Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fruchtig: Autos aus Ananas und Banane

28.03.2011
Nanoskalige Pflanzenfasern für stabile Kunststoffbauteile

Fruchtpflanzen wie Ananas und Banane sind die Zukunft des Autobaus, meinen brasilianische Forschern im Rahmen des 241st National Meeting & Exposition of the American Chemical Society. Denn das Team um Alcides Leão, Professor an der Sao Paulo State University, hat ein Verfahren entwickelt, das mithilfe nanoskaliger Pflanzenfasern umweltverträglichere Kunststoffbauteile ermöglicht. Diese fallen zudem leichter aus als Teile aus derzeit üblichen Kunststoffen, sind aber fast so robust wie Kevlar.

Dem Wissenschaftler zufolge dürften die neuen Materialien schon innerhalb von zwei Jahren im Autobau zum Einsatz kommen. Wenngleich zunächst nur klassische Kunststoffe abgelöst werden, ortet er langfristig noch größeres Potenzial. "In Zukunft können wir vielleicht auch Autoteile aus Stahl und Aluminium durch diese pflanzenbasierten Nanozellulose-Materialien ersetzen", sagt Leão. Ähnliche Materialien seien zudem für medizinische Anwendungen wie künstliche Gelenke interessant.

Fruchtverstärkt

Das brasilianische Team gewinnt aus Pflanzen winzige Zellulosefasern, von denen 50.000 nicht breiter sind als ein menschliches Haar, um Kunststoff ähnlich wie mit Glas- oder Carbonfasern zu verstärken. Die resultierenden Materialien fallen laut Leão um 30 Prozent leichter und drei- bis viermal so robust aus wie herkömmliche Kunststoffe. Sie sind beispielsweise beständiger gegen Hitze und verschüttetes Benzin. Die Nano-Fruchtfasern sollen unter anderem für Armaturenbretter und Stoßstangen zum Einsatz kommen. "Das wird helfen, Autos leichter zu machen, was für mehr Treibstoffeffizienz sorgt", meint der Wissenschaftler.

Zur Gewinnung von Nanozellulose bieten sich dem Wissenschaftler zufolge Ananas-Blätter besonders an. Weitere vielversprechende Rohstoffe umfassen Bananenstauden, Kokosnussschalen sowie einige andere Pflanzen aus der Familie der Ananasgewächse. Um die Fasern aufzubereiten, kommen Blätter und Stämme in eine Art Druckgarer, wo sie unter Beimengung von Chemikalien erhitzt werden. So entsteht ein feinkörniges Material ähnlich Talkpulver. Dieser Prozess ist den Forschern zufolge zwar recht kostspielig, doch reiche ein Kilogramm Nanozellulose, um 100 Kilogramm faserverstärkten Kunststoff zu fertigen.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://unesp.br/ger_ses/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Fachhochschule Südwestfalen entwickelt innovative Zinklamellenbeschichtung
13.07.2018 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht 3D-Druck: Stützstrukturen verhindern Schwingungen bei der Nachbearbeitung dünnwandiger Bauteile
12.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics