Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thüringer Innovationszentrum Mobilität errichtet hochmodernen Fahrsimulator

05.04.2019

Das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) der Technischen Universität Ilmenau hat einen hochmodernen Fahrsimulator errichtet, mit dem im Zeitalter automatisierter Fahrzeuge Forschung und Entwicklung des Verhaltens der Fahrzeugfahrer betrieben wird.

Die Investitionskosten des dynamischen Fahrsimulators betrugen 420.000 Euro, von denen 300.000 aus der ThIMo-Förderung des Landes Thüringen und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung EFRE und die restlichen 120.000 vom Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik der TU Ilmenau finanziert wurden.


Foto: TU Ilmenau/ThIMo

Der Großprüfstand wird am 9. April im Beisein von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Öffentlichkeit vorgestellt. Vertreter der Medien sind herzlich willkommen.

Im Zeitalter hochautomatisierter Fahrzeuge sind Mensch-Maschine-Schnittstellen wichtiger denn je. Zum effektiven, sicheren und komfortablen Führen eines Fahrzeugs und zum Bedienen von Infotainment-Systemen müssen Fahrer und Insassen auf vielfältige Weise mit hochkomplexer Technik interagieren.

Schon seit 20 Jahren untersuchen Wissenschaftler der TU Ilmenau besonders die haptischen, also die berührungssensiblen Interaktionen des Fahrers mit dem Fahrzeug. Unterstützt durch Technik und Elektronik, soll der Fahrer in die Lage versetzt werden, auf spezielle Fahrsituationen zu reagieren, etwa beim Beschleunigen, beim Bremsen und beim Lenken. Die Entwicklung spezieller technischer Prüfstände und mobiler Versuchsträger mündete in dem neuen, innovativen Fahrsimulator.

Der dynamische Fahrsimulator wurde seit 2018 durch das Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik der TU Ilmenau entwickelt und aufgebaut. Die virtuelle Forschungs- und Entwicklungsplattform auf der Basis eines PKW-Fahrerbereichs ist im Gegensatz zu den bisherigen Prüfständen in der Lage, auch die komplexen Anforderungen an die Mensch-Maschine-Interaktion bei hochautomatisiertem Fahren zu berücksichtigen, insbesondere auch in Mischverkehr-Szenarien, also wenn der Verkehr gleichzeitig aus konventionellen, von einem Fahrer gesteuerten und aus hochautomatisierten Fahrzeugen besteht.

Der einsitzige Fahrsimulator verfügt über eine Visualisierungseinheit, die unterschiedliche Verkehrsszenarien simuliert. Haptische Interfaces für Lenkrad, Bremse und Pedalen können während der Prüfläufe hinsichtlich Steifigkeit, Dämpfung usw. dynamisch eingestellt werden.

Mithilfe von Probanden, die als Fahrer fungieren, kann mit einem elektrisch aktuierten Bewegungssystem und einem Echtzeit-Computer eine Vielzahl an wissenschaftlichen Untersuchungen durchgeführt werden: die Reaktion des Fahrers auf unvorhersehbare Verkehrssituationen oder Fahrzeugfunktionen, etwa einem Reifenplatzer; die Bewertung, wie effektiv und intuitiv neue Bedienelemente vom Fahrer zu handhaben sind; die Personalisierung von Bedien-Interfaces auf unterschiedliche Fahrer; die Fähigkeit des Fahrers, Fahrzeuge verschiedener Automatisierungsphasen zu bedienen usw.

Der virtuelle Fahrsimulator ist in Echtzeit mit einer Vielzahl an Simulationssystemen und Prüfständen gekoppelt, die sich zum Teil Kilometer entfernt von seinem Standort befinden. Diese sogenannte X-in-the-loop-Architektur befindet sich in der Pilotphase und soll künftig Entwicklungen hochautomatisierten Fahrens in komplexem Verkehr ermöglichen.

Bereits jetzt schließt sie alle ThIMo-Prüfstände ein, etwa den Vier-Rollen-Leistungsprüfstand, die Virtuelle Straße oder das Prüfzentrum für Fahrwerks- und Bremsentechnik. Das derzeit in Ilmenau erprobte dezentrale Konzept unterschiedlicher Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, die weit voneinander entfernt, aber virtuell miteinander verbunden sind, könnte die bislang angewandten Entwicklungsverfahren an einem Ort in Zukunft revolutionieren.

Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo):
Präsentation Dynamischer Fahrsimulator
Dienstag, 09.04.2019, 9.30 Uhr, TU Ilmenau, Thüringer Innovationszentrum Mobilität,
Projekthalle, Gustav-Kirchhoff-Platz 3, 98693 Ilmenau.

Vertreter der Medien sind herzlich willkommen.

Bei der Präsentation des dynamischen Fahrsimulators werden seine Funktionalitäten und seine Einbindung in die X-in-the-loop-Architektur demonstriert. Eine virtuelle Fahrt insbesondere für TV-Kamerateams wird ermöglicht.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Klaus Augsburg
Projektleiter Thüringer Innovationszentrum Mobilität
Tel. +49 3677 69-2522
E-Mail: klaus.augsburg@tu-ilmenau.de

Marco Frezzella | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Supermagnete aus dem 3D-Drucker
18.02.2020 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovatives Konzept für den effizienteren 3D-Druck
13.02.2020 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultraschnelles Schalten eines optischen Bits: Gewinn für die Informationsverarbeitung

Wissenschaftler der Universität Paderborn und der TU Dortmund veröffentlichen Ergebnisse in Nature Communications

Computer speichern Informationen in Form eines Binärcodes, einer Reihe aus Einsen und Nullen – sogenannten Bits. In der Praxis werden dafür komplexe...

Im Focus: Fraunhofer IOSB-AST und DRK Wasserrettungsdienst entwickeln den weltweit ersten Wasserrettungsroboter

Künstliche Intelligenz und autonome Mobilität sollen dem Strukturwandel in Thüringen und Sachsen-Anhalt neue Impulse verleihen. Mit diesem Ziel fördert das Bundeswirtschaftsministerium ab sofort ein innovatives Projekt in Halle (Saale) und Ilmenau.

Der Wasserrettungsdienst Halle (Saale) und das Fraunhofer Institut für Optronik,
Systemtechnik und Bildauswertung, Institutsteil Angewandte Systemtechnik...

Im Focus: A step towards controlling spin-dependent petahertz electronics by material defects

The operational speed of semiconductors in various electronic and optoelectronic devices is limited to several gigahertz (a billion oscillations per second). This constrains the upper limit of the operational speed of computing. Now researchers from the Max Planck Institute for the Structure and Dynamics of Matter in Hamburg, Germany, and the Indian Institute of Technology in Bombay have explained how these processes can be sped up through the use of light waves and defected solid materials.

Light waves perform several hundred trillion oscillations per second. Hence, it is natural to envision employing light oscillations to drive the electronic...

Im Focus: Haben ein Auge für Farben: druckbare Lichtsensoren

Kameras, Lichtschranken und Bewegungsmelder verbindet eines: Sie arbeiten mit Lichtsensoren, die schon jetzt bei vielen Anwendungen nicht mehr wegzudenken sind. Zukünftig könnten diese Sensoren auch bei der Telekommunikation eine wichtige Rolle spielen, indem sie die Datenübertragung mittels Licht ermöglichen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) am InnovationLab in Heidelberg ist hier ein entscheidender Entwicklungsschritt gelungen: druckbare Lichtsensoren, die Farben sehen können. Die Ergebnisse veröffentlichten sie jetzt in der Zeitschrift Advanced Materials (DOI: 10.1002/adma.201908258).

Neue Technologien werden die Nachfrage nach optischen Sensoren für eine Vielzahl von Anwendungen erhöhen, darunter auch die Kommunikation mithilfe von...

Im Focus: Einblicke in die Rolle von Materialdefekten bei der spin-abhängigen Petahertzelektronik

Die Betriebsgeschwindigkeit von Halbleitern in elektronischen und optoelektronischen Geräten ist auf mehrere Gigahertz (eine Milliarde Oszillationen pro Sekunde) beschränkt. Die Rechengeschwindigkeit von modernen Computern trifft dadurch auf eine Grenze. Forscher am MPSD und dem Indian Institute of Technology in Bombay (IIT) haben nun untersucht, wie diese Grenze mithilfe von Lichtwellen und Festkörperstrukturen mit Defekten erhöht werden könnte, um noch größere Rechenleistungen zu erreichen.

Lichtwellen schwingen mehrere hundert Trillionen Mal pro Sekunde und haben das Potential, die Bewegung von Elektronen zu steuern. Im Gegensatz zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungen

Gemeinsam auf kleinem Raum - Mikrowohnen

19.02.2020 | Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Globale Datenbank für Karstquellenabflüsse

21.02.2020 | Geowissenschaften

Leopoldina-Symposium: „Mission – Innovation“ 2020

21.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Langlebige Fachwerkbrücken aus Stahl einfacher bemessen

21.02.2020 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics