wie Supernova-Explosionen, Neutronensternen und schwarzen Löchern ausgestrahlt.

In Gravitationswellen-Detektoren kommen hochsensitive optische Interferometer mit vier Kilometer Armlänge zum Einsatz. Diese werden als Photonenspeicher betrieben und enthalten Quarzglas mit extremen Transmissionswerten und optischer Homogenität. In den für die Messung wichtigen optischen Bestandteilen der Instrumente steckt Heraeus Suprasil® 3001.

„Wir haben die Absorption unseres Quarzglases dabei so verbessern können, dass wir einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Sensitivität des Instrumentes geliefert haben. Der Gravitationswellendetektor ist so extrem empfindlich“, sagt Ralf Takke, Vice President Optics bei Heraeus Quarzglas. Die äußerst seltenen Hinweise auf Gravitationswellen konnten nun mit diesen Detektoren nachgewiesen werden.

Quarzglas wird durch Spezialaufträge optimiert

Dr. Ralf Takke beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit dem besonderen Material. Als Entwicklungsleiter hat er in den achtziger und neunziger Jahren mit seinen Mitarbeitern viele neue Quarzglassorten kreieren und neue Anwendungen finden können.

„Bei Aufträgen wie dem LIGO-Experiment gehen wir oft bis an die Grenze des technisch Machbaren“, sagt er. Aber genau in solchen außergewöhnlichen Aufträgen steckt ein Mehrwert – nicht nur für das Unternehmen. „Wir nutzen regelmäßig Spezialaufträge und technologische Herausforderungen, um das eigene Know-how als Experte für präzise hergestelltes Hochleistungs-Quarzglas immer weiter zu vervollkommnen“, erklärt der Quarzglas-Experte. „Die Experimente verbessern unser Verständnis für das Material.“

Suprasil® 3001 ist optisch isotrop, hochhomogen und eignet sich vor allem für die Herstellung von mehrdimensionaler Optik wie Prismen, stark gekrümmten Linsen, Strahlteilern, Strahlführungssystemen oder Retro-Reflektoren. Daher eignet sich diese Quarzglassorte für Hochenergie-Laser, die im nahen Infrarot arbeiten. Zur Anwendung kommt es im Alltag für Diodenlaser im Bereich der Medizintechnik, zur Materialbearbeitung oder für Spektroskopie-Optiken.

Auch Gold und Platin sorgen im All für Enthüllungen

Einen Beitrag leistet Heraeus auch bei hochpräzisen Experimenten im Weltraum. Aktuell sucht die ESA mit dem internationalen Gemeinschaftsprojekt LISA (Laser Interferometer Space Antenna) nach einem Beweis für Gravitationswellen, über die Albert Einstein in seiner Relativitätstheorie sinnierte.

Mit an Bord der Satelliten: exakt gleiche Würfel aus einer speziellen Gold-Platinlegierung von Heraeus mit einer Kantenlänge von 50 Millimetern. An den edlen Testmassen sollen sich ebenfalls durch die Gravitationswellen verursachte Abstandsveränderungen trotz minimaler Größenordnungen messen lassen. Die Vorexperimente hierzu laufen, Mitte Februar sollen die beiden Würfel im Weltraum erstmals frei schweben.


Der Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein 1851 gegründetes und heute weltweit führendes Familienunternehmen. Mit fachlicher Kompetenz, Innovationsorientierung, operativer Exzellenz und unternehmerischer Führung streben wir danach, unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu verbessern. Wir schaffen hochwertige Lösungen für unsere Kunden und stärken nachhaltig ihre Wettbewerbsfähigkeit indem wir Material-Kompetenz mit Technologie Know-how verbinden. Unsere Ideen richten sich auf Themen wie Umwelt, Energie, Gesundheit, Mobilität und industrielle Anwendungen. Unser Portfolio reicht von Komponenten bis zu abgestimmten Materialsystemen. Sie finden Verwendung in vielfältigen Industrien, darunter Stahl, Elektronik, Chemie, Automotive und Telekommunikation. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte Heraeus einen Produktumsatz von 3,4 Mrd. € und einen Edelmetallhandelsumsatz von 12,2 Mrd. €. Mit weltweit rund 12.600 Mitarbeitern in mehr als 100 Standorten in 38 Ländern hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Jörg Wetterau
Leiter Technologiekommunikation & Fachpresse
Communications & Marketing
Heraeus Holding GmbH
Tel. +49 (0) 6181.35-5706
Fax +49(0) 6181.35-4242
E-mail: joerg.wetterau@heraeus.com

www.heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe
14.08.2018 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

nachricht Europaweit einzigartiges Forschungszentrum geht an den Start
14.08.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics