Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AimData verbessert Dateninfrastruktur für Materialwissenschaft

14.04.2016

Informatiker und Materialwissenschaftler der Uni Bremen entwickeln im DFG-Projekt „Anpassbare Interaktion mit materialwissenschaftlichen Forschungsdaten – AimData“ digitale Forschungsinfrastrukturen weiter.

Zweifelsohne hat die Digitalisierung die Arbeit von Forschenden aller Disziplinen nachhaltig vereinfacht. Große Datenmengen aus Forschungsergebnissen können dank Bits und Bytes einfach gespeichert und anderen Forschenden zur Verfügung gestellt werden.


So wie Jeremy Epp kooperieren zahlreiche Materialwissenschaftler und Informatiker der Universität Bremen im Projekt AimData, um digitale Forschungsdaten besser nutzbar zu machen.

Foto: Martin Bockhacker / IWT Bremen

Doch mit wachsenden Datenmengen ergeben sich auch Schwierigkeiten: Wie findet man in „Big Data“ genau die Information, die wichtig ist? Informatiker und Materialwissenschaftler der Universität Bremen beschäftigen sich seit Jahren erfolgreich mit der Entwicklung übersichtlicher Infrastrukturen für Forschungsdaten zu metallischen Werkstoffen. Nun werden sie dabei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere drei Jahre finanziell gefördert. Das Ziel ihres Gemeinschaftsprojekts AimData: Die geschaffenen Infrastrukturen noch nutzerfreundlicher machen.

„Im Bereich der Werkstoffwissenschaften werden bei Untersuchungen große Mengen an Forschungsdaten gewonnen und gespeichert. Ohne eine ausreichende Dokumentation, auch der sogenannten Metadaten, können die Forschungsdaten jedoch nicht bestmöglich genutzt werden. Ein Projekt wie AimData ist daher ein zentrales Anliegen für uns. Wir freuen uns, dass die DFG uns unter anderem mit 3,5 Wissenschaftlerstellen für 36 Monate unterstützt“, sagt Professor Hans-Werner Zoch, Leiter des Fachgebiets Werkstofftechnik/Metalle der Universität Bremen und Geschäftsführender Direktor der Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) Bremen.

Im Laufe des Projekts AimData soll das aus einem Vorläufervorhaben stammende System InfoSys als Beispiel einer digitalen Infrastruktur für Forschungsdaten weiterentwickelt werden. Hierbei steht nicht mehr die leichte, angepasste und benutzerfreundliche Eingabe der Daten, sondern deren spätere Verwertung durch Dritte im Vordergrund. Die zu erarbeitenden Erweiterungen sollen auch auf andere Infrastrukturen anwendbar sein.

Bei der Entwicklung liegt ein besonderer Fokus auf der Integration nutzerfreundlichen Suchfunktionen und Auswertungstools zum Beispiel basierend auf „Data-Mining“-Methoden. Diese sollen den Nutzern nicht nur das Finden relevanter Daten erleichtern, sondern ihnen auch ermöglichen, die Qualität der Forschungsdaten zu erkennen. Um hinreichende Komplexität und Übertragbarkeit des Bremer Systems auf andere Systeme zu gewährleisten, werden in den kommenden Jahren auch materialwissenschaftliche Daten der Stoffklasse der faserverstärkten Kunststoffe hinzugefügt.

Beteiligt am Projekt AimData sind neben dem IWT Bremen das Faserinstitut Bremen e.V. (FIBRE), das Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK) und das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Uni Bremen. Der englischsprachige Begriff „Big Data“ steht für Datenmengen, die so groß, komplex, dynamisch und schwach strukturiert sind, dass sie wenig überschaubar geschweige denn einfach auszuwerten sind.

Das sogenannte „Data-Mining“ ist eine Strategien, solche Massendaten zu bearbeiten. Dabei wird computergestützt mit statistischen Methoden „Bergbau“ in großen Datenmengen betrieben. In der Praxis finden solche Methoden zum Beispiel schon Anwendung, um Trends beim Kaufverhalten von Verbrauchern oder Krankheitsverläufen auszuwerten.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Institut für integrierte Produktentwicklung (BIK)
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Stefan Wellsandt
Tel.: 0421 218 50166
E-Mail: wel@biba.uni-bremen.de

Stiftung Institut für Werkstofftechnik Bremen
Wissenschaftskommunikation
Isabell Harder M. A.
Tel.: 0421 218 51188
E-Mail: harder@iwt-bremen.de

Eberhard Scholz | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Materialwissenschaften:

nachricht TFK entwickelt Herstellungsverfahren für großflächige Metalldrahtnetze zum Einsatz in der Raumfahrt
09.07.2020 | Hochschule Hof - University of Applied Sciences

nachricht Löchrige Graphenbänder mit Stickstoff für Elektronik und Quantencomputing
08.07.2020 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Im Focus: Robuste Materialien in Schwingung versetzt

Kieler Physikteam beobachtet in Echtzeit extrem schnelle elektronische Änderungen in besonderer Materialklasse

In der Physik werden sie zurzeit intensiv erforscht, in der Elektronik könnten sie ganz neue Funktionen ermöglichen: Sogenannte topologische Materialien...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

09.07.2020 | Physik Astronomie

Forscher der Universität Bayreuth entdecken außergewöhnliche Regeneration von Nervenzellen

09.07.2020 | Biowissenschaften Chemie

Selbstadaptive Systeme: KI übernimmt Arbeit von Software-Ingenieuren

09.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics