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Schallwellen sichtbar machen - Neues, einzigartiges Messgerät an Hochschule Emden/Leer

22.10.2010
Eine akustische Kamera kann nun der Fachbereich Seefahrt der Hochschule Emden/Leer vorweisen. Dieses moderne und flexible Messgerät dient der Visualisierung und Analyse von Schallwellen und ist in dieser Form einzigartig. Mit Hilfe der Kamera können ungewollte oder unvorhergesehene Schwingungen beispielsweise in Motoren erkannt und beseitigt werden.

Die akustische Kamera erzeugt ein farbcodiertes Abbild der Schallemissionen ähnlich wie bei einer Wärmebildkamera. Eine Digitalkamera bildet das vibrierende Objekt ab, während eine hochkanalige Anordnung von Mikrofonen die ausgestrahlten Schallwellen aufnimmt.

Eine spezifische Software errechnet daraus eine Schallkarte und stellt die akustischen und optischen Erkenntnisse in einem Bild dar. Laute Bereiche werden rot, leise Bereiche blau markiert. So werden ungewollte Schwingungen leicht erkennbar.

„Die Messungen liefern wichtige Erkenntnisse für Branchen wie beispielsweise der Automobilindustrie oder dem Schiffbau. Wenn Ort der Schwingung sowie dessen Intensität und Frequenz erkannt werden können, lässt sich die Lebensdauer schwingender Komponenten erheblich verlängern“, erläutert Professor Dr. Jürgen Göken, der die Kamera aus selbst eingeworbenen Forschungsmitteln finanziert hat und an der Hochschule Emden/Leer nun vor allem mit den Studierenden an der Messapparatur arbeiten wird.

Projekte zwischen Hochschule und Wirtschaftsunternehmen könnten seiner Meinung nach für beide Seiten wichtige Erkenntnisse liefern: „Aufgrund der Messungen lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch Produkte fehlerfreier, haltbarer und sicherer herstellen, wodurch dem Qualitätsmanagement deutlich Vorschub geleistet wird. Und für unsere Forschung sind natürlich Daten aus der Industrie von großer Bedeutung.“

Im Rahmen eines Sonderforschungsbereiches der Deutschen Forschungs-gemeinschaft hatte Professor Göken eine akustische Kamera erstmalig für metall- und werkstoffphysikalische Analysen eingesetzt. Seine Ergebnisse sind in die Konfiguration der akustischen Kamera des Fachbereichs Seefahrt mit eingeflossen. Dank dieser Erkenntnisse ist die Kamera in dieser Form einzigartig. In Zukunft können Studierende mit der Apparatur Langzeitstudien begleiten und auswerten. Besonders für den neuen Studiengang „Schiffs- und Reedereimanagement“ des Fachbereichs Seefahrt sind die naturwissenschaftlich-technischen Daten, die durch die Kamera gewonnen werden können, äußerst interessant.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jürgen Göken
Telefon: 0491/92817-5021
Telefax: 0491/92817-5011
E-Mail: juergen.goeken@hs-emden-leer.de

Wilfried Grunau | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-emden-leer.de

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