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Schneckengetriebemotoren werden kundenspezifisch angepasst

26.08.2009
Getriebemotoren-Anwender haben oft sehr unterschiedliche Wünsche aufgrund der geforderten Maschinen- und Anlagenkonfiguration. Oft sind diese für die Anbieter dann Impulsgeber für eine sinnvolle Weiterentwicklung bereits vorhandener Produkte.

In einem Fall war ein langjähriger Kunde der RGM Ruhrgetriebe KG, die Ruhr Rhein-Nadel Automation, Impulsgeber für eine sinnvolle Produktweiterentwicklung. Er liefert Zuführtechnik auf Basis aller gängigen Teileförderer wie Schwing-, Zentrifugal-, Stufen-, Linear-, Flächen- und Steilförderer sowie Förderbänder und Bunkersysteme.

Im diesem Fall handelte es sich um Bunker-Förderbänder zur Bevorratung von Werkstücken mit einem Füllvolumen zwischen 5 und 200 l, die mit Schneckengetriebemotoren in Drehstrom- und Wechselstromausführung von Ruhrgetriebe bestückt sind. Dort jedoch war die Transportgeschwindigkeit des einstufigen Schneckengetriebes für das Bunker-Förderband zu hoch, um die Werkstücke dosiert in die Sortiertöpfe zu füllen.

Ingenieure von Ruhrgetriebe entwickeln Prototypen

Um die Zuführung des Stückgutes zu präzisieren, musste schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. Aus dem bestehenden Produktangebot konnte der Getriebemotorenfertiger seinen Kunden nicht bedienen. Jedoch fand die Entwicklungsabteilung nach kurzer Problemanalyse einen Schneckengetriebemotor im Sortiment, der auf die besonderen Belange des Kunden angepasst werden konnte. Die Leistung des Motors stimmte, doch Bauform und Ausgangswelle mussten modifiziert werden.

Daraufhin entwickelten die Ingenieure von Ruhrgetriebe einen Prototypen: einen zweistufigen Schneckengetriebemotor als Aufsteckvariante mit Flansch (B14) und Hohlwelle für eine direkte Verbindung und einer Geschwindigkeit von nur 0,9 im Vergleich zu 14 min–1 beim Basismotor. Nach einer Testphase beim Hersteller und Kunden, konnte mit der Serienproduktion gestartet werden.

Für den Anwender bedeutete das nun: Während vorher Bandgeschwindigkeiten von 2 m/min möglich waren, können die Kleinstteile jetzt mit 0,5 m/min über das Bunker-Förderband zu den Sortiertöpfen transportiert werden. Dies soll nun die präzise Vereinzelung der Teile ermöglichen.

Direktantrieb sorgt für hohe Laufruhe des Förderbandes

Zusätzlich werden nach Aussage des Herstellers die Bunker-Förderbänder werkseitig mit einem Schleusenvorhang und einem Reflextaster zur Füllstandsüberwachung ausgestattet. Ein besonderes Extra ist die Möglichkeit der Schnellentleerung über eine klappbare Rückwand und der Reversierbetrieb des Antriebes. Eingesetzt werden sie unter anderem bei einem Produzenten von Präzisionsdrehteilen im Bereich Medizintechnik, Maschinenbau und Sensortechnik.

Die Tatsache, dass der vorherige Motor mit Kopfantrieb nun als Direktantrieb läuft, habe nicht nur die Laufruhe des Förderbandes erhöht, sondern die Motorposition sei nun in beliebigem Winkel einstellbar.

Der neue Schneckengetriebemotor SN 6 FH als Aufsteckvariante mit Flansch (B5 oder B14) und Hohlwelle ermöglicht laut Hersteller mit seinen unterschiedlichen Getriebeuntersetzungen Abtriebsdrehzahlen zwischen 0,9 und 56 min–1 bei maximal zulässigen Drehmomenten von 11 bis 15 Nm im S1-Betrieb und könne so auch für Anwendungen anderer Kunden eingesetzt werden.

Die Hohlwelle mit dem Durchmesser von 11 mm ist 23 mm lang. Die Motorleistung reicht von 0,045 bis 0,12 kW. Die Maße des Schneckengetriebemotors gibt der Hersteller mit 300 mm × 130 mm × 160 mm an.

Reinhold Schäfer | MM MaschinenMarkt
Weitere Informationen:
http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/konstruktion/antriebsundsteuerungstechnik/articles/227063/

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