Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pantomime der Roboter: Neues Blechumformverfahren macht Prototypen und Designstudien preisgünstig

14.05.2012
RUBIN Frühjahr 2012: Ingenieure perfektionieren das „Roboforming“

Es sieht aus, als würden die beiden orangefarbenen Riesen eine synchrone Pantomime aufführen. In Wirklichkeit formen die Roboter gerade aus einem Blech eine Motorhaube. Durch gleichzeitiges Abfahren einer zuvor berechneten Bahn mit Druck und Gegendruck entstehen Werkstücke aus Metall, ohne dass es dafür einer Form bedarf.

Das macht die Fertigung bei kleinen Stückzahlen erschwinglich. Über das von ihnen entwickelte Umformverfahren berichten Bochumer Maschinenbauer in der aktuellen Ausgabe von RUBIN, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.

Umformen ohne teure Form

Egal ob Kotflügel, Obstschale, Außenwandverkleidung oder Design-Verpackung: Für alles, was aus Blechen gefertigt wird, braucht man üblicherweise eine Form. Sie besteht aus zwei massiven Teilen, zwischen die das Blech gepresst wird – Ingenieure sprechen vom sog. Tiefziehen. Bei hohen Stückzahlen lohnt sich die Herstellung einer solchen Form aus Metall. „Bei Prototypen, die vielleicht nur ein einziges Mal gebraucht werden, ist das aber viel zu teuer, selbst wenn man die Form nicht aus Metall, sondern aus Holz fertigen lässt“, erklärt Dipl.-Ing. Bolko Buff vom Lehrstuhl Produktionssysteme. Die Forscher perfektionieren eine andere Technik des stückweisen Umformens.
Mit Tricks zur Formtreue

Das umzuformende Blech wird beim „Roboforming“ fest in einen Rahmen eingespannt. Davor und dahinter befinden sich zwei baugleiche Industrieroboter, die mit einfachen, universellen Umformwerkzeugen ausgerüstet sind. Sie üben über ihre Werkzeuge von beiden Seiten gleichzeitig Druck auf das Blech aus: Der eine drückt es in die gewünschte Gestalt, der andere hält dagegen. Auf diese Weise bildet sich zwischen den beiden Werkzeugen ein schmaler Spalt aus, in dem die Umformung stattfindet. Die hier wirkenden Kräfte werden ständig gemessen und angepasst, sodass der Druck des gegenhaltenden Werkzeuges auf das Blech konstant bleibt. Vorbild für die Umformung des Blechs ist ein CAD-Modell des gewünschten Bauteils. Damit das fertige Blech möglichst genau dem Modell entspricht, haben die Ingenieure verschiedene Strategien entwickelt. Dank doppelter Umformung, mitwachsenden Stützkonstruktionen und Korrektur der Umformungsbahnen können sie eine Formtreue erreichen, bei der über 90 Prozent aller Abweichungen vom CAD-Modell in einem Bereich zwischen 0,3 mm und -0,6 mm liegen.

Themen in RUBIN Frühjahr 2012

In RUBIN Frühjahr 2012 finden Sie außerdem folgende Themen: Leuchtende Nanopartikel aus der Mikrowelle; Griechische Wissenschaft in Arabischer Sprache; Was die Materie zusammenhält; Gen-Getümmel im Ozean - Forscher entschlüsseln die Funktion unbekannter Proteine; „Wat hasse gesacht?“ – Sprachwissenschaftler nehmen das Ruhrdeutsch von heute und damals unter die Lupe; Ganz wie der eigene Knochen – Materialforscher entwickeln Herstellungsverfahren für poröse Implantate; Schüler testen – aber richtig; Mit dem Eiswürfel ins ferne Weltall schauen; Batterie entsalzt Meerwasser. RUBIN ist zum Preis von 4,- Euro in der Stabsstelle für Strategische PR und Markenbildung der RUB erhältlich und online unter http://www.rub.de/rubin.

Weitere Informationen

Dipl.-Ing. Bolko Buff, Lehrstuhl Produktionssysteme (Prof. Dr.-Ing. Horst Meier), Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29261, buff@lps.rub.de

Redaktion: Meike Drießen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/rubin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Maschinenbau:

nachricht Mehr Funktionalitäten: Mikrostrukturierung großer Flächen mit UV-Lasersystem
05.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Fräskinematik – individuell und hochpräzise fertigen
02.07.2018 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Maschinenbau >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics