Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit einem Blick die Werkstoff-Qualität erkennen / Wertvolle Stoffe ungefährlich synthetisieren

24.10.2000


Farbgeätzter Werkzeugstahl mit Perlit und

Korngrenzenzementit: Die Experten von der FH Aalen können aus dem

Bild dieses harten und spröden Stahls seine Herkunftsgeschichte,

seine Eigenschaften und Qualität auf einen Blick erkennen. (Foto:

Schneider)


Ein Chemiker-Team von der FH Aalen um Prof.

Dr. Willi Kantlehner (l., hier mit Dipl.-Ing. (FH) Georg Ziegler)

ist es gelungen, Aldehyd-Synthesen ohne giftige Substanzen

durchzuführen - nun wird die industrielle Umsetzung erforscht.

(Foto: Burchardt)


Zwei Forschungsprojekte an FH Aalen gefördert

(24.10.00) Die Fachhochschule Aalen war erneut erfolgreich beim Einwerben so genannter Drittmittel. Gerade bewilligte die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) Gelder für zwei weitere Forschungsprojekte, die in den kommenden 18 Monaten mit jeweils fast 200.000 Mark gefördert werden. Die Forschungsmittel entstammen dem Programm "Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen" des Bundesforschungsministeriums.

"Bildanalyse komplexer Werkstoffgefüge durch Mustererkennung und Korrelation mit den Eigenschaften durch neuronale Netze" lautet der wissenschaftliche Titel des interdisziplinären Vorhabens von Prof. Dr. Gerhard Schneider und Prof. Dr. Ulrich Klauck. Mit Hilfe eines selbstlernfähigen Computers soll eine beliebige Werkstoffprobe durch einen einfachen Blick geprüft und die Materialeigenschaften erkannt werden, so das Ziel der Forschungen. "Wir schleifen Werkstoffe an", erläutert der Werkstoff-Forscher Schneider, "betrachten sie unter dem Mikroskop, und die Bildinformation wird dann statistisch quantifiziert". Ein Blick auf eine Stahlprobe würde ausreichen, um beispielsweise den Härtungsgrad zu erkennen. Diese Qualitätskontrolle soll später Kollege Computer automatisch durchführen. Bildinformationen und Eigenschaften der Werkstoffe werden eingespeist und das neuronale Netz - ein selbstlernender Computer, der auf dem Prinzip des menschlichen Gehirns beruht - soll die Qualität des Werkstoffes analysieren. Eingesetzt werden könnte das System später vor allem in der industriellen Qualitätskontrolle. "Wenn die Forschungen erfolgreich sind, wird das System der absolute Knaller", ist sich Prof. Schneider sicher, da bereits aus früheren Projekten wichtige Erkenntnisse vorliegen. Allerdings muss zunächst vor allem ein Problem gelöst werden: Wie reproduzierbar kann die Werkstoffprobe präpariert werden? Doch diese Frage sollte sich in den kommenden anderthalb Jahren beantworten lassen, ist Schneider optimistisch.

Im zweiten bewilligten Projekt will Prof. Dr. Willi Kantlehner nachweisen, dass Forschungs-Ergebnisse, die bisher im Labor erfolgreich erzielt werden konnten, auch im industriellen Maßstab umsetzbar sind. In der Industrie existieren zahlreiche Verfahren zur Gewinnung aromatischer Aldehyde, die in Pharmazeutika, Riech- und Farbstoffen verwendet werden. Das Chemiker-Team um Prof. Kantlehner hat in einer vor kurzem abgeschlossenen Forschungsarbeit gemeinsam mit der Industrie festgestellt, dass diese Aldehyd-Synthesen auch ohne gefährliche Substanzen, wie z. B. Kohlenmonoxid oder Blausäure, durchgeführt werden können. "Die von uns gefundenen umweltschonenden Reagenzien können fast exakt das, was mit den anderen Methoden machbar ist", erklärt Prof. Kantlehner. Außerdem sind die verwendeten Prozesschemikalien stabiler und ungefährlicher.

Bisher haben die Chemiker von der FH Aalen den Nachweis aber nur im Labor mit wenigen Gramm geführt. "Ich bin mir sicher, dass unsere Reagenzien auch im industriellen Maßstab eingesetzt werden können", geht Prof. Kantlehner von einem erfolgreichen Abschluss des neuen Projekts aus, auf dessen Ergebnis auch die Industrie mit großem Interesse wartet.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Schneider (Oberflächentechnik/Werkstoffkunde)
Tel.: 07361/576113, Fax: 576250
E-Mail: Gerhard.Schneider@fh-aalen.de

Prof. Dr. Willi Kantlehner (Chemie)
Tel.: 07361/576152, Fax: 576250
E-Mail: willi.kantlehner@fh-aalen.de


FH Aalen
Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation
Beethovenstr. 1
73430 Aalen
Axel Burchardt M.A.
Tel.: 07361 / 576 162
Fax: 07361 / 576 355
E-Mail: axel.burchardt@fh-aalen.de

Axel Burchardt | idw

Weitere Berichte zu: Maßstab Qualitätskontrolle Werkstoffprobe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht Neue Möglichkeiten des Additive Manufacturing erschlossen
13.11.2019 | Fraunhofer IFAM Dresden

nachricht Destabilisierung macht Holz stabiler - Das Holz-Paradoxon
12.11.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New opportunities in additive manufacturing presented

Fraunhofer IFAM Dresden demonstrates manufacturing of copper components

The Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials IFAM in Dresden has succeeded in using Selective Electron Beam Melting (SEBM) to...

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Im Focus: Magnetisches Tuning auf der Nanoskala

Magnetische Nanostrukturen maßgeschneidert herzustellen und nanomagnetische Materialeigenschaften gezielt zu beeinflussen, daran arbeiten Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) gemeinsam mit Kollegen des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW) Dresden und der Universität Glasgow. Zum Einsatz kommt ein spezielles Mikroskop am Ionenstrahlzentrum des HZDR, dessen hauchdünner Strahl aus schnellen geladenen Atomen (Ionen) periodisch angeordnete und stabile Nanomagnete in einem Probenmaterial erzeugen kann. Es dient aber auch dazu, die magnetischen Eigenschaften von Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu optimieren.

„Materialien im Nanometerbereich magnetisch zu tunen birgt ein großes Potenzial für die Herstellung modernster elektronischer Bauteile. Für unsere magnetischen...

Im Focus: Magnets for the second dimension

If you've ever tried to put several really strong, small cube magnets right next to each other on a magnetic board, you'll know that you just can't do it. What happens is that the magnets always arrange themselves in a column sticking out vertically from the magnetic board. Moreover, it's almost impossible to join several rows of these magnets together to form a flat surface. That's because magnets are dipolar. Equal poles repel each other, with the north pole of one magnet always attaching itself to the south pole of another and vice versa. This explains why they form a column with all the magnets aligned the same way.

Now, scientists at ETH Zurich have managed to create magnetic building blocks in the shape of cubes that - for the first time ever - can be joined together to...

Im Focus: A new quantum data classification protocol brings us nearer to a future 'quantum internet'

The algorithm represents a first step in the automated learning of quantum information networks

Quantum-based communication and computation technologies promise unprecedented applications, such as unconditionally secure communications, ultra-precise...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Hitzesommer, Überschwemmungen und Co. – Vor welchen Herausforderungen steht die Pflanzenzüchtung der Zukunft?

14.11.2019 | Veranstaltungen

Mediation – Konflikte konstruktiv lösen

12.11.2019 | Veranstaltungen

Hochleistungsmaterialien mit neuen Eigenschaften im Fokus von Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft

11.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Hitzesommer, Überschwemmungen und Co. – Vor welchen Herausforderungen steht die Pflanzenzüchtung der Zukunft?

14.11.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Erkundungsmethode für die Geothermie

14.11.2019 | Geowissenschaften

Schmieden statt Schweißen: Stoffschlüssige Verbindung durch Umformen

14.11.2019 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics