Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit finden wir jeden Fehler

09.08.2019

Die Hochschule Landshut nimmt neues Röntgenmikroskop in Betrieb, das eine Fehleranalyse im Mikrometerbereich ermöglicht – Anwendung auch für Unternehmen möglich.

Seit Juli sorgt ein neues Röntgenprüfsystem an der Hochschule Landshut für den perfekten Durchblick. Das zirka zwei Tonnen schwere Gerät dient zur Materialforschung und zur Kontrolle von Elektronikkomponenten, z.B. von bestückten Leiterplatten, und macht Fehler sichtbar, die von außen nicht zu erkennen sind.


Auf dem Röntgenbild der bestückten Leiterplatte erkennen die Forschenden das Innere des Bauteils.

Hochschule Landshut

Möglich wird dies durch die Röntgenstrahlen, die Materialien und Metalle durchdringen und so Informationen über das Innere eines Bauteils liefern. An der Hochschule Landshut lernen Studierende mithilfe des neuen Geräts die manuelle Echtzeitprüfung solcher Bauteile, wie sie auch in Fertigungsstraßen oder Analyselaboren durchgeführt wird.

Zudem nutzt die Hochschule das Röntgensystem für interne Forschungsprojekte. Auch Unternehmen, die selbst kein solches Gerät besitzen, können das Röntgenmikroskop zur Fehleranalyse einsetzen. Die Kosten für das Gerät belaufen sich auf 195.000 Euro.

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bezuschusste die Anschaffung mit 50 Prozent. Voraussetzung dafür ist die Bewilligung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Förderprogramms Großgeräte der Länder.

Bilder im Mikrometerbereich

„Bei Leistungselektronik ist es beispielsweise wichtig, dass beim Löten keine Lunker, also Gaseinschlüsse entstehen“, erklärt Prof. Dr. Artem Ivanov vom Forschungsschwerpunkt Elektronik und Systemintegration, „mithilfe des neuen Röntgensystems lassen sich solche Mängel im Inneren der bestückten Leiterplatte leicht feststellen.“

Ein weiteres Einsatzbeispiel ist die Kontrolle von Bonddrähten, die dünner als ein menschliches Haar sind. Durch die hohe Bildauflösung und Vergrößerung im Mikrometerbereich werden auch hier Fehler sichtbar, die sonst nicht zu erkennen wären.

Zusätzlich ist es möglich, die Kupferschichten, die bei einer Leiterplatte übereinanderliegen, einzeln hervorzuheben und zu betrachten. „Die Studierenden lernen dadurch die neueste Standardtechnik mit Digitaldetektor kennen“, freut sich Ivanov und ergänzt: „Damit finden sie garantiert jeden Fehler.“

Weitere Geräte zur Werkstoffanalyse

Das neue Röntgenmikroskop ergänzt die bestehende hochwertige Laborausstattung zur Materialforschung, zu der unter anderem auch ein hochauflösendes Rasterelektronenmikroskop und ein Nanofocus Computertomograf gehören.

Während das Rasterelektronenmikroskop dazu dient, die Oberflächenstruktur von Proben mittels eines Elektronenstrahls zu untersuchen, ermöglicht der Computertomograf eine zerstörungsfreie 3D-Fehleranalyse und Qualitätssicherung, indem Bauteile durchleuchtet werden. Auch diese Geräte können Unternehmen zur industriellen Anwendung nutzen.

Kristina Staudinger | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.haw-landshut.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Innovative Materialien und Bauelemente für die Terahertz-Elektronik
02.04.2020 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Wie man Schmutz einfach entfernt
02.04.2020 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Im Focus: Harnessing the rain for hydrovoltaics

Drops of water falling on or sliding over surfaces may leave behind traces of electrical charge, causing the drops to charge themselves. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz have now begun a detailed investigation into this phenomenon that accompanies us in every-day life. They developed a method to quantify the charge generation and additionally created a theoretical model to aid understanding. According to the scientists, the observed effect could be a source of generated power and an important building block for understanding frictional electricity.

Water drops sliding over non-conducting surfaces can be found everywhere in our lives: From the dripping of a coffee machine, to a rinse in the shower, to an...

Im Focus: Quantenimaging: Unsichtbares sichtbar machen

Verschränkte Lichtteilchen lassen sich nutzen, um Bildgebungs- und Messverfahren zu verbessern. Ein Forscherteam am Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena hat eine Quantenimaging-Lösung entwickelt, die in extremen Spektralbereichen und mit weniger Licht genaueste Einblicke in Gewebeproben ermöglichen kann.

Optische Analyseverfahren wie Mikroskopie und Spektroskopie sind in sichtbaren Wellenlängenbereichen schon äußerst effizient. Doch im Infrarot- oder...

Im Focus: Sensationsfund: Spuren eines Regenwaldes in der Westantarktis

90 Millionen Jahre alter Waldboden belegt unerwartet warmes Südpol-Klima in der Kreidezeit

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Geowissenschaftlern des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)...

Im Focus: A sensational discovery: Traces of rainforests in West Antarctica

90 million-year-old forest soil provides unexpected evidence for exceptionally warm climate near the South Pole in the Cretaceous

An international team of researchers led by geoscientists from the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI) have now...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

Europäischer Rheumatologenkongress EULAR 2020 wird zum Online-Kongress

30.03.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste SARS-CoV-2-Genome aus Österreich veröffentlicht

03.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Projekt »Lade-PV« gestartet: Fahrzeugintegrierte PV für Elektro-Nutzfahrzeuge

03.04.2020 | Energie und Elektrotechnik

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics