Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochauflösende 3D-Röntgentomographie erlaubt zerstörungsfreie Strukturerfassung dichter Materialien

27.01.2006


Die Institute für Mineralogie, Kristallographie und Materialwissenschaft (IMKM) und für Nichtklassische Chemie (INC) sowie die Fächerübergreifende Arbeitsgemeinschaft Halbleiterforschung Leipzig (FAHL) veranstalten ein gemeinsames Kolloquium zu den Möglichkeiten der 3D-Röntgentomographie in der Materialforschung.



Zeit: 31. Januar 2006, 16:30 Uhr


Ort: Hörsaal im 1. Obergeschoss des Institutes für Mineralogie,
Kristallographie und Materialwissenschaft
Scharnhorststr. 20


Die neueste Entwicklung zerstörungsfreier Materialforschung stößt mittels der hochauflösenden 3D-Röntgentomographie in Mikro- und Nanometer-Bereiche vor. "Für verschiedenen Bereiche der Universität Leipzig und deren Kooperationspartner eröffnet sich damit ein neues Feld der interdisziplinären Forschung und Lehre, die die Materialforschung weiter voranbringen kann.", erklärt der Direktor des IMKM, Prof. Dr. Klaus Bente. "Das Kolloquium, ist ein wichtiger Schritt auf diesem Wege."

Prinzip der 3D-Röntgentomographie

Dass Prinzip der 3D-Röntgentomograhie erklärt Prof. Bente so: "Moderne 3D-Röntgentomographie-Geräte arbeiten mit rotierender Probe und Kegelstrahlbeleuchtung. Aus den aufgenommenen Flächenprojektionen werden unmittelbar dreidimensionale Bilder rekonstruiert. Sie übertreffen die Auflösung bisheriger CT-Techniken, die mit Scheibenprojektionen arbeiten, um den Faktor 100 bis 500. Besonders bemerkenswert ist die Volumenvariabilität: Es können sehr dichte Objekte bis 150*50*50cm3 untersucht werden." Die zerstörungsfreie Erfassung von Mikrostruktur-Eigenschaftsbeziehungen unterschiedlichster Materialien erlaubt neben morphologischer Materialbeschreibung das Erkennen von Materialpartien, sofern sie die Röntgenstrahlen verschieden absorbieren.

Breites Anwendungssprektrum

Untersuchungsgegenstand sind sowohl Materialien wie Metalle, Kunststoffe, Gläser, Keramiken, Gesteine, Holz, Knochen, Zahn- und Körperersatzmaterialien sowie Pflanzen. Neben naturwissenschaftlichen, medizinischen und technischen Aufgabenstellungen verdient die Untersuchung von Kunstobjekten und Baudenkmalen besondere Erwähnung. Hierbei werden entsprechende Studien zur Bestandsaufnahme sowie als Restaurierungsgrundlage von Kunstwerken und Funden sowie für Expertisen für Musikinstrumente, Schmucksteine, Skulpturen und Pigmente genutzt.

Unter der Federführung von Prof. Bente wurden Messungen in verschiedenen Laboratorien, u.a. an Fraunhofer-Instituten in Fürth und Dresden und an der Bundesanstalt für Materialprüfung in Berlin, durchgeführt. Fakultätsübergreifend wurden bisher u.a. technische Minerale, Halbleiter, katalytische Materialien, Zähne, Sporen von Pilzen, antike Keramikfiguren, ein Bronzebeil, eine historische Flöte sowie hölzerne Epitaphiefragmente untersucht. Exemplarische Fallstudien können auf der Webseite des IMKM http://www.uni-leizig.de/~krist eingesehen werden. Die Möglichkeit, den Untersuchungsgegenstand zu analysieren, ohne ihn zu beschädigen oder gar zu zerstören, lässt Wissenschaftler mehrerer Fakultäten darüber nachdenken, ein Gerät mit noch besserer Auflösung gemeinsam anzuschaffen.

"Die Arbeiten zeigen, wie interdisziplinär die Materialforschung ist. Das Kolloquium soll dieses interdisziplinäre Spektrum einem größeren Publikum nahe bringen.", so Prof. Bente.

weitere Informationen:
Prof. Dr. Klaus Bente
Telefon: 0341 97-36250
E-Mail: bente@uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~minkrist

Weitere Berichte zu: 3D-Röntgentomographie IMKM Materialforschung Mineralogie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neuer Super-Kunststoff mit positiver Ökobilanz
18.09.2018 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

nachricht Bio-Kunststoffe nach Maß
18.09.2018 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

Gesundheitstipps und ein virtueller Tauchgang zu Korallenriffen

20.09.2018 | Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bei Depressionen ist Hirnregion zur Stresskontrolle vergrößert

20.09.2018 | Biowissenschaften Chemie

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Was Einstein noch nicht wusste

20.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics