Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testverfahren für chemikalienbeständige Schuhe

06.01.2004


Um die Schuhhersteller bei der Produktion sichererer Schuhe zu unterstützen, wurden jetzt Testläufe durchgeführt, in denen die Beständigkeit von Schuhen gegen Chemikalien und Mikroorganismen analysiert wurde.



Arbeitnehmer in Chemie- oder Laborumgebungen sind nicht selten gefährlichen chemischen Substanzen (in Form von Flüssigkeiten oder Gasen) und Mikroorganismen ausgesetzt. Schon 1989 wurde in einer EU-Richtlinie (89/686) über die Grundanforderungen zur Gesundheit und Sicherheit die Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht, besseres Schuhwerk zu entwickeln, das einen wirksamen Schutz gegen solche hochriskanten Einwirkungen bietet. Dieser Notwendigkeit widmete sich kürzlich erneut das ’Centre Technique Cuir Chaussure Maroquinerie’.



In diesem Zentrum wurde ein Projekt gestartet, in dem validierte Testverfahren und Spezifikationen nach den Bestimmungen der EU-Richtlinie angewandt wurden. Im Vergleich zu Handschuhen, Schwimmwesten und anderen Schutzkleidungsstücken wurde klar, dass Schuhe ein komplexes Themengebiet bilden, da sie nicht aus einem einzigen Material, sondern etlichen verschiedenen Materialien hergestellt werden. Deshalb wurde für die Tests eine Liste der gefährlichsten Chemikalien erstellt, die für die Prüfung der gängigsten Schuhmaterialien auf ihre Chemikalienbeständigkeit verwendet werden sollten.

Als Ergebnis wurde dem Technischen Ausschuss CEN TC 161 ’Fuß- und Beinschutz’ der Europäischen Kommission ein überarbeiteter Entwurf von Sicherheitsnormen für Schuhe vorgelegt. Zweck des Normenentwurfs sollte eine bessere Prüfung von Schuhprodukten auf Einhaltung der PSA-Richtlinie 89/686/EEC sein. Der Entwurf enthielt unter anderem Terminologie, Prüfverfahren, Anforderungen und Benutzerinformationen zum Thema ’Fußschutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen’.

Schuhprodukte sollen in einer für Chemiebetriebe typischen Umgebung erprobt und unter dem Aspekt getestet werden, das Wissen der Hersteller über die wichtigsten Chemikalien zu erweitern, vor denen der Fußschutz seinen Träger schützen muss. Darüber hinaus wird in weiteren Tests das Schuhmaterial gealtert und auf seine Beständigkeit gegen Chemikalien-Permeation geprüft, und es wird untersucht, wie sich Sterilisationsmaßnahmen auf die Eigenschaften der Schuhe auswirken.

Wenn das Projektziel einer Schaffung von Normen für Testverfahren und realisierbare Grenzwerte erst offiziell in die EU-Gesetzgebung eingebunden ist, kann sich dies als wichtiger Vorteil für die Schuhindustrie sowie für alle betroffenen Wissenschaftler erweisen, die sich mehr Sicherheit bei der Arbeit wünschen.

Kontakt

Marc Folachier
Centre Technique Cuir Chaussure Maroquinerie
Direction Des Laboratoires
Rue Hermann Frenkel 4
69367
Lyon
FRANCE
Tel: +33-4-72761010
Fax: +33-4-72761000

| ctm
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1294&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

Weitere Berichte zu: Beständigkeit Mikroorganismus Schuh Testverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe
14.08.2018 | INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

nachricht Europaweit einzigartiges Forschungszentrum geht an den Start
14.08.2018 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics