Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gegen Vandalismus geschützter Streugutbehälter

23.12.2005


Zum Winter gehört Schnee einfach dazu, zumal auf der Ostalb. Schneemänner bauen und Skifahren sind sehr beliebt. Nur auf den Straßen sorgen winterliche Verhältnisse nicht gerade für Lebensfreude pur. Zur Vorbeugung vor ungewollten Schlitterparteien wird gestreut. Das Salz dazu kommt aus den Streugutbehältern mit den markanten, knallig orangefarbenen Deckeln. Häufig jedoch sind die Deckel zerstört, manchmal nur aus blindem Übermut. Dann ist das Salz nicht mehr zu gebrauchen und die Kommunen müssen für Ersatz sorgen. Das summiert sich und belastet das Stadtsäckel ganz erheblich. Diesem Missstand haben nun drei Studenten der Kunststofftechnik aus Aalen abgeholfen. Für den Weinstädter Mittelständler Chemo entwickelten sie einen vandalismussicheren Streugutbehälter.



Die Anforderungen an einen solchen Behälter sind komplex und widersprechen sich sogar teilweise. "Das Maß für die Widerstandsfähigkeit eines Materials gegen Schläge oder Tritte ist dessen Schlagzähigkeit", erklärt der Student Jochen Fritz. Üblicherweise nehmen jedoch mit steigender Schlagzähigkeit andere Festigkeiten eines Kunststoffes ab, so dass der Gegenstand seine Gesamtsteifigkeit verliert. Übertragen auf den Streubehälter heißt das, dass er umso instabiler wird, je vandalismussicherer das Material ist. "Außerdem darf der Kunststoff nicht brennen und muss gegen Streusalz beständig sein", sagt Studiengangleiter Prof. Dr. Karl-Hans Leyrer, der seitens der Hochschule das Projekt betreute. Ein ganzes Semester hirnten und experimentierten die Studenten, bis sie einen Kunststoff gefunden hatten, der zugleich schlagzäh und formstabil ist.



Zehn Kilogramm wiegt der Fallbolzen, der aus einer Höhe von 3,5 Metern auf den Deckel hinuntersaust, ohne diesen zu beschädigen. "Bisher hielt das Material noch nicht einmal einer Fallhöhe von 50 Zentimetern stand", beschreibt Prof. Dr. Leyrer stolz den technologischen Fortschritt seiner Studenten. Auch eine Schneelast von vier Metern bereitet dem vandalismussicheren Streubehälter keine Schwierigkeiten: Er trägt das Gewicht, ohne seine Form zu verändern. Der Geschäftsführer der Chemowerk GmbH, Dr. Tilmann Schultz, war derart begeistert von der Leistung der Aalener Kunststofftechniker, dass er den neu entwickelten Behälter sofort in sein Produktsortiment aufnahm.

"Was kann es für ein Hochschulteam eine höhere Auszeichnung geben, als dass ein von ihm entwickeltes Produkt in der Industrie in Serie geht?", fragt Prof. Dr. Leyrer rhetorisch und fügt hinzu: "Das ist der beste Beleg dafür, wie praxisnah wir unsere Studenten ausbilden." Jochen Fritz nickt zustimmend.

Dr. Marc Dressler | ídw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aalen.de

Weitere Berichte zu: Deckel Kunststoff Salz Streugutbehälter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neues Additiv schützt Holzwerkstoffe vor Flammen
14.02.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Maßgeschneiderter Materialmix für dreidimensionale Mikro- und Nanostrukturen
13.02.2019 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Im Focus: Laserverfahren für funktionsintegrierte Composites

Composites vereinen gewinnbringend die Vorteile artungleicher Materialien – und schöpfen damit zum Beispiel Potentiale im Leichtbau aus. Auf der JEC World 2019 im März in Paris präsentieren die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein breites Spektrum an laserbasierten Technologien für die effiziente Herstellung und Bearbeitung von Verbundmaterialien. Einblicke zu Füge- und Trennverfahren sowie zur Oberflächenstrukturierung erhalten Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL, Halle 5A/D17.

Experten des Fraunhofer ILT erforschen und entwickeln Laserprozesse für das wirtschaftliche Fügen, Schneiden, Abtragen oder Bohren von Verbundmaterialien –...

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

Bildung digital und multikulturell: Große Fachtagung GEBF findet an der Uni Köln statt

18.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Eine vulkanische Riesenparty und ihr frostiger Kater danach

20.02.2019 | Geowissenschaften

Lückenlose Weltkarte der Baumarten-Vielfalt: neues statistisches Modell füllt weiße Flächen

20.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Jacobs University Forscher entdecken neue Klasse von heterogenen Katalysatoren auf Edelmetallbasis

20.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics