Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sie ist überall!

01.12.2009
Technologie des Kleinen mit riesigem Innovations-Potenzial
Nahezu unbeachtet übernehmen Mikrosysteme in unserem Alltag immer sensiblere Aufgaben. Die Bedeutung dieser jungen Branche wächst enorm - sie ergibt sich aus den neuen Möglichkeiten, die sie für unsere Zukunft schafft.

Mikrosystemtechnik (MST) ist eine Querschnittstechnologie, auf die keine Branche mehr verzichten kann. Sie hat längst Einzug gehalten in die Automobilindustrie, den Maschinenbau, in Kommunikationstechnik, Medizintechnik, Pharmazie oder Materialforschung.

Mit MST ist es möglich, winzige Mikrobauteile herzustellen, die vielfach feiner sind als ein menschliches Haar. Damit lassen sich Mikrosensoren und Mikroaktoren realisieren. Kombiniert man diese mit Elektronik, so werden daraus intelligente Mikrochips, die "fühlen, entscheiden und handeln". Die Mikrosystemtechnik spielt in Deutschland eine zentrale Rolle für Wachstum und Beschäftigung: Mehr als 700.000 Arbeitsplätze sind direkt mit der Mikrosystemtechnik verbunden - Tendenz steigend.

Damit die deutsche Wirtschaft ihre im internationalen Vergleich führende Stellung erhalten und ausbauen kann, müssen Entwicklungen schnell in Produkte umgesetzt und vermarktet werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte dafür im Rahmenprogramm "Mikrosysteme" von 2004 bis 2009 insgesamt rund 260 Millionen Euro bereitgestellt. Im Jahr 2000 erzielte die deutsche Industrie mit MST-Komponenten und kompletten Systemen einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro.

Die wirtschaftliche Bedeutung von MST steigt über den so genannten Leverage Effect teilweise auf mehr als das Sechzigfache, sobald sie in die Anwendung gelangt, denn ohne MST-Komponenten lassen sich viele Produkte nicht verkaufen. Der mit der dynamischen Entwicklung der MST verbundene Bedarf an Fachkräften kann heute kaum gedeckt werden: 84 Prozent der MST-Hochschulabsolventen finden bereits drei Monate nach Studienabschluss einen Arbeitsplatz. Ein weites Anwendungsfeld für Mikrosysteme ist zum Beispiel das Auto: Winzige Beschleunigungssensoren detektieren einen Aufprall und lösen bei einem Unfall den Airbag aus.

Kleinste Drehratensensoren messen, wenn das Fahrzeug ins Schleudern gerät und helfen bei Regen, Schnee und Eis sicher auf der Straße zu bleiben. Sensoren für Druck und Strömung stellen das richtige Brennstoffgemisch für den Motor ein und reduzieren damit den Schadstoffausstoß. Aber auch in Digitalkameras leisten kleine Dinge Großes: Beschleunigungssensoren verhindern ein Verwackeln. Beim Überspielen der Bilder auf den PC werden kleine Schreib-Leseköpfe aktiv und speichern die Daten auf der Festplatte.

Tausende winziger Aktoren schießen kleinste Tintentröpfchen mit hoher Präzision und Geschwindigkeit aufs Papier beim Ausdrucken der Bilder. Die Liste der Beispielbereiche, in der MST nicht mehr wegzudenken - ja gerade schon selbstverständlich geworden - ist, lässt sich fortsetzen: Betriebssicherheit von Maschinen und Anlagen, Regelung von Heizung und Lüftung, mobile Kommunikation, optische Industrie, mobile Diagnosen und Operationsassistenz in der Medizin.

Der demografische Wandel ist einer der Wachstumsmotoren für diese Technologie, weil die präventive Mikromedizin ein Zukunftsmarkt ist. Die neuen, intelligenten Mikrosysteme in unserer Alltagswelt - so genannte Smart Systems - werden in Zukunft nicht mehr nur "fühlen" und "handeln", sie werden bewerten, vorausschauen und entscheiden und schließlich mit ihrer Umgebung kommunizieren. Sie werden zur Selbstdiagnose befähigt sein und sogar eine gewisse Autonomie im Handeln besitzen.

| handling
Weitere Informationen:
http://www.handling.de/xist4c/web/Sie-ist-ueberall-_id_882__dId_473120_.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht TU Braunschweig beteiligt sich an Entwicklung von Pumpspeicherkraftwerken für das Flachland
09.04.2020 | Technische Universität Braunschweig

nachricht EU-Projekt GALACTIC entwickelt Lieferkette für Alexandrit-Laserkristalle
03.04.2020 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Breites Spektrum: Neuartiges Hybridmaterial erweist sich als effizienter Fotodetektor

Digitalkameras, aber auch viele andere elektronische Anwendungen benötigen lichtempfindliche Sensoren. Um den steigenden Bedarf an solchen optoelektronischen Bauteilen zu decken, sucht die Industrie nach neuen Halbleitermaterialien. Diese sollten nicht nur einen möglichst breiten Wellenlängenbereich erfassen, sondern auch preisgünstig sein. Ein in Dresden entwickeltes Hybridmaterial erfüllt beide Anforderungen. Himani Arora, Physik-Doktorandin am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), wies nach, dass sich eine metallorganische Verbindung als Breitband-Fotodetektor verwenden lässt. Da es keine teuren Rohstoffe enthält, kann es in großen Mengen preisgünstig produziert werden.

Metallorganische Gerüste (Metal-Organic Frameworks, MOFs) haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren zu einem gefragten Materialsystem entwickelt. Die...

Im Focus: Broad spectrum: Novel hybrid material proves an efficient photodetector

Digital cameras as well as many other electronic devices need light-sensitive sensors. In order to cater for the increasing demand for optoelectronic components of this kind, industry is searching for new semiconductor materials. They are not only supposed to cover a broad range of wavelengths but should also be inexpensive.

A hybrid material, developed in Dresden, fulfils both these requirements. Himani Arora, a physics PhD student at Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR),...

Im Focus: Langlebigere Satelliten, weniger Weltraumschrott

Forschende der Universität Stuttgart nehmen innovatives induktives Plasmatriebwerk auf Helicon-Basis in Betrieb

Erdbeobachtungssatelliten für niedrige Flughöhen, kleiner, leichter und billiger als herkömmliche Modelle: Das sind die Ziele des EU- Projekts „DISCOVERER“, an...

Im Focus: X-ray vision through the water window

The development of the first high-repetition-rate laser source that produces coherent soft x-rays spanning the entire 'water window' heralds the beginning of a new generation of attosecond technology

The ability to generate light pulses of sub-femtosecond duration, first demonstrated some 20 years ago, has given rise to an entirely new field: attosecond...

Im Focus: Innovative Technologien für Satelliten

Er kommt ohne Verkabelung aus und seine tragende Struktur ist gleichzeitig ein Akku: An einem derart raffiniert gebauten Kleinsatelliten arbeiten Forschungsteams aus Braunschweig und Würzburg. Für 2023 ist das Testen des Kleinsatelliten im Orbit geplant.

Manche Satelliten sind nur wenig größer als eine Milchtüte. Dieser Bautypus soll jetzt eine weiter vereinfachte Architektur bekommen und dadurch noch leichter...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Preisgekröntes Projektmanagement

09.04.2020 | Förderungen Preise

Breites Spektrum: Neuartiges Hybridmaterial erweist sich als effizienter Fotodetektor

09.04.2020 | Materialwissenschaften

Bayreuther Genetiker entdecken Regulationsmechanismus der Chromosomen-Vererbung

09.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics