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Die weltweit genaueste Messanlage für Gasdichten kommt zurück an die RUB

26.09.2012
Zurück in die Zukunft – und zum Erbauer
Thermodynamik: Neue Herausforderungen in der Gastechnik warten schon

Sie wurde von Forschern der Ruhr-Universität Bochum entwickelt, leistet seit 24 Jahren zuverlässig ihre Arbeit und dient nun der weiteren Grundlagenforschung an der RUB: Die weltweit genaueste Messanlage für Gasdichten wurde heute von der Open Grid Europe GmbH an den Lehrstuhl für Thermodynamik der RUB übergeben. Die Anlage zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie Gasdichten in einem weiten Temperatur- und Druckbereich exakt bestimmen kann.


Die Gasdichtemessanlage der Open Grid Europe GmbH in Altenessen – die weltweit genauste Quelle für Messwerte von Erdgasdichten

Weltweite Standards mit Bochumer Technik

Die in der Vergangenheit mit der Anlage gemessenen Daten bilden die Basis für Standards, die in der Erdgastechnik heute international anerkannt sind und die letztlich jeder Erdgasabrechnung zugrunde liegen. So entstanden beispielsweise hochpräzise Zustandsgleichungen, die garantieren, das unterschiedliche Gaszusammensetzungen, Drücke und Temperaturen bei der Energieermittlung zuverlässig erfasst werden. Bereits 1988 hatte der Lehrstuhl für Thermodynamik der RUB die Anlage für die Ruhrgas AG entwickelt.
Unter ständiger Weiterentwicklung war sie seitdem bei der Ruhrgas AG und später bei Open Grid Europe, dem führenden Erdgastransporteur in Deutschland, in Betrieb. Auf der Fachtagung GAT 2012 in Dresden hat Open Grid Europe die Anlage nun symbolisch der RUB geschenkt – die Anlage selbst kommt im nächsten Jahr, nach dem Umzug der Fakultät für Maschinenbau in das renovierte IC-Gebäude, nach Bochum. Bis dahin kann sie vom Lehrstuhl für Thermodynamik an ihrem jetzigen Standort in Altenessen genutzt werden.

Neue Herausforderungen nach der Pionierzeit

Die Pionierzeiten der Entwicklung von Zustandsgleichungen für Anwendungen in der Gasindustrie seien mit dem erreichten Stand beendet, sagt Heinz Watzka, technischer Geschäftsführer der Open Grid Europe. Prof. Dr. Roland Span, Leiter des Lehrstuhls für Thermodynamik, richtet den Blick indes in die Zukunft. „Wir wissen heute sicher, dass in der Gastechnik in den nächsten Jahren neue Herausforderungen auf uns zukommen. Themen wie die Beimischung von Biogas oder Wasserstoff zu Erdgasen, die verstärkte Nutzung unkonventioneller Erdgase, aber auch der Pipelinetransport von Kohlendioxid aus Kraftwerksabgasen stehen auf der Agenda.“
RUB: Bedeutendes Zentrum der Grundlagenforschung

Der Lehrstuhl für Thermodynamik der Ruhr-Universität Bochum ist in eine Vielzahl nationaler und internationaler Aktivitäten in der Gas- und Erdgastechnik eingebunden und gilt weltweit als eines der Zentren entsprechender Grundlagenforschung. „Mit der Gasdichtemessanlage können wir neue Fragen noch effektiver angehen, um Antworten parat zu haben, wenn in absehbarer Zukunft die großtechnische Anwendung Realität wird – wie auch immer diese Realität dann im Detail aussehen wird“, so Prof. Span.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Roland Span, Lehrstuhl für Thermodynamik, Fakultät für Maschinenbau der RUB; Tel. 0234/32-23033, E-Mail: roland.span@thermo.rub.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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