Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweit einzigartige Faserpilotanlage geplant

29.09.2016

Vor gut eineinhalb Jahren wurde der Neubau des Fraunhofer-Zentrums für Hochtemperatur-Leichtbau HTL am Standort Bayreuth in Betrieb genommen. Nun ist bereits ein Erweiterungsbau geplant: eine in Europa einzigartige Pilotanlage zur Herstellung keramischer Verstärkungsfasern. Die Baumaßnahme wird vom Bund, vom Freistaat Bayern sowie von der Fraunhofer-Gesellschaft mit insgesamt 20 Millionen Euro finanziert.

Weltweit besteht eine hohe Nachfrage nach hochtemperaturbeständigen und schadenstoleranten Materialien, weil diese die Energieeffizienz von Hochtemperaturprozessen verbessern. Für Temperaturen oberhalb von ca. 1.100 °C kommen hierfür nur keramische Faserverbundwerkstoffe (Ceramic Matrix Composites = CMC) in Frage.


Spulen mit keramischen Verstärkungsfasern

© Fraunhofer-Zentrum HTL

Bauteile aus CMC werden vorzugsweise in der Luftfahrt, Energietechnik und Thermoprozesstechnik eingesetzt. Als einzige Forschungseinrichtung in Europa entwickelt das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau HTL CMC entlang der gesamten Herstellkette, angefangen bei der Faserentwicklung und textilen Verarbeitung bis hin zum Aufbau der keramischen Matrix und dem Fügen der CMC-Halbzeuge. Es arbeitet dabei eng mit namhaften Industrieunternehmen zusammen.

Keramische Verstärkungsfasern sind der entscheidende Rohstoff für die Herstellung von CMC-Bauteilen. Die Hersteller sitzen bisher in den USA oder in Japan und fertigen vorwiegend für den inländischen Bereich. Für europäische Hersteller sind daher keramische Fasern häufig nicht oder nur zu sehr hohen Preisen verfügbar.

Die Mitarbeiter des Fraunhofer-Zentrums HTL entwickeln mit großem Erfolg seit mehr als einem Jahrzehnt sowohl nichtoxidische als auch oxidische Keramikfasern. Sie verfügen am Standort Würzburg über Faserspinnanlagen, die keramische Verstärkungsfasern in Mengen von einigen Kilogramm pro Jahr herstellen können. Entscheidend für die Fortführung dieser Forschung ist jetzt die Höherskalierung in den vorindustriellen Maßstab, d. h. die Fertigung von Fasern Tonnenbereich. Die in Bayreuth geplante Faserpilotanlage soll diese Herstelllücke für spätere industrielle Anwendungen schließen.

Das neue Technikum ist mit einer Nutzfläche von 1.350 m² geplant. Es soll im Technologiepark Bayreuth-Wolfsbach neben dem bestehenden Gebäude des HTL errichtet werden. Kern des Gebäudes sind zwei Fertigungslinien: eine Linie für nichtoxidische und eine Linie für oxidische Verstärkungsfasern. Ein großer Schritt zur Realisierung ist bereits geschafft.

Kürzlich genehmigte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Raumbedarfs- und Stellenplan. Damit können jetzt die Detailplanungen der Anlagen und des Gebäudes in Angriff genommen werden. Bereits im Frühjahr 2017 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, und Anfang 2019 wird der Betrieb aufgenommen. Die Fraunhofer-Gesellschaft übernimmt 3,75 Mio. Euro der Gesamtkosten von 20 Mio. Euro. Die restliche Summe teilen sich Bund und Freistaat Bayern zu je 50 Prozent.

Weitere Informationen:

http://www.isc.fraunhofer.de
http://www.htl.fraunhofer.de

Marie-Luise Righi | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Nanodiamanten als Photokatalysatoren
18.10.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht INNOVENT startet Innovatives Anwenderprojekt (INNAP) "Oberflächenbehandlung mit UVC-Licht"
18.10.2018 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Meilenstein für den Denkmalschutz: Chemisches Schutzschild gegen sauren Regen und Bakterien

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mission BepiColombo: Jenaer Sensor hilft, Geheimnisse des Merkur zu entschlüsseln

19.10.2018 | Physik Astronomie

Zähne wie ein Piranha: Ältester fleischreißender Knochenfisch entdeckt

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics