Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FOROXID oder: Erschlossene Potentiale oxidischer Funktionsmaterialien

10.03.2010
Nicht nur drei angemeldete Patente dokumentieren die Erfolgsbilanz des drei Jahre von der BFS geförderten Forschungsverbunds "Multiskalendesign oxidischer Funktionsmaterialien".

"Was wir in gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsarbeit erreicht haben, ist eine deutlich verbesserte Beherrschung der oxidischen Funktionsmaterialien. Durch die Optimierung oder die Neuentwicklung von Produkten haben wir die Basis für eine erfolgreiche Vermarktung dieser Materialien geschaffen."

So bilanziert der Augsburger FOROXID-Sprecher Prof. Dr. Bernd Stritzker (Lehrstuhl für Experimentalphysik IV/Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung) das Ergebnis dieses über drei Jahre hinweg von der Bayerischen Forschungsstiftung mit 1,35 Mio. Euro und von der Industrie mit weiteren 1,4 Mio. Euro geförderten Forschungsverbunds, der dem Thema "Multiskalendesign oxidischer Funktionsmaterialien" gewidmet war. Auf der gemeinsamen FOROXID-Plattform kooperierten Materialforscher der Universitäten Augsburg, Bayreuth, Würzburg und des Fraunhofer-Instituts für Silikatforschung ISC Würzburg mit Anwendern aus unterschiedlichsten Sparten.

Oxidische Funktionsmaterialien sind heute bereits in zahlreichen, ganz unterschiedlichen Einsatzgebieten weit verbreitet. Mit Blick auf ihre vielfältigen industriellen Anwendungen - z. B. in der Elektronik, Optik, Energietechnik und Sensorik sowie in den Bereichen Magnetismus oder Katalyse - sind oxidische Funktionsmaterialien neben den Metallen, Polymeren und klassischen Halbleitern die wichtigste Stoffklasse, ohne dass ihr Potential aber bereits voll erschlossen wäre.

Überzeugende Lösungen für übergreifende Anwendungsprobleme

Anspruch und Ziel von FOROXID war es, das Wechselspiel zwischen Funktionseigenschaften und realer Materialstruktur sowie die elektronischen Eigenschaften dieser Oxide besser zu verstehen und - darauf aufbauend - entsprechende Funktionsmaterialien mit Blick auf die Anforderungen unterschiedlichster Anwendungen weiter- oder auch neu zu entwickeln. Als eine übergreifende Herausforderung, mit der sich die Industriepartner des Verbundes trotz sehr unterschiedlicher Einsatzgebiete gemeinsam konfrontiert sahen, kristallisierten sich dabei z. B. Alterungseffekte heraus, die bei vielen industriellen Anwendungen oxidischer Materialien aus thermischen Belastungen oder aus der Einwirkung aggressiver Atmosphären resultieren. "Für dieses Problem und für zahlreiche andere Probleme, die sich über die Grenzen spezifischer Anwendungen hinweg sehr ähnlich gestalten, konnten wir im Verbund überzeugende und weiterführende Lösungsansätze finden", so Dr. Wolfgang Biegel, der Geschäftsführer des Augsburger Anwenderzentrums Material- und Umweltforschung (AMU).

Synergien und Interdisziplinarität als Erfolgsfaktoren

Sein Kollege Dr. Timo Körner ergänzt, dass für solche Lösungsfindungen jene Synergieeffekte von ausschlaggebender Bedeutung gewesen seien, die sich zum einen aus gemeinsamen Untersuchungen mit unterschiedlichsten Zielsetzungen ergeben hätten, zum anderen aber auch aus der kontinuierlichen gemeinsamen Diskussion und Evaluation der Probleme und der erzielten Ergebnisse. Als weiteren wesentlichen FOROXID-Erfolgsfaktor hebt Körner die Interdisziplinarität des Verbundes hervor: "Durch die Zusammenarbeit von Physiker, Biologen, Chemikern und Ingenieuren ist auch neues Grundlagenwissen entstanden, das über die Optimierung bzw. Neuentwicklung konkreter industrieller Produkte hinaus Fortschritte in vielen Bereichen des Alltags bewirken kann." Diese Fortschritte können z. B. in leichteren Kunststofflinsen für Brillen oder in quecksilberreduzierten Leuchtstofflampen, in neuartigen Autoabgas-Sensoren oder in Bandsupraleitern für effizienteren Stromtransport unmittelbar greifbar werden. Sie können sich aber auch - indirekt bzw. für den Laien nicht unmittelbar erkenntlich - durch Optimierungen in den Bereichen programmierbarer Biochips, magnetooptischer Sensorschichten oder besonders zäher ZTA-Keramiken niederschlagen.

Außerordentlich tragfähiges Konzept

In ihrem FOROXID-Abschlussbericht haben die Gutachter hervorgehoben, dass sich das in diesem Verbund realisierte Konzept einer engen Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen in konkreten grundlagen-orientierten Vorhaben mit erkennbarem Anwendungspotenzial als außerordentlich tragfähig erwiesen habe. Die Fördermittel der Bayerischen Forschungsstiftung seien in FOROXID gut angelegt gewesen, dieses Netzwerk habe hervorragend funktioniert, insbesondere wenn man die Heterogenität der bearbeiteten Themen in Betracht ziehe.

Erfolgversprechende Nachfolgeprojekte

"Wir konnten die grundlegenden Fragestellungen, denen FOROXID gewidmet war, so weit klären, dass jetzt den industriellen Umsetzungen der Weg geebnet ist. In drei Teilprojekten konnten wir die entwickelten Verfahren zusammen mit den jeweiligen Industriepartnern sogar bereits zum Patent anmelden", sagt Stritzker und betont, dass in mehreren Teilprojekten die Kooperation mit den Industriepartnern über das Auslaufen des Forschungsverbunds hinaus fortgesetzt werde. Stritzker ist überzeugt: "Die im FOROXID-Verbund entstandenen Synergien werden dazu führen, dass in Nachfolgeprojekten weitere interessante Forschungsthemen auf dem Gebiet oxidischer Funktionsmaterialien erfolgreich bearbeitet werden."

Ansprechpartner:

Dr. Wolfgang Biegel und Dr. Timo Körner
Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung
Universität Augsburg
Telefon 0821/598-3590
biegel@amu-augsburg.de
koerner@amu-augsburg.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.amu-augsburg.de
http://www.bayfor.org/foroxid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Untersuchung von Proteinen in einer Graphen-Flüssigkeitszelle führt zu höherer Strahlenverträglichkeit
10.12.2018 | INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

nachricht Zirkuläre Kunststoffwirtschaft: Fraunhofer-Cluster of Excellence »Circular Plastics Economy«
07.12.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

Plastics Economy Investor Forum: Treffpunkt für Innovationen

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Small but ver­sat­ile; key play­ers in the mar­ine ni­tro­gen cycle can util­ize cy­anate and urea

10.12.2018 | Life Sciences

New method gives microscope a boost in resolution

10.12.2018 | Physics and Astronomy

Carnegie Mellon researchers probe hydrogen bonds using new technique

10.12.2018 | Life Sciences

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics